Mitgliederschwund

Lebenshilfe: Verein braucht neue Mitglieder

Der Vorstand der Lebenshilfe Bergisches Land wurde im Amt bestätigt: (v.l.) Jutta Wichert-Schwiergolik, Regine Gembler, Christian Aÿ, Bodo Fischer, Jürgen Graef, Nicole Betz, Britta Eschbach, Brigitte Thiel und Annette Kilp-Haag.
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Der Vorstand der Lebenshilfe Bergisches Land wurde im Amt bestätigt: (v.l.) Jutta Wichert-Schwiergolik, Regine Gembler, Christian Aÿ, Bodo Fischer, Jürgen Graef, Nicole Betz, Britta Eschbach, Brigitte Thiel und Annette Kilp-Haag.

Vorstand wird bei Jahresversammlung einstimmig im Amt bestätigt.

Von Markus Schumacher

Gegen einen rapiden Mitgliederschwund will der Verein Lebenshilfe Bergisches Land ankämpfen. Das machte Vorsitzende Brigitte Thiel bei der Jahreshauptversammlung deutlich. Der Vorstand hatte die Sitzung extra in den Oktober gelegt, damit coronabedingt die Mitglieder die Möglichkeit hatten, live vor Ort zu sein. 25 machten davon auch Gebrauch. Zusätzlich wurde es aber auch ermöglicht, online an der Sitzung teilzunehmen: Dieses Angebot nutzten nur zwei Mitglieder.

Brigitte Thiel berichtet, dass sich der Vorstand auch in der Coronazeit regelmäßig zu Online-Sitzungen zusammengefunden hätte. Die sonst regelmäßig stattfindenden Aktionen, wie etwa die Beteiligungen an der 5.-Mai-Aktion, dem Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, oder den Beteiligungen an Märkten in Hückeswagen, Wipperfürth oder Wermelskirchen hätten dagegen leider ausfallen müssen.

„Wir wollen sichtbar bleiben.“

Brigitte Thiel, Vorsitzende der Lebenshilfe Bergisches Land

Der Verein hat sich aber an der Petition „Keine Einschränkungen der Flexibilität von Verhinderungspflege durch die Pflegereform 2021“ beteiligt: Es konnten mehr als 50 000 Unterschriften gesammelt werden. Es werde nun gespannt nach Berlin geschaut, was die neue Regierung daraus machen wird.

In diesem Jahr standen turnusgemäß die Vorstandswahlen an. Brigitte Thiel wurde als erste Vorsitzende, Christian Aÿ als stellvertretender Vorsitzender und Annette Kilp-Haag als Schatzmeisterin einstimmig von der Mitgliederversammlung wiedergewählt. Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurden alle sechs Beisitzerinnen und Beisitzer.

Neu ausrichten will sich die Lebenshilfe Bergisches Land im kommenden Jahr, auch sollen neue Mitglieder akquiriert werden. „Der Vorstand wird sich dazu Anfang 2022 zu einer Klausurtagung treffen“, erklärt Brigitte Thiel auf Nachfrage. Dort werde man dann bei der Umstrukturierung auch professionell begleitet. „Wir wollen wissen: Wie gehen wir auf die Leute zu?“, sagt die Vorsitzende. Facebook oder Instagram seien da wohl sinnvoller als ein neuer Flyer.

„Es kommen ja sehr viele Eltern mit ihren Kindern in die Frühförderung zu uns“, berichtet Brigitte Thiel, „die wollen wir von einer Mitgliedschaft überzeugen.“ Als Mitglied der Lebenshilfe habe man viele Vorteile, sagt Brigitte Thiel. „Da erhalten Sie unter anderem durch unsere Zeitung Informationen, an die sie sonst kaum rankommen“, wirbt sie.

Und für den Verein bedeuteten mehr Mitglieder natürlich, auch besser wahrgenommen zu werden und eine gewichtigere Stimme zu haben.

Für die Öffentlichkeit und betroffene Eltern werden auch wieder Informationsveranstaltungen angeboten. „Alle zwei bis drei Jahre wieder haben wir das Thema Wissenswertes über das behindertengerechte Testament“, nennt Brigitte Thiel ein Beispiel. Ein anderes Mal soll es um die Frage gehen: Was tun, wenn mein behindertes Kind 18 wird?

„Da gibt es einiges zu beachten“, weiß die Vorsitzende aus eigener Erfahrung. So wüssten viele auch nicht, dass ein Behinderter ein Leben lang Anrecht auf Kindergeld habe. Auch Schulen hätten da oft Informationsdefizite. „Wir werden uns weiter an Aktionstagen und Petitionen beteiligen“, betont Brigitte Thiel, „wir wollen sichtbar bleiben.“

Lebenshilfe Bergisches Land

Der Verein Lebenshilfe Bergisches Land gehört mit seinen drei Sozialunternehmen (Werkstatt Lebenshilfe Bergisches Land, Lebenshilfe Service Bergisches Land, LPlus) an 28 Standorten im Bergischen und etwa 500 hauptamtlichen Mitarbeitenden zu den großen Sozialunternehmen in Rheinisch-Bergischen und im Oberbergischen Kreis.

Kontakt: Lebenshilfe Bergisches Land e.V., Altenhöhe 11 in 42929 Wermelskirchen. Tel. (0 21 96) 95 01 11 verein@lhbl.de

Standpunkt: Lobby für Behinderte

Von Markus Schumacher

markus.schumacher@rga.de

Wenn Sie den Eindruck haben, dass der Verein Lebenshilfe im Bergischen Land doch irgendwie schon immer da war, liegen Sie damit gar nicht so daneben. Tatsächlich wurde er schon 1964, also vor über 57 Jahren gegründet, als sich ein Jahr zuvor einige Sonderschullehrer aus dem Rhein-Wupper-Kreis zusammentaten, um die Ideen der bundesweit gegründeten „Lebenshilfe“ vor Ort zu konkretisieren. Heute ist es einer der größten Anbieter der Region von Unterstützungsangeboten für Menschen mit Behinderung. Auch schon seit über vier Jahrzehnten gibt es zudem zur Unterstützung der Teilhabe am Arbeitsleben eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung, die ihren Stammsitz in Wermelskirchen hat. Das alles ist auch akut nicht gefährdet. Und doch klagt der Verein über rapide abnehmende Mitgliederzahlen. Er belässt es nicht beim Klagen, sondern will aktiv dagegen angehen. Auf der Homepage des Vereins, www.lhbl.de, werden gute Gründe für eine Mitgliedschaft aufgeführt. Und offen ist der Verein natürlich für alle Menschen.

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