Corona-Live-Chat

Corona: Krisenstab bietet erste Online-Fragerunde

Gesundheitsamtsleiterin Dr. Sabine Kieth beantwortete live Fragen, Dr. Erik Werden (l.) notierte mit und Michael Mennicken moderierte. Foto: RBK
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Gesundheitsamtsleiterin Dr. Sabine Kieth beantwortete live Fragen, Dr. Erik Werden (l.) notierte mit und Michael Mennicken moderierte.
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Zwei Dutzend Bürger stellen Gesundheitsamtsleiterin Dr. Sabine Kieth ihre Fragen im Netz.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es war eine ungewöhnliche Aktion. Mit einem Live-Chat im Internet wollte der Corona-Krisenstab des Kreises am Donnerstagnachmittag aber noch einmal darauf aufmerksam machen, dass Abstandsregeln und Hygienevorschriften letztlich doch die besten Mittel zur Kontrolle der immer weiter ansteigenden Corona-Infektionszahlen sind.

In dem Live-Chat beantwortete die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Sabine Kieth, zudem die zahlreichen Fragen zu Corona von Bürgern aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Mit dabei war sogar ein professioneller Zeichner, der die oft abstrakten Themen als kleinen Comic zum Leben erweckte.

Tagungszeichner Volker Voigt zeichnete während der Telefon-Aktion Bilder, die sich in diesen Zeiten allen irgendwie erschließen: Comicfiguren, zum Beispiel, die mit Laserpistolen dicke Corona-Viren zerschießen. Ihre Munition sind Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen, Alltagsmasken.

Um Bürgerinnen und Bürger erneut für die Einhaltung jener sogenannten AHA-Regeln zu sensibilisieren, geht der Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises in diesem Herbst einen außergewöhnlichen Weg: Per Livechat und mit Unterstützung des Tagungszeichners gab Dr. Sabine Kieth, Leiterin des Gesundheitsamtes, Antworten zu allen Anliegen aus der Bevölkerung rund um die Pandemie, um Vorsorge und aktuelle Vorschriften im Netz.

„Üblicherweise steht für allgemeine Fragen zum Thema Corona das Bürgertelefon des Kreises zur Verfügung.“, sagt der Leiter des Krisenstabes Dr. Erik Werdel. „Dabei erreicht die Antwort jedoch ausschließlich den Anrufer oder die Anruferin. Wir wollten aber möglichst viele Menschen informieren, gerade vor dem Hintergrund jetzt wieder steigender Infektionszahlen in der Region“, erklärt Werdel. Der Krisenstab und die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes hätten sich deshalb auch ganz bewusst für ein Onlineformat entschieden.

Dr. Sabine Kieth zieht ein rundum positives Fazit aus dem ersten Online-Bürgerdialog: „Wir haben viele anregende und ergebnisreiche Gespräche geführt. Ich freue mich, dass diese innovative Form der Bürgersprechstunde so gut angenommen wurde.“

Insgesamt verzeichnete der Chat rund zwei Dutzend Besucher auf der extra frei geschalteten Online-Plattform, beantwortet wurden 30 Fragen. Live im Chat dokumentiert wurden die Antworten von Tagungszeichner Volker Voigt.

Viren-Visualisierungen waren für den Comic-Zeichner eine Premiere

Die Visualisierungen über Corona-Viren waren auch für den professionellen Zeichner eine Premiere. „Der Online-Bürgerdialog war meine erste Veranstaltung zu diesem Thema“, räumt der Zeichner ein. „. Ich fand es ein spannendes Format, das in meinem Kopf sofort jede Menge Bilder erzeugt.“

Durch Voigt wurden während der Telefonaktion im Gesundheitsamt aus Corona-Viren bepelzte Hindernisse, die auf wehrhafte Comicfiguren zurollten und eine virenbelastete Atmosphäre im Klassenzimmer ergaben - und mit falschen Raumluftfiltern sogar noch einen gefürchteten „Mief-Quirl“.

Im Chat konnten die Teilnehmenden live verfolgen, wie Voigt auf dem Tablet abstrakte Themen wie Quarantäneregeln, Corona-Tests und Ansteckungsgefahren mit seinem Finger zum Leben erweckte – „Bürgerinformation, digital und unterhaltsam“, bewertet der Kreis selbst die Aktion.

Auch Moderator Michael Mennicken zeigte sich nach dem Live-Chat zufrieden: „Die Bürgerinnen und Bürger waren sehr höflich und diszipliniert, es war eine richtig gelungene Veranstaltung. Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt.“

Die Zeichnungen werden in den kommenden Tagen durch den Rheinisch-Bergischen Kreis veröffentlicht unter https://www.rbk-direkt.de/-corona-braucht-kein-mensch-.aspx und https://de-de.facebook.com/Rheinisch.Bergischer.Kreis

Standpunkt: Der Krise begegnen

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga-online.de

Die Verunsicherung ist derzeit groß. Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen eine Herausforderung – mit vielen offenen Fragen. Gerade für Familien mit Kindern, die zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Genauso für Berufstätige, die sich täglich mit anderen Menschen am Arbeitsplatz treffen. Oder für Menschen in Pflegeberufen, Ältere und Vorerkrankte. Und es gibt viele Unklarheiten. 

Vorbildlich, dass der Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises gerade deshalb und vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen aufgrund des hohen Informationsbedarfs in der Bevölkerung das Angebot des Bürgertelefons erweitert und einen Live-Chat anbietet. Ob es dazu tatsächlich einen Comic-Zeichner braucht, der die Tücken der Pandemie in Bildern ausdrückt, sei dahingestellt. Was es auf jeden Fall braucht, ist eine breite Information von Experten sowie große Transparenz. Die Bürger haben in der unsicheren Phase häufig das Gefühl, mit ihren Fragen und Problemen völlig allein dazustehen. Dass die Kreisverwaltung dem entgegenwirken will, ist begrüßenswert.

Sprechstunde

Ein zweiter Online-Bürgerdialog findet am 4. November statt, 16.30 bis 18 Uhr. Link zur Teilnahme: https://fmonlinefactory.clickmeeting.com/1-online-burgerdialog-des-rheinisch-bergischen-kreises-15-10-16-00-18-00-uhr Passwort: Gesundheit.

Der Online-Bürgerdialog ist Teil einer Kampagne des Rheinisch-Bergischen Kreises und der Blaulichtorganisationen in der Region.

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