Region

Leader fördert 20 regionale Projekte

Martin Deubel von Leader freut das große Interesse. Archivfoto: rk
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Martin Deubel von Leader freut das große Interesse.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Acht von ihnen kommen aus Wermelskirchen und Burscheid – Viele hatten sich für Kleinprojekte beworben.

Wermelskirchen. Matthias Kirch und seine Vereinskollegen sitzen in den Startlöchern. „Die Corona-Pandemie bremst uns natürlich gerade aus“, sagt der Vorsitzende des Vereins Dorfkultur aus Dabringhausen. Erst im Jahr 2020 hatten die rührigen Ehrenamtler den Verein gegründet – um Kleinkunst und Kultur, aber auch etwas Musik im Dorf zu etablieren.

Und jetzt darf sich Dorfkultur schon über eine Förderung der Leader-Agentur freuen: Mit 3500 Euro wird für den Verein die Anschaffung einer mobilen Veranstaltungsbühne gefördert. „Eigentlich sind das einzelne Bühnenelemente“, erklärt Vorsitzender Matthias Kirch. „Sie helfen uns aber, mehr Veranstaltungen im Dorf anbieten zu können.“ Zum Einsatz kommen könnte die Bühne etwa bei Konzerten, wie es sie initiiert von Dorfkultur zum Beispiel im Dabringhauser Freibad schon gab.

Die lokale Aktionsgruppe Leader Bergisches Wasserland entschied am Montag, insgesamt 20 Projekte zu fördern. In Summe wurden dafür rund 290 000 Euro reserviert. Unter den 20 Projekten sind drei Projekte, die mit etwa 142 000 Euro Leader-Mitteln gefördert werden und 17 sogenannte regionale Kleinprojekte, für die etwa 146 000 Euro eingeplant sind.

Geschäftsführer freut sich über ungewöhnlich großes Interesse

„Wir freuen uns, dass diesmal ein so großes Interesse bestand und es entsprechend viele Bewerbungen bei uns gab“, sagt Martin Deubel, Geschäftsführer der Leader-Agentur mit Sitz in Burscheid. Nächstes Jahr soll es deshalb wahrscheinlich eine erneute Förderung der Kleinprojekte geben.

Zu den Kleinprojekten zählt auch der Feierabendmarkt den der Stadtmarketingverein WiW zusammen mit anderen Städten plant (der WGA berichtete). Zudem erhält die Miteinander gGmbH in Dabringhausen 4000 Euro Unterstützung für einen Bücherschrank; und die Humus-Werkstatt im Dabringhauser Ortsteil Bremen bekommt 15 000 Euro für die Anzucht torffreier Pflanzen. „Wir bauen Pflanzen ausschließlich unter Einsatz von Kompost an“, erklärt Geschäftsführer Lukas Worth auf Nachfrage. Der Torf, den Kunden häufig mitkaufen, wenn sie Jungpflanzen beispielsweise in Baumärkten erstehen, stamme häufig aus Osteuropa und werde unter ökologisch schlechten Bedingungen gewonnen. „Uns ist deshalb wichtig, uns auf regionale Produkte zu konzentrieren“, sagt der Jungunternehmer. Aus diesem Grund würde die Humus-Werkstatt auch ausschließlich mit regional erworbenen Saatgut arbeiten.

Neben den Kleinprojekten gibt es die größeren Leader geförderten Projekte. So möchte der Förderverein der Stadtbücherei in der Nachbarstadt Burscheid beispielsweise mit dem Projekt „Raum der 100 Experimente“ die Burscheider Bildungslandschaft bereichern. Man will einen multifunktionalen Raum schaffen, der verschiedenen Nutzungen Rechnung trägt und insbesondere einen „Maker-Space“ einrichten. Das ist ein Raum in dem man zum Beispiel Coding-Workshops oder Robotikkurse durchführen kann.

Und: Die Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus möchte auf ihrem Grundstück wie berichtet einen integrativen Spielplatz bauen. Dieser soll allen Bürgern offenstehen und so für Familien einen attraktiven Verweilort schaffen. Er ist als Erweiterung des bestehenden Spielplatzes gedacht.

Die Leader-Agentur führt zurzeit eine Umfrage durch, bei der alle Bürger für die Zukunft nach Förderzielen und Themen befragt werden. Die Umfrage, eine vollständige Auflistung aller Projekte und Infos finden sich auf der Internetseite.

www.leader-bergisches-wasserland.de

Hintergrund

Zusammen mit den in den letzten Jahren ausgewählten 39 Projekten werden nun 59 Projekte in der Leader-Region unterstützt. Das bereitstehende Budget von etwa 2,65 Millionen Euro ist damit fast vollständig ausgeschöpft. Die regionalen kleinen Projekte rücken damit in Zukunft stärker in den Fokus.

Standpunkt: Tolle regionale Projekte

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Es ist schon bemerkenswert, welcher Ideenreichtum hinter den vielen regionalen Projekten steckt, deren Macher sich jetzt über eine Leader-Förderung freuen dürfen. Nicht umsonst hat die Jury allen das Go gegeben. Eint sie doch, dass sie allesamt einen großen Mehrwert für die Region und ihre Bewohner bieten. Während die jungen Unternehmer der Humus-Werkstatt den ökologischen Gedanken konsequent umsetzen und somit Hobbygärtnern die Möglichkeit bieten, ausschließlich Jungpflanzen aus der Heimat anzupflanzen, fördern beispielsweise die Mitglieder von „Dorfkultur“ eine Szene, die es so im beschaulichen Dabringhausen noch nicht gab: Kultur und Kleinkunst. Dass sie dafür künftig eine Bühne bekommen, ist super. Bleibt zu hoffen, dass sie bald auch zum Einsatz kommen darf. Dass Leader jetzt neben den bekannten Groß- auch Kleinprojekte fördert, ist absolut begrüßsenswert. Denn schon im aktuellen Bewerberverfahren wurde deutlich, dass das Interesse daran groß ist. Und all diese tollen Projekte bereichern die bergische Region auf ihre Weise.

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