Lange Haftstrafen für Schuleinbrecher

Vier Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren standen vor dem Landgericht Wuppertal

-dilo- Vier Angeklagte aus Remscheid sollen als Bandenmitglieder ins Gefängnis, nachdem sie Serieneinbrüche in Remscheid, Wermelskirchen und der Region gestanden haben. Tatorte zwischen Januar und Sommer 2021 waren Schulen, Kindertagesstätten und Betriebe. In seinem noch nicht rechtskräftigen Urteil verhängte das Landgericht Wuppertal gegen die Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren acht Monaten und fünf Jahren drei Monaten. Drei von ihnen werden als suchtkrank in eine Entziehungsklinik eingewiesen, zwei bleiben bis zur Rechtskraft des Urteils in Untersuchungshaft. Bewährung erhält keiner.

Durch die Einbrüche an den damals wenig gesicherten Gebäuden entstand laut Zeugen enormer Sachschaden an Fenstern und Türen. Teils wurden Feuerlöscher entleert, um Spuren zu verschleiern. Den Geständnissen zufolge hatten sich die Angeklagten zu den Taten in wechselnder Besetzung entschlossen, weil sie Geld wollten. Zweimal kam es zu mehreren Taten in einer Nacht, weil die Beute an Tablet-Computern, Elektrogeräten, Bargeld und Briefmarken zunächst zu gering war.

Der Vorsitzende Richter erläuterte in seiner vorläufigen, mündlichen Urteilsbegründung: „Einordnen lassen sich die Taten nur mit Blick auf die Persönlichkeiten der Angeklagten. Alle haben, was man eine ,schwierige Vita‘ nennt.“  Der 26 Jahre alte Hauptangeklagte, verurteilt zu insgesamt fünf Jahren und drei Monaten, entstammt einer Pflegefamilie. Er konsumierte laut einem Gerichtspsychiater Cannabis, Alkohol und eine Vielzahl von Drogen. Der Mann habe eine Persönlichkeitsstörung entwickelt, durch die er sich von der Begehung von Straftaten Bewunderung erhofft habe.

Den am zweitstärksten belasteten Mitangeklagten (27) verurteilte das Landgericht zu drei Jahren und neun Monaten. Er soll vom Vater geschlagen worden sein. Die beiden übrigen Angeklagten (22 und 25 Jahre alt) sind durch geringere Tatbeteiligung weniger belastet und sollen jeweils zwei Jahre und acht Monate Haft verbüßen. Die Angeklagten können das Urteil angreifen. Gegen weitere Beschuldigte aus dem Umfeld der Gruppe laufen noch Verfahren.

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