Lasst uns nach einem Engel Ausschau halten

Pfarrerin Annette Stoll. Archivfoto: Frank Michalczak
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Pfarrerin Annette Stoll. Archivfoto: Frank Michalczak

Eine Geistliche macht sich Gedanken

Von Annette Stoll, Pfarrerin in der Klinikseelsorge am Sana-Klinikum Remscheid

Bunte Laternen leuchten in diesen Tagen in den Fenstern und erfreuen uns auf andere Weise als in den Jahren zuvor. Die Martinszüge konnten nicht stattfinden, aber Alternativen wurden gefunden. Viel Kreativität blüht auf in diesen Corona-Zeiten, neue Wege werden ausprobiert und gegangen. Manche bringen gute, längst überfällige Lösungen, andere bleiben nur Ersatzlösungen.

Über diesen ganzen Veränderungen sind viele aber auch müde geworden – es fehlt das „Normale“, es fehlen die unbeschwerten Treffen mit lieben Menschen, Sorgen werden schwer. Wenn ich in diesen Tagen draußen unterwegs bin, fällt mir auf, dass Menschen, die sich begegnen, sich häufig nicht mehr in die Augen schauen, sie halten die Augen gesenkt, als würde dadurch, dass man sich nicht anschaut, die Ansteckungsgefahr geringer.

Aber es ist wichtig, dass wir uns ansehen, dass wir einander wahrnehmen, dass auch wir wahrgenommen werden. St. Martin sieht den Bettler am Wegesrand, er nimmt wahr, was er braucht. Er lässt sich das Schicksal des anderen angehen und handelt danach. In diesem November brauchen wir es ganz besonders, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, die Augen offen halten und schauen, wer meine Zuwendung braucht.

Vieles ist gerade nicht so unbeschwert möglich, aber ein Telefonat, ein vorsichtiges Treffen zu zweit, ein gemeinsamer Spaziergang. . . – unsere Kreativität ist hier gefragt. Vielleicht brauchen auch wir gerade besondere Zuwendung oder haben den Eindruck, dass wir nicht gesehen werden. Einer der Namen Gottes ist „Ich bin ein Gott, der dich sieht“. Aber Gott sieht nicht nur: In der Geschichte, in der Gott diesen Namen bekommt, schickt er seinen Engel, der hilft. (1. Mose 16) Und so: Wenn uns das Leben gerade schwer wird, wenn wir den Eindruck haben, wir werden nicht gesehen, lasst uns Ausschau halten nach einem Engel – vielleicht ist er gerade unterwegs zu Dir!

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