Bauarbeiten

Loches-Platz: Stele soll auf alten Brunnen hinweisen

Der alte Brunnen am Loches-Platz soll jetzt von den Arbeitern mit Kies aufgefüllt werden.
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Der alte Brunnen am Loches-Platz soll jetzt von den Arbeitern mit Kies aufgefüllt werden.

Historischer Wert soll für die Nachwelt erhalten bleiben.

Von Stephan Singer

Wermelskirchen. Vom unerwarteten Tageslicht hat er nicht viel gehabt, denn der auf dem Loches-Platz gefundene Brunnen verschwindet wieder in der Versenkung – obwohl ihm historische Bedeutung zugesprochen wird. Deshalb wird der Brunnenschacht nur so verfüllt, dass die Maßnahme rückgängig zu machen ist. Hinweise sollen auf seinen Standort aufmerksam machen.

„Der Tiefen-Brunnen, der Mitte Februar bei den Bauarbeiten auf dem Loches-Platz gefunden wurde, hat historischen Wert und muss für die Nachwelt erhalten werden“, stellt die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion fest. Das geht demnach aus dem Gutachten des Amtes für Bodendenkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) hervor, das die Stadt Wermelskirchen unmittelbar nach dem überraschenden Fund in Auftrag gegeben hatte.

Das bedeute jedoch nicht, dass der runde Brunnen, der im oberen Bereich aus Ziegeln und darunter aus Bruchsteinen gesetzt ist, wieder aufgebaut werden muss, erläutert Michaela Böllstorf, die die Untere Denkmalbehörde der Stadt Wermelskirchen vertritt: „Da oberirdisch nichts zu dem Brunnen gefunden werden konnte, sondern nur die Mauern im Erdreich, wird der Brunnen nun reversibel verschlossen.“ Reversibel bedeutet in diesem Fall, dass nicht etwa Beton in den runden Schacht gekippt wird, sondern der Brunnen zukünftig gegebenenfalls wieder freigelegt werden kann.

Brunnen wird mit Kies verfüllt

Der etwa zwölf Meter tiefe Brunnen, der einen Durchmesser von 1,20 Metern hat, wird in Abstimmung mit dem LVR und dem Projekt-Entwickler, der Volksbank Rhein-Lahn-Limburg als Bauherrin und Investorin, mit Kies verfüllt.

„Der Kies kann bei Bedarf notfalls wieder ausgehoben werden“, betonen die Beteiligten. So wird auch gewährleistet, dass der historische Brunnen nicht zerstört wird, heißt es aus der Unteren Denkmalbehörde der Stadt.

„Anschließend machen wir die Stelle, an der sich der Brunnen befindet, an der Oberfläche des künftigen Parkplatzes kenntlich“, beschreibt Michaela Böllstorf das weitere Vorgehen. Voraussichtlich werde ein Schmuckdeckel auf die genaue Stelle hinweisen, an der sich der Brunnen befindet.

Wie genau der Schmuckdeckel aussehen soll, der auf den historischen Tiefen-Brunnen hinweist, soll in den kommenden Wochen in Zusammenarbeit mit dem Bergischen Geschichtsverein entschieden werden. „Bei dem Schmuckdeckel handelt es sich um einen Kanaldeckel, der vielleicht das Stadtwappen oder ein Brunnenlogo und die Aufschrift ,Historischer Brunnen der Fabrik Schumacher-Schmidt‘ zeigen wird“, berichtet Michaela Böllstorf: „Zusätzlich dazu wird eine Informations-Stele an einer nicht störenden Stelle – beispielsweise zwischen den Bäumen am Bürgersteig – aufgestellt, die dann auf den Brunnen hinweisen wird.“

Alte Fotos sollen die Geschichte des Brunnens erzählen

Unter anderem alte Fotos sollen auf der Stele die Geschichte des Brunnens erzählen, der vermutlich zur ehemaligen Weberei Schumacher-Schmidt gehörte. Das geht aus historischen Karten der Stadt und Bildern des Fabrikgebäudes hervor, das im Jahr 1854 errichtet wurde. Erweiterungsbauten kamen in den Jahren 1864 sowie 1871 hinzu, bevor die Fabrik 1970 abgerissen wurde.

Weitere Informationen zur Datierung des Brunnens liegen nach Angaben der Stadtverwaltung nicht vor. Vom LVR heißt es: „Daher bleibt unklar, ob der Brunnen bereits älteren Ursprungs und noch vor der Fabrik entstanden ist.“

Aktuell ist der Brunnen noch nicht ganz aufgefüllt. Etwa fünf Meter fehlen noch, die in den kommenden Tagen mit Kies weiter verfüllt werden sollen.

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