Keine Gastronomie mehr

Lebenshilfe verlässt das Hallenbad

Das Team der Lebenshilfe ging 2014 im Quellenweg an den Start. Jetzt ist für die Mitarbeiter die Zeit dort vorbei. Archivfoto: Schmitz
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Das Team der Lebenshilfe ging 2014 im Quellenweg an den Start. Jetzt ist für die Mitarbeiter die Zeit dort vorbei.

Vorerst wird es keine Gastronomie mehr für die Gäste geben. Das Team bewirtet ab Februar die Cafeteria des Gymnasiums.

Von Anja Carolina Siebel

Für passionierte Schwimm- und Saunagäste ist es keine gute Nachricht: Das engagierte Team der Lebenshilfe zieht Ende des Jahres aus dem Hallenbad im Quellenweg aus.

Seit 2014 gab es dort das Konzept, dass behinderte und nicht behinderte Menschen die Gastronomie betrieben. „Leider passierte es in letzter Zeit öfter, dass unsere Mitarbeiter sehr spontan nicht im Hallenbad arbeiten konnten, weil das Bad wegen Personal-Erkrankungen schließen musste“, erklärt Lebenshilfe-Geschäftsführer Axel Pulm.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel

Schon länger ist bekannt, dass es dem Schwimmmeister-Team an Personal fehlt. Ist jemand erkrankt, lassen sich Bad- und Saunaaufsicht sowie Reinigung kaum stemmen. Die Folge sind oft tageweise Schließungen. „Sobald das neue Hallenbad eröffnet ist, sind wir gerne wieder bereit zusammen zu arbeiten“, sagt Axel Pulm. „Es hat uns immer viel Spaß gemacht.“

Nun gibt es neue Aufgaben für das Gastronomie-Team der Lebenshilfe. Das Städtische Gymnasium hat Bedarf.

„Der bisherige Caterer wird den Betrieb hier einstellen, weil kaum noch Kinder ein Mittagessen in Anspruch genommen haben“, berichtet Schulleiterin Elvira Persian. Bei 1200 Schülern des Gymnasiums seien es nur noch rund 20 Essen gewesen, die benötigt wurden. Der Grund sei unter anderem der Wechsel zu G9.

Die Gymnasiasten haben wieder eine neunjährige Schulzeit bis zum Abitur und haben deshalb keinen Nachmittagsunterricht mehr. Schluss ist spätestens um 14 Uhr.

Allerdings werden am Gymnasium Fünft- und Sechstklässler nachmittags von Mitarbeitern der Katholische Jugendagentur (KJA) bereut, von denen einige mittags essen. „Außerdem möchten wir auf die Cafeteria nicht verzichten, wenn das auch Luxus ist“, räumt Elvira Persian ein.

Deshalb fand die Schulleitung mit der Lebenshilfe zusammen. Die Schule erhofft sich von dem neuen Konzept ein etwas anderes Angebot, vielleicht mit einem größeren Schwerpunkt auf Snacks oder Leckereien aus der Cafeteria.

Schulleiterin findet das Konzept charmant

„Charmant“ findet Elvira Persian die Zusammenarbeit mit den behinderten Menschen. „Ich bin gespannt, welche Erfahrungen wir sammeln“, freut sich die Schulleiterin auf den Jahresanfang.

Auch Axel Pulm von der Lebenshilfe sieht in der kulinarischen Betreuung des Gymnasiums eine Chance. „Wir wollen viele gesunde Gerichte anbieten, eventuell auch Fairtrade. Das werden wir mit der Schule aber noch abstimmen.“

Anfang Februar geht es am Gymnasium los. Allerdings wird es dann keine Gastronomie mehr am Hallenbad geben. „Eine Nachfolge ist leider nicht gefunden“, bestätigt Andreas Voß vom Sportamt.

Als im städtischen Hallenbad am Quellenweg Ende 2013 die Gastronomie schon mal einige Zeit ohne Betreiber dastand – Besucher des Bades hatten keine Möglichkeiten, sich Getränke oder einen Imbiss zu kaufen, ergriff die Lebenshilfe die Chance.

G 9 AN GYMNASIEN

REGELUNG Anfang Juli 2018 besiegelte der Landtag in NRW endgültig die Abkehr vom achtjährigen „Turbo-Abi“, das im Schulgesetz 2005 beschlossen worden war. Das neue Gesetz lässt Gymnasien nun die Möglichkeit, sich für den Erhalt von G 8 auszusprechen. In NRW startete die Umstellung zu G 9 an öffentlichen Gymnasien im Schuljahr 2019/2020 mit den Fünft- und Sechstklässlern.

„Die Notwendigkeit, das Angebot im Schwimmbad, auch als Erfüllung der kommunalen Aufgabe, den Bürgern Wermelskirchens eine attraktive Sport- und Freizeitmöglichkeit zu bieten, wurde immer deutlicher und auch von vielen Stimmen gefordert“, heißt es auch auf der Internetseite. So entschloss sich die Verwaltung, zusammen mit dem Partner Lebenshilfe, die Cafeteria wieder zu eröffnen.

Nicht nur für die Stadt, auch für die Werkstatt Lebenshilfe war der Cafeteria-Betrieb zuerst Neuland. In diesem, für Wermelskirchen ersten, inklusiven Projekt entstanden neun betriebsintegrierte Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigung. » Standpunkt

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