Workshop

Kultur: Wege der Zusammenarbeit

Burscheider und Wermelskirchener trafen sich in der Kattwinkelschen Fabrik, um über gemeinsame Kulturprojekte nachzudenken.
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Burscheider und Wermelskirchener trafen sich in der Kattwinkelschen Fabrik, um über gemeinsame Kulturprojekte nachzudenken.
  • Susanne Koch
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Erste Schritte im Entwicklungsprozess zwischen Burscheid und Wermelskirchen sind gemacht.

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Sehr sperrige Worte: Kulturtourismus, Nachhaltigkeit, kulturelle Bildung, Kulturprogramm und Verantwortung. Mit diesen fünf Stichworten befassten sich die etwa 60 angemeldeten Burscheider und Wermelskirchener am Mittwochabend in der Kattwinkelschen Fabrik. Große weiße Papiere lagen auf den Workshop-Tischen. Daneben Stifte. Die Teilnehmer redeten in den letzten anderthalb Stunden – immer die Tische wechselnd – über diese Themen. Es war die erste Veranstaltung, die den Kulturentwicklungsprozess für beide Städte in Gang setzen soll.

Vorab begrüßte Bürgermeisterin Marion Lück die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich. Sie betonte: „Gemeinsam können wir aus einer starken Kultur in Burscheid und einer starken Kultur in Wermelskirchen nur noch besser werden.“ Und Dirk Runge, Burscheids Bürgermeister, erinnerte noch einmal daran, dass der Anstoß für das Projekt vom ehemaligen Wermelskirchener Bürgermeister Rainer Bleek und vom 2021 verstorbenen Burscheider Bürgermeister Stefan Caplan 2020 gekommen war. Dirk Runge sagte: „Ich wünsche uns allen einen erfolgreichen Workshop.“ An die Begrüßung schlossen sich – moderiert vom Journalisten Ekkehard Rüger – zwei Impulsvorträge an. Der erste wurde von Dr. Yasmine Freigang, Abteilungsleiterin im Landschaftsverband Westfalen-Lippe, zum Thema „Neue Wege mit strategischer Kulturplanung“ gehalten.

Sie sagte: „Keine Kulturverwaltung kann alles wissen. Wenn aber VHS-Leute, Künstler aller Bereiche und Tourismus-Fachkräfte zusammenkommen, ist plötzlich viel Kompetenz zusammen.“ Ihr war wichtig, darauf hinzuweisen, dass man sich vor solch einer modernen Kulturplanung auf einen Kulturbegriff verständigen soll, beispielsweise ob Schützenvereine noch dazu gerechnet werden, oder ob es nur um Opernveranstaltungen geht. Sie gab den Anwesenden mit auf den Weg, zuerst eine Maßnahme konkret abzuschließen. Und sagte: „Ich wünsche den Mut zum Verändern, den Willen, den Weg auch zu gehen und eine Vision, einen Traum zu haben, mit dem, was man sich auch wünscht.“

Anschließend betrat Jasmin Dorner die Bühne. Die Kulturmanagerin beider Städte berichtete von der Bestandsaufnahme, die sie gemacht hat. Sie sagte: „Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass Unterstützung in der Pressearbeit und im Marketing gefragt ist, dass Lesungen und Open-Air-Veranstaltungen gewünscht werden, dass Arbeitsräume gesucht werden und weitere Fördermittel angestrebt. Der kulturelle Bereich in beiden Städten würde vorrangig von Ehrenamtlichen betrieben.“

Stadtführerin Petra Ammon ist noch skeptisch

Nach einer Verschnaufpause konnten sich die Zuhörenden selber an den Tischen beteiligen. Petra Ammon, Stadtführerin aus Wermelskirchen, ist nach der Veranstaltung noch skeptisch. „Es war alles höchst interessant, aber ich weiß nicht, ob der Prozess wirklich in Gang kommt und beiden Städten etwas bringt.“ Anders urteilt Heinz-Peter Knoop, Bildhauer aus Burscheid. Er freut sich auf die weiteren Begegnungen mit den Wermelskirchenern. „Ich halte diesen Prozess für sehr wichtig“, sagt er. „So können wir Strukturen schaffen, um in den Austausch zu kommen und zu sehen, was gemeinsam möglich ist.“ Er selber hat am Mittwochabend bereits Michael Dierks von der Kulturinitiative „Kult in WK“ kennengelernt.

 „Und ich habe mir jetzt fest vorgenommen, Blueskonzerte im Haus Eifgen zu besuchen.“ Schon allein, dass die jeweiligen Veranstaltungen in beiden Städten angekündigt würden, hätte Vorteile. „Dann habe ich Mitglieder der Galerie Markt 9 getroffen und wir gucken jetzt, wie wir uns schon austauschen können.“ Er halte viel von dem Prozess, der jetzt in Gang gekommen ist. „Es wird allen am Ende guttun.“

Kontakt

Jasmin Dorner ist Kulturmanagerin für die Städte Burscheid und Wermelskirchen. Sie soll einen gemeinsamen Kulturentwicklungsprozess initiieren und begleiten.

Kontakt: Telefonisch unter (0 21 96) 7 10-573 oder (0 21 74) 6 70-110 oder per E-Mail unter folgender Adresse: j.dorner@kulturverbunden.net

Standpunkt von Susanne Koch: Wichtige Impulse

susanne.koch@rga.de

Es ist vollbracht: Etwa 60 Wermelskirchener und Burscheider haben sich Mittwochabend in der Kattwinkelschen Fabrik getroffen, um sich auf den Weg zu einem gemeinsamen Kulturentwicklungsprozess zu machen. Und das ist der richtige Weg. Denn, wenn sich Kulturschaffende aller Couleur besser kennenlernen und auch noch über die Stadtgrenzen hinaus, bleibt am Ende mehr für das Ganze übrig.

Egal, ob man sich einen gemeinsamen Veranstaltungsort etwa auf der Balkantrasse überlegt, ob Fördergelder gemeinsam beantragt werden oder ob bildende Künstler Ausstellungen planen und sie nicht nur in der einen, sondern auch in der anderen Stadt zeigen. Gerade im musikalischen Bereich ist vieles an Zusammenarbeit möglich, denn die beiden Städte unterscheiden sich schon, was sie an Veranstaltungen bieten. Da ließe sich vieles gegenseitig ergänzen. Ich wünsche allen, dass sie viele Schritte vorankommen.

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