Bühne

Leif de Leeuw-Band gibt im Eifgen alles

Die Leif de Leeuw Band begeisterte im Haus Eifgen. Links: Leif de Leeuw, Dritter von links: Gitarrist und Sänger Sem Jansen.
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Die Leif de Leeuw Band begeisterte im Haus Eifgen. Links: Leif de Leeuw, Dritter von links: Gitarrist und Sänger Sem Jansen.

Niederländische Band präsentiert Musik der Allman Brothers.

Von Peter Klohs

Die Allman Brothers Band war von 1969 bis 2014 die Speerspitze des Southern Rock – einer Spielart der Musik, die im Süden der USA ihr Zuhause hat und durch gitarrenlastige, durchaus deftige bluesverwandte Töne charakterisiert werden kann. Außerdem sind zum Teil ellenlange instrumentale Improvisationen Bestandteil dieser Musik. Stücke von mehr als 20 Minuten Länge sind keine Seltenheit. Weitere recht bekannte Gruppen des Southern Rock sind Lynyrd Skynyrd und Molly Hatchet.

Wenn nun eine aus den Niederlanden stammende Band in Konzerten die Musik der Allman Brothers spielt, dann sollte sie musikalisch einiges auf dem Kasten haben. Zweistimmige Gitarrensätze sind obligatorisch, zwei Drummer notwendig, ein Sextett sollte es schon sein. All das bietet die Leif de Leeuw Band, wovon sich mehr als 50 Gäste im Haus Eifgen überzeugen konnten.

Gitarrist wurde als Besterin Benelux ausgezeichnet

Der Bandleader Leif de Leeuw ist bereits als bester Gitarrist der Benelux-Länder ausgezeichnet worden. Das gesamte Sextett ist musikalisch hoch ausgefuchst und beschlagen. Die beiden Drummer Joram Bemelmans und Tim Koning bedienen jeweils minimalistische Drumsets, aber da beide kongenial zusammenarbeiten, fällt das soundmäßig gar nicht auf.

Mit einem kurzen Instrumental beginnt das Konzert. Sofort ist klar, wohin die musikalische Reise des Abends geht: Es wird rau, deftig und grandios. Schließlich sind die holländischen Allman Brothers in der Stadt.

„Blue Sky“ ist eines der Stücke, das die Allmans gerne und oft bei Konzerten spielten. Leif de Leeuw nutzt es, um seine Fähigkeiten an der Gitarre vorzustellen; sein Solo ist lang und beinhaltet außer sensiblen Blue-Notes auch die Abmessung des Griffbrettes in atemberaubender Geschwindigkeit. Es folgt „Hot Lanta“, bei dem die beiden Schlagzeuger solieren dürfen. Wer jetzt nicht zumindest füßewippend der Musik zuhört, wird in diesem Leben keinen Zugang zu packenden Rhythmen und dynamischen Gitarrensoli erhalten. Es groovt, es swingt, es macht Spaß. Grundlage der Musik ist der Blues, aber er wird im Laufe der beinahe zwei Stunden mit allen möglichen Spielarten gekreuzt: Natürlich mit dem Rock, aber auch Funkeinflüsse sind deutlich hörbar (Rockin‘ Horse) und auch der Jazzrock ist hie und da nicht weit (Dreams). Mit „One way out“, einem Boogie mit straffer Energie, endet der offizielle Set der Leif de Leeuw Band. Aber natürlich hat das Publikum noch nicht genug und bekommt in der Zugabe den bekanntesten Hit der Allman Brothers: „Jessica“, diese elegante und virtuose Mischung aus Country, Bluesrock, den typischen zwei Akkorden, die es dem Gitarristen erlauben, sich vollends auszutoben, und mitreißendem Rhythmus. Die Band ist nach der zweiten Zugabe sichtbar platt, sie hat alles gegeben.

Natürlich ist es müßig, auf alle bei Fans beliebten Allman-Songs zu hoffen. Es gab kein „Whipping Post“ und kein „Melissa“, was zu verschmerzen war. Dass aber das Stück, das die Allman Brothers in jedem Konzert gespielt haben („In Memory of Elizabeth Reed“) nicht gespielt wurde, ist hart am Rande der Unverzeihlichkeit. Dafür hätte man dann gerne auf „Bad Little Doggie“ verzichtet, was streng besehen nicht von den Allmans, sondern vom Nebenprojekt Gov’t Mule stammt.

Aber das ist Jammern auf einem hohen Niveau. Es war ein toller Abend.

Termine

Am 1. Oktober gastiert um 20 Uhr Scott Mickelson mit einer Mischung aus West Coast und Southern Rock im Haus Eifgen. Am 2. Oktober gibt sich die Peter Nonn
Bluesband aus Leverkusen die Ehre. Und am 5. Oktober spielt Shane Hennessy Virtuoses.

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