Lück: „Die Schrecken sollten wir niemals vergessen“

Bürgermeisterin Marion Lück und der stellvertretende Bürgermeister Stefan Leßenich legten den Kranz nieder. Foto: Stadt
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Bürgermeisterin Marion Lück und der stellvertretende Bürgermeister Stefan Leßenich legten den Kranz nieder.

Stadt gedenkt der Opfer des verheerenden Luftangriffs vor 77 Jahren

Von Udo Teifel

Noch heute gilt der Tag als der „schwärzeste Tag in der Geschichte Wermelskirchens“ – und vor allem in Hünger, wo noch viele Zeitzeugen der schrecklichen Katastrophe vom 4. November 1944 leben. Vor 77 Jahren warfen alliierte Flugzeuge in vier Angriffswellen unzählige Spreng- und Brandbomben auf Hünger und Wermelskirchen ab. 44 Häuser wurden bei dem Angriff komplett zerstört, die Bewohner obdachlos. 85 Menschen wurden verwundet und 66 Menschen getötet.

Um ihrer zu gedenken, legten Bürgermeisterin Marion Lück und der stellvertretende Bürgermeister Stefan Leßenich am 77. Jahrestag des Bombenangriffs einen Kranz am Mahnmal in Hünger nieder, das 1957 eingeweiht wurde. Einige noch lebende Zeitzeugen hatten sich für die stille Zeremonie am Mahnmal eingefunden und ließen bei der ergreifenden Schweigeminute die Erinnerungen an den tragischen Tag zu, um auch davon zu erzählen: Wie die Mama die Kinder um 14 Uhr im Keller eingesperrt hatte, damit diese den drohenden Bombenangriff überleben würden, erzählte eine Anwesende. Andere erinnerten daran, welche Häuser plötzlich nicht mehr standen, als die schwere Landmine detonierte. Einig waren sich alle, „dass es ein schrecklicher und unfassbar trauriger Tag war“.

Ein Tag, der nicht vergessen werden dürfe, so Bürgermeisterin Marion Lück. Sie sei sehr berührt davon, wenn Zeitzeugen des Angriffs berichten, wie schrecklich und bedrohlich diese Zeit gewesen ist. „Mit diesen Erinnerungen können wir uns auch vor Augen führen, wie gut es uns in diesen friedlichen Zeiten geht“, sagte sie.

Werner Steinhaus ist einer der Zeitzeugen, der den Bombenangriff auf Hünger überlebt und den Schock der anschließenden Wochen am eigenen Leib erlebt hat. Damit die Grausamkeit des Krieges nicht vergessen wird, hat er sich bereiterklärt, bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag, 14. November, um 11.30 Uhr am Mahnmal in den Hüpp-Anlagen seine Erlebnisse zu schildern. Als Zeichen gegen das Vergessen. Leicht fällt ihm das nicht, sagt er selbst, weil die Erinnerungen an den Tag und das Leid, das er gesehen hat, schmerzhaft sind. „Ich bin sehr dankbar, dass Werner Steinhaus dennoch zugesagt hat, uns an seinen Erinnerungen teilhaben zu lassen“, so Marion Lück. „Denn ich denke, es ist wichtig, dass jüngere Generationen aus erster Hand erfahren, wie viel Leid und Kummer Kriege über die Menschen bringen. Diese Schrecken sollten wir niemals vergessen und alles dafür tun, dass es nie wieder zu solchen verheerenden Grausamkeiten kommt.“

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