Fördertopf

Leader: Kommunen wollen weitermachen

Auch der Bergische Fahrradbus ist ein Projekt, das durch Leader gefördert wurde. Foto: Dominik Ketz
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Auch der Bergische Fahrradbus ist ein Projekt, das durch Leader gefördert wurde.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Die Agentur mit Sitz in Burscheid wartet auf die Entscheidung vom Land, ob ein weiterer Fördertopf geöffnet wird.

Wermelskirchen. Zurzeit wird gespannt gewartet beim Verein Leader Bergisches Wasserland. Werden der Rheinisch-Bergische und der Oberbergische Kreis erneut zur Leader-Region gewählt? Und können so weitere Projekte im ländlichen bergischen Raum nachhaltig gefördert werden? Die Entscheidung darüber trifft in diesen Tagen das Umweltministerium des Landes Nordrhein Westfalen. „Wir wollen weitermachen – und die Vertreter der Kommunen wollen es auch“, sagt Martin Deubel, Regionalmanager bei Leader Bergisches Wasserland.

Er sei auch guter Dinge: „Vom Flurfunk weiß ich, dass es in 42 von insgesamt 46 Regionen weitergeht. Da sieht es für unsere Region Bergisches Wasserland recht gut aus.“

Seit 2016 gibt es die Fördermöglichkeit durch Leader in der bergischen Region. Beteiligt sind acht Kommunen aus dem Oberbergischen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Aus Rhein-Berg sind Wermelskirchen, Burscheid, Odenthal und Kürten dabei.

Die Leader-Förderung gibt es in der Europäischen Union bereits seit 1991. Ziel ist es, Projekte zu fördern, die zur Steigerung der Wirtschaftskraft und der Lebensqualität in ländlichen Gemeinden beitragen. Grundlage für die Förderung einzelner Maßnahmen im Rahmen von Leader sind überzeugende regionale Entwicklungsstrategien, mit denen sich Zusammenschlüsse mehrerer Kommunen zum Start einer EU-Förderperiode als Leader-Region qualifizieren müssen.

80 Projekte gab es bereits in der bergischen Region

In der bergischen Region wurden seit 2016 bereits 80 Projekte gefördert. Dazu gehören zum Beispiel der Bergische Fahrradbus, der Radler durch den Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis transportiert, die Schultour des Wermelskirchener Jugendcafé Juca, bei der bekannte Bands aus ganz Deutschland Schulklassen besuchen und später gemeinsame Konzerte veranstalten, oder die Holzschnitzel-Heizung, die im Freibad Dabringhausen für eine Energiewende sorgte.

„Eine Jury unseres Vereinsvorstands entscheidet darüber, ob das jeweilige Projekt förderwürdig ist oder nicht“, erklärt Martin Deubel. Bisher sei die Auswahl gemischt gewesen. „Wir hatten auch schon Bewerbungen, die wir für nicht so förderwürdig hielten; in der Regel sind die eingereichten Projekte aber vielversprechend.“ Ob die ausgewählten Projekte letztlich das halten, was sie versprechen, wissen die Leader-Förderer indes auch nicht, wenn sie sie ausgewählt haben.

In der 13. Leader- und der zweiten Regionalbudget Bewerbungsrunde hatten sich 24 Projekte um eine Förderung beworben. Am 22. März beschloss die lokale Aktionsgruppe der Leader-Region, dass davon alle drei Projekte und 17 von 21 Regionalbudget Projekten gefördert werden sollen.

Regional-Budget-Projekte zum Beispiel der Fitness-Parcours an der Waffelpause (Balkantrasse), die Aktion „Leerstand wird Lehrstand“, die unter anderem vom Wermelskirchener Marketingverein WiW initiiert wurde, oder die Veranstaltungsbühne in Dabringhausen. Auch Burscheid mischt ordentlich mit. Mit der Aktion „Lebendiges und erlebnisreiches Burscheid“ zum Beispiel, der Mobilitätsaufwertung im Stadtteil Hilgen oder dem Digitalen Upgrade. Die 17 Projekte erhalten zusammen rund 180 000 Euro Förderung. Die Fördermittel stammen zu 90 Prozent vom Land Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland. Das Geld wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) eingesetzt. Die Kreise stellen die Eigenmittel zur Verfügung.

Die drei großen Projekte sind ein Mehr-Generationen Outdoor Bewegungsparcours an der Parkanlage Ohler Wiesen in Wipperfürth, eine Outdoor-Boulderanlage in Odenthal sowie das Projekt „Phönix E-Sports, ebenfalls in Wipperfürth. Sie erhalten zusammen eine Förderung von rund 104 000 Euro, die vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, unter NRW-Beteiligung stammt.

Bewerbung

Die Aktionsgruppe der Leader Region Bergisches Wasserland ruft Interessierte auf, vom 1. Mai bis 31. Mai 2022 Bewerbungen für die Förderung von Projekten aus allen Handlungsfeldern der regionalen Entwicklungsstrategie einzureichen. Dafür stehen Fördermittel in Höhe von mindestens 69 000 Euro zur Verfügung. Bewerbung unter

leader-bergisches-wasserland.de oder zahn@leader-bergisches-wasserland.de.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Der Bergische Fahrradbus, die Energiewende im Freibad Dabringhausen oder die wunderbare Schultour des Jugendcafé Juca. Alles Projekte, die in den letzten Jahren eine Leader-Förderung erhalten haben. Zu Recht, versteht sich. Es sind allesamt Projekte, auf die die Menschen in der Region wohl kaum noch verzichten möchten. Einige von vielen. Kaum vorstellbar, dass es jetzt schon zu Ende sein soll mit den Leader-Förderungen. Es handelt sich um gemeinnützige Projekte, die allesamt dem Zusammenleben in der ländlichen Region dienen. Die beteiligten Kommunen und viele Bürger sind begeistert von dieser Idee, die seit dem Jahr 2016 in der Region Schule gemacht hat. Deshalb heißt es jetzt Daumen drücken für Leader Bergisches Wasserland.

Hoffen darauf, dass auch weiterhin kreative Ideen die Chance bekommen, auf diese Weise gefördert zu werden. Denn ohne die Förderung wäre die Realisierung vieler toller Projekte gar nicht erst möglich gewesen. Wären kreative Köpfe vielleicht auch gar nicht erst auf entsprechende Ideen gekommen. Also: Fest die Daumen drücken für Leader Bergisches Wasserland.

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