Rhombus-Gelände

Kultursommer: Da geht noch was

Graceland boten auf dem Rhombus-Gelände Musik zum Mitfühlen. Foto Jürgen Moll
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Graceland boten auf dem Rhombus-Gelände Musik zum Mitfühlen.

Bis zum 31. Oktober gibt es Programm auf dem Rhombus-Gelände.

Von Anja Carolina Siebel und Theresa Demski

Wermelskirchen. Selten hat der Kulturverein so viele Besucher zu Gast wie an diesem Abend in der Kulturfabrik. 400 Menschen haben sich angekündigt, um dabei zu sein, wenn die Melodien von „Simon and Garfunkel“ zum Leben erweckt werden. Um kurz vor 20 Uhr sind alle Plätze auf den Holzbänken gefüllt, die Schlange am Eingang hat sich gelichtet. Die Vorzeichen für einen weiteren Sommerabend mit guter Musik und viel Geselligkeit in der Kulturfabrik stehen gut.

Viele derer, die an diesem Abend in der alten Rhombus-Halle unter freiem Himmel Platz genommen haben, kennen die Texte von „Simon and Garfunkel“ noch aus Zeiten, in denen das Duo große Stadien in aller Welt füllte. Ihnen sind die großen Balladen vertraut geblieben – und an diesem Abend kehren sie zu ihnen zurück.

Thomas Wacker und Thorsten Gary, die auch als Duo mit den Melodien von Simon and Garfunkel unterwegs sind, haben nicht nur ihre Band, sondern auch Streicher mitgebracht.

Kontaktnachverfolgung soll es weiterhin geben

Kaum hat das Duo Graceland mit der großen musikalischen Besetzung die Bühne betreten, beweisen die Musiker ihre Qualität. Gitarre und Stimme: Mehr brauchen Thomas Wacker und Thorsten Gary zur Begrüßung nicht, um „Old Friends“ anzustimmen und damit den Auftakt zu einem besonderen Abend zu geben.

Zwei Stunden lang füllen die Melodien die alte, dachlose Rhombus-Halle. Das war am Montagabend die Fortsetzung der „Wermelskirchener Kultur-Fabrik“ am Rhombus-Gelände, nachdem am Wochenende das AJZ Bahndamm wie berichtet mit diversen Größen der Ska- und Punk-Musiszene das Gelände gefällt hatte.

„Wir sind hochzufrieden mit dem Konzept“, resümiert André Frowein vom Mit-Veranstalter WiW Stadtmarketing die ersten Tage des Kultursommers, im Rahmen dessen es noch bis Ende Oktober auf dem Rhombus-Gelände immer wieder Veranstaltungen und Konzerte geben wird.

Bunt geht es auch am kommenden Wochenende weiter. Denn für den 28. August hat sich der Bund Freier evangelischer Gemeinden Deutschland (KdöR) mit seinem Bundesjugendtreffen in Wermelskirchen angekündigt. Dann wird es drei große Gottesdienste mit dem Thema „Frames – im Angesicht der Ewigkeit“ dort geben. Zudem einen Funpark mit Kletterturm und Soccer-Arena, den Markt der Möglichkeiten und das Café Seelsorge. Die Akteure wollen nach eigener Aussage „Gott feiern, Spaß haben und die Gemeinschaft zusammen genießen“ – mit etwa 500 Teens und Jugendlichen aus der Region, natürlich unter Beachtung aller entsprechender Corona-Schutzmaßnahmen. „Wir sprechen allen Beteiligten des Kultursommers in Wermelskirchen unseren herzlichsten Dank für ihren Einsatz aus und freuen uns auf die tollen Möglichkeiten, die wir hier für unser Tagesevent auf dem Gelände nutzen dürfen“, berichtet Frederik Hoppe, Mitverantwortlicher der Regio-BUJU-Tour in Wermelskirchen.

André Frowein ist begeistert, dass das Bundesjugendtreffen, anlässlich dessen sonst Jugendliche in Erfurt zusammenkommen, diesmal im Bergischen stattfinden kann. „Das ist wirklich eine große Aktion, auf die sich alle Beteiligten freuen können.“

Am 3. September holt das Team der Kattwinkelschen Fabrik dann die Comedian Fee Badenius aufs Gelände an der Remscheider Straße. Dazu erzählt die Künstlerin in ihrer unnachahmlich sympathischen Art Geschichten über die Lieder hinaus, Erlebnisse vom Tour-Alltag durch ein skurriles Deutschland, vom Leben im Ruhrgebiet und von der Entstehung ihrer Musik.

„Wir haben bewusst erst die nächsten Termine geplant, nicht schon bis Ende Oktober“, sagt André Frowein. „Denn man konnte ja nicht wissen, wie es mit den Corona-Beschränkungen weitergeht.“ Gewundert hätten sich Stadt und Stadtmarketingverein als Veranstalter, dass aktuell keine Kontaktnachverfolgung bei Veranstaltungen mehr nötig ist. „Wir möchten trotzdem daran festhalten“, unterstreicht André Frowein. „Es ist für uns einfach sicherer, falls doch mal Infektionsfälle auftreten.“

Für die Oktober-Termine seien bereits einige Bands angefragt, kündigt André Frowein an.

Kultursommer

Am 20. August startete auf dem Rhombus-Gelände die Wermelskirchener „Kultur-Fabrik“ im Rahmen des von der Bundes-Kulturstiftung geförderten „Kultursommer“-Programms im Rheinisch-Bergischen Kreis. Bis zum 31. Oktober gibt es dort Programm: Chöre, Bands, Kultur und Kunst auf dem alten Industriegelände. Im Zuge dieses Projektes kommen die beteiligten Kommunen Wermelskirchen, Bergisch Gladbach, Burscheid, Leichlingen und Odenthal in den Genuss der Fördergelder in Höhe von insgesamt etwa 280 000 Euro.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Der Start am Wochenende war bombastisch. Die Punk- und Ska-Bands, die das Team des AJZ Bahndamm auf das Rhombus-Gelände eingeladen hatte, ernteten riesigen Applaus – und tausende Zuschauer genossen das Ambiente – und natürlich die Tatsache, dass endlich wieder gemeinsam gefeiert und Kultur genossen werden durfte. So soll es nun weitergehen, bis Ende Oktober. Allerdings waren die Veranstalter von Stadt und WiW bisher noch etwas zurückhaltend mit der Programmplanung. Das hatte natürlich vordergründig mit den Unwägbarkeiten der immer noch vorherrschenden Corona-Pandemie zu tun. Die Fallzahlen entwickeln sich inzwischen wieder exponentiell, die Sieben-Tages-Inzidenz steigt auch im Rheinisch-Bergischen Kreis stetig an. Da ist es nur verständlich, dass die Initiatoren sich entschlossen haben, entgegen der Vorgaben von Bund und Ländern an der Kontaktnachverfolgung der Besucher festzuhalten. Das ist sicher die richtige Entscheidung, denn auf die Eigenverantwortung aller Menschen, die Großveranstaltungen besuchen, kann man sicher nicht bauen. Das zeigen viele Beispiele aus anderen Städten.

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