Handel

Kunden freuen sich übers Shopping

Die Kunden Petra Konze und Mike Vorberg (Mitte) im Gespräch mit dem Inhaber von Female und Male, Stefan Rojewski. Foto: Peter Klohs
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Die Kunden Petra Konze und Mike Vorberg (Mitte) im Gespräch mit dem Inhaber von Female und Male, Stefan Rojewski.

Click und meet funktioniert zur Freude aller in Wermelskirchen sehr gut

Von Peter Klohs

Wermelskirchen. Trotz allgemein steigender Coronafallzahlen sind in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens seit einer Woche einige Lockerungen durchgeführt worden. Der Inzidenzwert liegt landesweit zwischen 50 und 100, so dass die Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte unter strengen Auflagen beschlossen wurde. Bei unserem Rundgang durch die Wermelskirchener Innenstadt haben wir verschiedene Reaktionen darauf erlebt: Die Äußerungen der Menschen, die zum Teil anonym bleiben möchten, reichten von „Gott sei Dank“ bis „Unverantwortlich“.

„Man merkt sofort, dass die Kunden Nachholbedarf haben. Die wollen das Gefühl haben, die Waren, die sie kaufen wollen, wieder anfassen zu dürfen.“

Stefan Rojewski, Inhaber Female and Male und Sprecher der Wermeskirchener Einzelhändler

„Click and meet“ heißt die Formel, nach der nun im Einzelhandel wieder eingekauft werden darf. Die Kunden vereinbaren online oder per Telefon einen Einkaufstermin in bestimmten Geschäften – und los geht’s. Das Sicherheitskonzept der Läden in Wermelskirchen ist durchweg gelungen und wird streng gehandhabt.

Stefan Rojewski, Inhaber von Female und Male auf der Telegrafenstraße und zugleich Sprecher der Wermelskirchener Einzelhändler, zeigt sich hocherfreut, wieder den direkten Kontakt zu den Kunden zu haben. „Wir sind alle sehr froh“, gibt er gerne zu, „dass wir unsere Damen- und Herrenmode direkt den Kunden anbieten können und wieder arbeiten dürfen. Und man merkt sofort, dass die Kunden Nachholbedarf haben. Die wollen das Gefühl haben, die Waren, die sie kaufen wollen, wieder anfassen zu dürfen.“

Im Laden Male, in dem ausgesuchte Männermode verkauft wird, dürften sieben Kunden zeitgleich einkaufen. Rojewski hat dies freiwillig auf fünf beschränkt. „Und bei Female, zweihundert Meter straßenabwärts, dürften wir zehn Kunden einlassen. Wir haben das auf sechs eingeschränkt.“ Die Kunden tragen sich beim Eintritt mit ihren persönlichen Daten in eine Liste ein und achten auf Abstand.

Mike Vorberg und Petra Konze sind aus Radevormwald angereist, „ohne Termin“, wie das Paar zugibt. Aber wenn im Ladengeschäft gerade wenig los ist, dann ist auch das kein Problem. Die Beiden haben sich bewusst für dieses Modegeschäft entschieden und haben es „auf gut Glück“ einfach versucht. „Wir sind so froh“, sagt Mike Vorberg. „Wenn sich alle an die Regeln halten, dann sollte das Einkaufen doch gar kein Problem sein.“

Stefan Rojewski spricht auch für seine Einzelhändlerkollegen, wenn er sagt: „Ich habe noch keine negativen Äußerungen zu Click and meet gehört. Das wird, soweit ich sehe, sehr gut angenommen.“

Johannes Schnütgen, Inhaber von Quick-Schuh, sieht das ähnlich. Er betont, dass sich seine Kundschaft sehr diszipliniert und verständnisvoll verhält. Die Kunden hielten sich an vereinbarte Termine und an deren Dauer. Auch das Einhalten der Corona-Regeln sei kein Problem. „Auch, wenn alles noch sehr eingeschränkt ist, fühlt man doch das Positive“, beschreibt er. „Ein bisschen Normalität ist wieder hergestellt worden, und die Kunden danken es uns. Wir planen und kaufen auch jetzt bereits die Kollektion für Herbst und Winter 2021. Das ist dann schon eine Herausforderung.“

Bei Tausendschön verläuft die Terminvergabe meist telefonisch

Beim Modegeschäft Tausendschön sind zwei Kundinnen dabei, für sie interessante Kleidungsstücke zu begutachten und womöglich auch gleich anzuprobieren. „Unsere Erfahrungen mit Click and meet sind sehr gut“, beschreibt Inhaberin Vera Morsches ihre Stimmungslage. „Und wenn man etwas sensibel für die Kundschaft ist, merkt man sofort, dass die Kaufinteressierten große Lust auf die Frühjahrsware haben.“

Sollte das Ladengeschäft wenig frequentiert sein, dann ist es auch im Tausendschön möglich, spontan einzutreten und seiner Kauflust nachzugehen. „Ansonsten geht bei uns die Terminvergabe eher per Handy. Die Kundinnen rufen mich lieber an als eine E-Mail zu schicken.“ Die beiden Kundinnen im Ladengeschäft nicken bestätigend. „Wir lieben dieses Geschäft“, sagen sie. Und Vera Morsches möge bitte noch sehr lange hier Inhaberin bleiben.

Trotz sehr fragwürdigen Wetters an diesem Freitagnachmittag ist die Stimmung in der Stadt sehr positiv

Hintergrund

Nach einer Woche Click and meet ist die Stimmung bei den Wermelskirchener Einzelhändlern sehr positiv. Der wieder mögliche direkte Kundenkontakt wiegt schwerer als die Einschränkungen, denen die Kundschaft beim Einkaufen noch unterliegt. Auch spontane Einkäufe ohne Termin sind dann möglich, wenn das Ladengeschäft noch Besuchskapazitäten frei hat.

Aber es gibt auch überaus kritische Einzelhändler. So sieht man im Schaufenster eines Ladens Plakate mit systemkritischen Kommentaren. Das Ladengeschäft ist am Freitagnachmittag geschlossen.

Standpunkt

katharina.birkenbeul@rga.de

Kommentar von Katharina Birkenbeul

Auch wenn es nur das Shoppen mit Termin ist, ist es doch ein kleines Stück Alltag. Click und meet, also ins Internet klicken, anrufen oder eine E-Mail schreiben, um dann persönlich ins Geschäft gehen zu können, läuft auch in Wermelskirchen seit einer Woche. Und das ausgesprochen gut. Die Händler freuen sich über den Kontakt und die Kauflust der Kunden, diese wiederum freuen sich, endlich die Ware wieder in der Hand haben zu können, anstatt auf „gut Glück“ etwas im Internet zu bestellen. Und nach so einer langen Zeit fühlt es sich fast wie ein Event an, wenn man einen der begehrten Time-Slots bekommt. Click und meet gibt somit allen Wermelskirchenern ein gutes Gefühl, das in diesen Zeiten mehr als wichtig ist. Doch auch wenn die Freude groß ist, ist es wichtig, dass jeder weiterhin auf die Abstands- und Hygieneregeln achtet, und vielleicht nicht wegen jeder Kleinigkeit wieder zum Einkaufen losläuft. Denn nur, wenn die Zahlen wieder sinken, können neue Lockerungen kommen, die richtig gut tun würden.

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