Lichtblicke oder Schattenwurf

Reimund Lenth ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Hückeswagen. Foto: Astrid Lorenz
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Reimund Lenth ist Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde in Hückeswagen.

Ein Geistlicher macht sich Gedanken

Von Pfarrer Reimund Lenth, Ev. Kirchengemeinde Hückeswagen

Als größte Friedensrede ging die Bergpredigt (Matthäus 5-7) in die Weltgeschichte ein. Gott und die Welt, erklärt von Jesus. Inspirationsquelle von Ghandi, Mandela, Bonhoeffer und Martin Luther King. Aus dieser Rede stammen die Worte: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Menschen werden zu Lichtquellen.

Die überaus große Hilfsbereitschaft ist einer der herausragenden Lichtblicke in einer verheerenden Katastrophe, wo Menschen nur noch das nackte Leben blieb, und zu oft nicht einmal das. In Mayschoss an der Ahr wurde die Kirche zum Umschlagplatz für Hilfsgüter. Ganz pragmatisch. Ich weiß nicht, ob da noch Gottesdienste stattfinden. Aber ich frage mich, ob das nicht „Gottesdienst“ ist.

Gottesdienst als gutes Werk, ob mit der Schaufel in der Hand, als Geldgeber, Hilfen durch Rettungsdienste und Organisationen.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Einige kommen zum Gaffen. Sie stehen im Weg für ein Foto, Video. Andere bringen ihre Ideologien, als könnten Ideologien aus der konkreten Not helfen. Schlimmer noch: Im Internet werden betrügerische Dienste angeboten, um Notleidende abzuzocken. Da werden, die fast alles verloren haben auch noch skrupellos bestohlen.

Im Strafrecht gibt es die Möglichkeit der Strafmilderung. Warum nicht auch die der Strafverschärfung? Ich persönlich bin der Meinung, dass dies angemessen wäre, wenn Täter die Notsituation von Menschen schamlos für ihre niederträchtigen Taten ausnutzen. Aber hier wäre der Gesetzgeber gefragt.

Doch schauen wir auf die Lichtblicke. „Lasst euer Licht auch weiter leuchten.“ Lasst nicht nach zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Der Winter kommt und dann verschärft sich die Not. Die Hilfsbereitschaft hat etwas von einem Marathonlauf. Mit Ausdauer, oft unter Schmerzen, wird das Ziel erreicht, dann aber die leuchtenden Augen! Das Ziel wäre, dass dann einmal wieder die Menschen aufatmen und in Frieden leben.

„Wir schaffen das!“ oder wie in dem alten Spiritual heißt: „We shall overcome!“ Und vielleicht singen wir dann einmal im Rückblick „Großer Gott wir loben dich!“

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