Förderung

Leader: Kleine Projekte kommen gut an

Die Feierabendmärkte können auch künftig durch das sogenannte Regionalbudget stattfinden. Archivfoto: Doro Siewert
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Die Feierabendmärkte können auch künftig durch das sogenannte Regionalbudget stattfinden. Archivfoto: Doro Siewert
  • Anja Carolina Siebel
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Auch der Bergische Feierabendmarkt gehört dazu – Vier Kommunen profitieren von einer Förderung

Wermelskirchen. Es waren vor allem die kleinen Projekte, die diesmal von einer Leader-Förderung profitierten. Aber nicht aus dem großen Leader-Topf, sondern aus dem neuen Förderprogramm „Regionalbudget“. Nur zwei Monate nach der Projektauswahl sind die Humuswerkstatt in Dabringhausen, der Unverpacktladen in Marienheide und der Bergische Feierabendmarkt erfolgreich gestartet.

„Die Bürger im Bergischen Wasserland haben viele gute Ideen und sie wissen am besten, wie man die Region weiter voranbringt“, betont Regionalmanagerin Céline Zahn vom Verein Leader Bergisches Wasserland. Die kleinen Projekte hätten den Vorteil, dass sie schnell umgesetzt werden könnten, unterstreicht auch Martin Deubel von Leader. „Viele brauchen schnell Geld, manchmal auch, um effektiv weitermachen zu können“, erinnert Deubel beispielsweise an das Freibad Dabringhausen. Der Förderverein dort hatte vor gut zwei Jahren Geld für eine Heizanlage beantragt und schließlich bekommen. Mit dem Vorteil, dass der Vorstand jetzt enorm viel Geld beim Freibad-Betrieb spart.

Seit dem Jahr 2016, als Leader offiziell an den Start ging, wurden schon 59 Projekte mit einem Fördervolumen von 2,5 Millionen Euro vom Vorstand ausgewählt.

Neu ist seit diesem Jahr die Förderung kleiner Projekte bis 20 000 Euro, eben das erwähnte Regionalbudget. Im März wurden 17 Projekte ausgewählt. „Wir haben versprochen, dass die Abwicklung und Refinanzierung schnell geht – und genau so ist es auch“, erklärt Céline Zahn. Das war dann auch so. Alle Projekte haben Ihre Vorbereitungen gestartet und drei sind bereits umgesetzt.

In den letzten beiden Wochen starteten die Bergischen Feierabendmärkte, die wie berichtet im wöchentlichen Wechsel in den Kommunen Hückeswagen, Wipperfürth, Wermelskirchen und Burscheid stattfinden.

„Der Auftakt des Feierabendmarktes in Hückeswagen war sehr erfolgreich, vor allem die gute Stimmung begeistert“, urteilt Ursula Mahler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Leader. Und in Wermelskirchen schloss sich die gute Stimmung quasi nahtlos an. Die beiden ersten Märkte waren gut besucht und die Menschen genossen sichtlich das abwechslungsreiche Angebot, gerade weil es nach Feierabend angeboten wird – und nach dem Lockdown eine willkommene Abwechslung bietet.

„Es könnte nur ein wenig mehr publiziert werden, dass die Feierabendmärkte eben vor allem möglich sind, weil es eben die Regionalförderung gibt“, wünscht sich Martin Deubel.

Humuswerkstatt kann durch Förderung Jungpflanzen anbauen

Zufrieden ist auch Melanie Küsel, Inhaberin der Genussmühle, dem ersten Unverpacktladen in Marienheide: „Die Menschen freuen sich, dass sie hier ihre Einkaufsmengen exakt selbst bestimmen und plastikfrei vor Ort einkaufen können. Verkaufsschlager sind derzeit eindeutig regionale Produkte, Biobackwaren und – trotz der Hitze – Schokolade.“

Ebenfalls regionale Ware verkaufen die Betreiber der Humuswerkstatt in Dabringhausen. Neben biologisch und regional selbst angebautem Gemüse und Obst haben sie durch Leader nun auch entsprechende Jungpflanzen im Angebot. „Nicht zuletzt durch die Pandemie-Situation bauen immer mehr Menschen Gemüse selbst an und fragen nach Jungpflanzen. Dafür fehlten uns als junges Start-up aber spezielle Geräte und Materialien. Durch das Regionalbudget konnten wir es schnell anschaffen und die Pflanzen nun anbieten“, erklärt Marius Frey von der Humuswerkstatt.

Dieses Jahr können voraussichtlich noch kleinere Leader-Projekte ausgewählt werden, im nächsten Jahr wird es das Regionalbudget auf jeden Fall noch einmal geben, kündigt die Agentur an. Beides werde rechtzeitig öffentlich bekannt gegeben. | Standpunkt

Informationen gibt es in der Geschäftsstelle unter Tel. (0 21 74) 7 40 12 66 und im Internet:

www.leader-bergisches-wasserland.de

Hintergrund

In der Leader Region Bergisches Wasserland wurde das neue Förderprogramm „Regionalbudget“ sehr gut angenommen. Dieses Programm für kleinere und rein investive Maßnahmen, dass die Landesregierung NRW für Leader-Regionen gestartet hat, fördert bis zu 80 Prozent der Projektkosten. Die Projekte müssen alle im laufenden Jahr umgesetzt werden. Die vorgeschlagenen Projekte sind dabei völlig unterschiedlich.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Manchmal muss es gar nichts besonders Großes sein – und dennoch profitiert die ganze Region davon. Das macht die Leader-Projekte aus. Ausdrücklich erwünscht ist bei diesen Projekten der Nutzen für die Allgemeinheit. Und wenn man sich anschaut, wie viel Positives seit 2016 mit diesen Förderungen wachsen konnte, kann man erahnen, welche Bedeutung Leader bereits erlangt hat. Beispiel Freibad Dabringhausen. Ohne die geförderte Heizungsanlage wäre es für Förder- und Betreiberverein sicher schwierig gewesen, die teuren Heizkosten weiter zu tragen. Gerade auch wegen der schleppend fließenden Einnahmen, zuletzt wegen der Corona-Pandemie und den daraus resultierenden Auflagen. Aber auch die kleinen Förderungen, etwa für die Humuswerkstatt oder die Feierabendmärkte in vier Kommunen, unter anderem Wermelskirchen und Burscheid, sind attraktiv. Und zwar städteübergreifend. Was für eine Bereicherung. Bleibt zu hoffen, dass sich auch in der nächsten Leader-Runde, die jetzt bald starten soll, wieder viele Initiativen mit tollen Projekten melden werden. Es dient letztlich allen.

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