Kultur

Kulturgemeinde denkt schon an 2023

Der Vorstand der Kulturgemeinde mit dem Gast Herbert Fischer, ehemaliger Kassierer (v. l.): Herbert Fischer, Friedel Burghoff, Stefan Leßenich, Antje Buhl, Bernhard Schulte und Peter Scheben.
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Der Vorstand der Kulturgemeinde mit dem Gast Herbert Fischer, ehemaliger Kassierer (v. l.): Herbert Fischer, Friedel Burghoff, Stefan Leßenich, Antje Buhl, Bernhard Schulte und Peter Scheben.
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Der Dachverband zählt rund 30 Mitglieder. Skepsis bei Zusammenarbeit mit Burscheid.

Von Susanne Koch

24 Jahre lang hat Helmut Fischer den Schatz der Kulturgemeinde der Stadt Wermelskirchen verwaltet. Bei der Mitgliederversammlung wurde nun Stefan Leßenich (CDU) als Nachfolger des Schatzmeisters gewählt. „Wir möchten uns ganz herzlich bei dir für dein Engagement bedanken“, sagte Friedel Burghoff (CDU), Vorsitzender des Vereins, zu Helmut Fischer. „Du hast deine Arbeit stets vorbildlich geleistet.“

Gegründet wurde die Kulturgemeinde Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. „Wir sind als Dachverband der Kulturvereine in Wermelskirchen aufgestellt“, sagt Friedel Burghoff. „Heute gehören uns noch rund 30 Vereine an. Gestartet sind wir mit etwa 40 Vereinen.“ Der Mitgliederschwund sei dem Sterben von Chören geschuldet. Einige hätten aufgegeben, andere sich zusammengeschlossen. Geschäftsführerin Antje Buhl erklärt: „Unser Ziel ist es, in Wermelskirchen die Kulturverbundenheit zu stärken, Kultur zu entwickeln und die Vereine, Chöre, Kunstvereine, Theatergruppen zu stärken.“

„Jedes unserer Mitglieder bekommt per se 200 Euro Förderung im Jahr.“

Stefan Leßenich, Kassierer

Die Kulturgemeinde verwaltet Fördermittel. „So bekommt jedes unserer Mitglieder per se jährlich 200 Euro als Grundförderung“, sagt Kassierer Stefan Leßenich. „Und dann können die Chöre, Initiativen, Kirchengemeinden und Vereine für ein Konzert, eine Ausstellung oder eine Theateraufführung 100 Euro beantragen und für eine Vorstellung im Krankenhaus oder beispielsweise in Senioreneinrichtungen 50 Euro.“ Einen Chorleiter zu beauftragen, koste beispielsweise Geld. „Das bezuschussen wir mit Hilfe der Bürgerstiftung“, sagt Stefan Leßenich. „Der soziale Aspekt ist uns wichtig, daher auch die Zuschüsse für Konzerte in den Einrichtungen.“ Gerade während der Corona-Pandemie hätten diese kleinen Konzerte viel Zustimmung erfahren und wirklich Gutes getan.

Im kommenden Jahr wird Wermelskirchen 150 Jahre alt. „Das muss natürlich gefeiert werden“, sagt Geschäftsführerin Antje Buhl. „Viele unserer Mitglieder werden am 26. August am großen Festumzug anlässlich der Herbstkirmes teilnehmen, sie bereiten sich jetzt schon darauf vor.“ Daher werde die Kulturgemeinde selbst im kommenden Jahr keine große Veranstaltung organisieren.

Friedel Burghoff beschäftigt als Vorsitzenden der Kulturgemeinde derzeit noch ein anderes Thema. Seit Juni ist Jasmin Dorner Kulturmanagerin für die Städte Wermelskirchen und Burscheid. Ihre Aufgabe sei es, auch zu prüfen, wie eine interkommunale Zusammenarbeit aussehen könnte. „Ich kann mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Wermelskirchener nach Burscheid fahren, um sich dort ein Theaterstück anzugucken“, sagt Friedel Burghoff. „Aber wir wollen erst einmal die Gespräche abwarten.“

Ehrenamtliche für ihre engagierte Arbeit würdigen

Die Kulturvereine hätten gerade einen Fragebogen ausgefüllt. „Der war sehr sperrig“, sagt Beiratsmitglied Peter Scheben. „Und ich habe auch nicht alle Fragen beantwortet.“

Peter Scheben setzt sich nach wie vor dafür ein, dass Theaterstücke im Film-Eck stattfinden – und das, obwohl die Bühne zu klein und das Geld zu knapp sei. Beiratsmitglied Bernhard Schulte betont: „Unsere Gesellschaft kann es gar nicht genug würdigen, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für die Kultur einsetzen.“ Und während die Laienschauspielerinnen und Laienschauspieler oder Künstler die Kunst nach außen transportierten, gebe es noch eine ganze Menge Menschen, die im Hintergrund arbeiteten. „Und das machen sie auch mit viel Herzblut“, sagt Antje Buhl. „Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit den uns angehörenden Vereinen und Initiativen. Und wir freuen uns schon jetzt auf deren Veranstaltungen.“

Festumzug

Bereits um 1150 herum wurde Wermelskirchen zum ersten Mal als „Werenboldeskirken“ in der Geschichte erwähnt. Die Stadtrechte wurden jedoch erst am 2. Juli 1873 verliehen. Der Festumzug startet am Samstag, 26. August 2023, um 12 Uhr auf der Eich. Anmeldungen per Mail an: info@wiw-marketing.de

Weitere Infos online: www.wiw-marketing.de

Standpunkt: Gemeinsame Projekte

susanne.koch@rga.de

Jasmin Dorner ist seit Juni Kulturmanagerin der Städte Wermelskirchen und Burscheid. Sie soll die interkommunale Kulturarbeit stärken, die vorhandenen Vereine und Initiativen besser vernetzen. Das bedeutet nicht, dass es demnächst nur in Burscheid Theateraufführungen gibt. Aber möglich wäre es doch, Aufführungen in beiden Städten zu realisieren. Oder Konzerte mit Chören aus beiden Städten zu veranstalten an verschiedenen Orten – beispielsweise in beiden Kommunen.

Interkommunale Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass die einen etwas weggenommen bekommen und die anderen etwas dazubekommen, sondern vielmehr, dass sich trotz der begrenzten Fördermittel neue Dinge entwickeln. Alle Kulturschaffenden und -förderer sollten das Angebot nutzen und das Beste aus der vom Land und Kreis unterstützen Arbeit mit der Kulturmanagerin machen. Es wird sich für alle lohnen.

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