Alte Schlossanlage verändert sich

Maria in der Aue: Eigentümer plant um

Maria in der Aue ist inzwischen komplett eingezäunt. Die Parkplätze sind nicht mehr öffentlich nutzbar.
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Maria in der Aue ist inzwischen komplett eingezäunt. Die Parkplätze sind nicht mehr öffentlich nutzbar.

Behandlung für traumatisierte Soldaten statt Reha-Klinik für adipöse Kinder.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Die alte Schlossanlage in Maria in der Aue verändert ihr Gesicht. Um das inzwischen private Gelände ist ein Zaun entstanden. Die Parkplätze, die lange auch von Wanderern genutzt wurden, sind nun als Privatparkplätze ausgezeichnet. Eine Schrankenanlage ist entstanden, auch der Wanderbus macht seit dem Hochwasser in Neuemühle keinen Halt mehr am ehemaligen Tagungshotel. „Die künftigen Patienten unserer Mandantin werden ein großes Bedürfnis nach Ruhe haben. Sie haben einen Anspruch auf größtmögliche Ruhe“, erklärt dazu eine Kölner Kanzlei, die die neue Eigentümerin des Areals, die „Stranger + Friends Real Estate AG“, vertritt.

Bei den künftigen Patienten handelt es sich laut der Kanzlei um traumatisierte Bundeswehrsoldaten und Soldaten von Bündnispartnern – auch aus der Ukraine. „Der ursprünglich angedachte Betrieb einer Rehabilitationsklinik für adipöse Kinder und Jugendliche hat sich aufgrund sozialversicherungsrechtlicher Vorgaben als nicht sinnvoll erwiesen“, heißt es in dem Schreiben der Kanzlei. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen weltpolitischen Lage nehme das Unternehmen nun den großen Bedarf zum Anlass, um eine dringend benötigte Einrichtung zu bauen, die sich auf die Behandlung von traumatisierten Soldaten spezialisiere. Es gebe in Deutschland keine weitere solche Einrichtung.  Aktuell werde das ehemalige Tagungshotel entsprechend umgebaut.

Ein Rückblick: Im April 2021 hatten das Erzbistum Köln und das Familien-Ferien-Trägerwerk als Eigentümer des Hauses gemeinsam beschlossen, das Tagungshotel aufzugeben. Zuletzt hatte das Erzbistum jährlich eine Million Euro für die laufenden Kosten und für Investitionen zuschießen müssen. Zum Jahresende war der Betrieb eingestellt worden.

Im Februar 2022 waren dann die Pläne für das „Gesundheitscamp Schloss Haniel“ bekannt geworden. Die „Stranger + Friends Real Estate AG“ hatte das Areal erworben. Die Eröffnung des Gesundheitscamps für adipöse Kinder war für diesen Frühling geplant. Wann die Einrichtung für traumatisierte Soldaten in Betrieb gehen wird, ist noch nicht bekannt. 

Parkplätze gebraucht: Stadt bemüht sich um Parkraum

Fest steht: Das ehemalige Tagungshotel, das bis zur Einstellung des Betriebs Besuchern zugänglich war, ist nun Privatbesitz und soll künftigen Patienten „Intim- und Privatsphäre“ ermöglichen. Welche Perspektive Wanderern gegeben werden könne, die bisher in der Aue geparkt haben? „Diejenigen Parkplätze, die am Objekt gelegen sind, werden von den Patienten benötigt werden“, heißt es in dem Schreiben der Kanzlei.

Die Stadt hat sich in den vergangenen Wochen darum bemüht, dem neuen Eigentümer Flächen abzukaufen, um Parkraum für Wanderer zu gewinnen. „Aktuell befindet sich die Stadt noch in Gesprächen mit dem neuen Eigentümer“, heißt es im Rathaus auf Nachfrage der Redaktion, „die Suche nach einer Lösung gestaltet sich nicht ganz einfach.“

Warum es dem neuen Eigentümer wichtig gewesen sei, einen Zaun am Gelände entlang zu bauen? „Es handelt sich bei diesem Zaun um das Gelände unserer Mandantin um einen Wildzaun. Unsere Mandantin hat Schafe, Ziegen und Hühner gekauft“, erklärt der Anwalt. Die Tiere würden zum einen für die Pflege der Wiesenflächen eingesetzt, zum anderen sei beabsichtigt, diese in die Therapiemaßnahmen für die Patienten einzubinden. Deswegen sei der Wildzaun zwingend notwendig.

Sorgen machten sich indes in den vergangenen Monaten auch Marius Frey und Lukas Worth von der Humuswerkstatt: Mit Unterstützung der Post war im Dezember 2020 auf dem Gelände des Tagungshotels eine Streuobstwiese entstanden. „Als Ausgleichsfläche für den Bau unserer Gewächshäuser in Bremen“, erklärt Lukas Worth. Wie die Zusammenarbeit mit der Humuswerkstatt künftig aussehen könnte? „Zwischen unserer Mandantin und der Humuswerkstatt besteht keine Zusammenarbeit“, sagt dazu die Kölner Kanzlei. Man benötige die erworbenen Flächen selbst. Die Humuswerkstatt hat laut Lukas Worth inzwischen eine andere Ausgleichsfläche gefunden.

Historie

In den Jahren 1927/1928 ließ der Großindustrielle Karl Haniel das Schloss nahe der Dhünn an der Grenze zu Altenberg als Jagd- und Gästehaus im barocken Stil nach Plänen des Berliner Architekten Otto Walter erbauen. Die Kosten beliefen sich damals auf 16 Millionen Reichsmark. Bis in die 1950er-Jahre hieß es „Schloss Haniel“.

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