Dabringhausen

Kreisverkehr ist nicht zu finanzieren

Schätzen ihre gute Zusammenarbeit: der Technische Beigeordnete Thomas Marner (l.) und Edeka-Gebietsleiter Marcus Baumgarten. Foto: S. Koch
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Schätzen ihre gute Zusammenarbeit: der Technische Beigeordnete Thomas Marner (l.) und Edeka-Gebietsleiter Marcus Baumgarten.
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Edeka baut in Dabringhausen neu – Verdreifachung der Baukosten verhindert geplante Zufahrt.

Wermelskirchen. Zuerst die wichtige, gute Nachricht: Edeka hält an seinen Plänen für den Bau eines großen Marktes in Dabringhausen fest. „Dadurch wird die Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger weiterhin gesichert“, sagt der Technische Beigeordnete Thomas Marner. „Und das ist mir immens wichtig. In Dabringhausen existieren sonst nur ein Aldi und kleinere Geschäfte wie Metzgereien und Bäckereien.“

Und nun die schlechte Nachricht. „Der Kreisverkehr, den die Politik beschlossen hat, kann nicht gebaut werden“, sagt Thomas Marner. „Die Baukosten haben sich in allen Bereichen in den letzten Jahren derart verteuert, dass die immerhin sechsstellige Summe, die der Edeka-Konzern zu der Verkehrslenkung beisteuert, einen Kreisverkehr nicht mehr möglich macht.“ Der Kreisverkehr wäre zwar wünschenswert, aber nicht notwendig. „Das haben Untersuchungen ergeben. Stattdessen werden wir einen Knotenpunktarm ertüchtigen und eine Querungshilfe bauen, damit Fußgänger und Radfahrer sicher von der einen auf die andere Straßenseite gelangen können“, betont Thomas Marner.

„Sowohl der Kreis als auch der Landes- betrieb haben bestätigt, sich nicht an den Kosten beteiligen zu wollen.“

Thomas Marner zu den inzwischen veranschlagten 1,5 Millionen Euro

Die Stadt Wermelskirchen habe nicht das Geld, um den so teuer gewordenen Kreisverkehr zu tragen. „Und beide Straßen gehören auch nicht der Stadt. Sowohl der Kreis wie auch der Landesbetrieb Straßen NRW haben schon mehrfach bestätigt, dass sie sich nicht an den Kosten beteiligen wollen. Dabei ist die L 101 eine Landesstraße und die K 18 eine Kreisstraße und keine städtische.“ Vor zwei Jahren noch habe der Plan für den Kreisverkehr 500 000 Euro veranschlagt, dann 750 000 Euro und jetzt 1,5 Millionen Euro. „Dabei sind 400 000 Euro Mehrkosten, um den Boden aufwendig zu entwässern, und 350 000 Euro sind die Kosten durch die Preissteigerung.“

Kommenden Montag wird die städtische Vorlage dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr vorgelegt und die Fraktionen haben darüber abzustimmen. Dann kommt die Vorlage abschließend in den Rat.

„Wenn die Ausschüsse – hoffentlich positiv – darüber abgestimmt haben, beginnen wir mit den Ausschreibungen, in denen wir einen Generalunternehmer suchen, der uns den Bau schlüsselfertig hinsetzt“, sagt Marcus Baumgarten, der Gebietsleiter Expansion des Edeka-Konzerns. „Das wird wahrscheinlich im Sommer sein.“ Im Herbst, wenn die Unterlagen alle gesichtet sind, könne er dann mehr sagen, eventuell auch zu einem möglichen Baubeginn. Jetzt sei das Kaffeesatzleserei.

„Zum Vergleich: Der Edeka-Markt, der jetzt in Dabringhausen existiert, hat 550 Quadratmeter Ladenfläche.“

Marcus Baumgarten, Edeka-Gebietsleiter, sagt, dass der Neubau mehr als doppelt so groß sein wird

Der Edeka-Markt, der in Dabringhausen gebaut werden soll, ist mit 1400 Quadratmetern Ladenfläche geplant, dazu kommen noch 150 Quadratmeter Kassenbereich, Bäckerei und Café sowie weitere Nebenräume wie Lager und Personalräume. „Zum Vergleich: Der Edeka-Markt, der jetzt in Dabringhausen existiert, hat 550 Quadratmeter Ladenfläche“, sagt Marcus Baumgarten. Der Wunsch von Edeka sei es, den alten Markt erst dann zu schließen, wenn der neue fertig ist. „Das sind wir auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig“, sagt Marcus Baumgarten. „Und natürlich wollen wir auch den Dabringhausenern keine Lücke schaffen.“

In Dabringhausen leben derzeit 6457 Menschen. Auch Dabringhausen entwickele sich immer weiter. Und es ziehen mehr Menschen in den Stadtteil.

Hintergrund

Dabringhausen: Hier existiert derzeit ein 550 Quadratmeter großer Edeka. Er wird auf Dauer geschlossen werden. Dafür baut der Edeka-Konzern einen 1400 Quadratmeter großen Markt mit zusätzlich 150 Quadratmeter Kassenbereich, Bäckerei und Kaffee.
Kreisverkehr: Der geplante ist nicht notwendig für die Verkehrsführung, das haben Untersuchungen ergeben. Insofern können die Stadt und Edeka aus Kostengründen auf den Bau verzichten.

Standpunkt von Susanne Koch: Wichtig ist der Neubau

susanne.koch@rga.de

Zuerst einmal: Wichtig ist, dass in Dabringhausen weiterhin ein neuer Edeka gebaut wird. Denn der kleine Edeka-Laden im Ort hat keine Zukunft mehr. Dass der Konzern am neuen Gebäude trotz der immens gestiegenen Baukosten festhält, ist ihm hoch anzurechnen. Denn dadurch ist die Nahversorgung in Wermelskirchens Stadtteil weiterhin gesichert.

Wann genau der Baubeginn ist, kann allerdings aufgrund der vielen Faktoren, die da heute eine Rolle spielen, noch keiner vorhersagen. Vielleicht weiß der Edeka-Gebietsleiter Expansion im Herbst mehr, wenn die Ergebnisse der Ausschreibung vorliegen. Dadurch, dass sich die Kosten im Baubereich, das fängt mit Material an und hört mit Kapazitätsgrenzen noch lange nicht auf, massiv erhöht haben, muss Edeka seine Kosten an anderer Stelle reduzieren.

Der Beigeordnete Thomas Marner sagt, dass sich die Kosten für den Kreisverkehr von 500 000 Euro vor zwei Jahren auf knapp 1,5 Millionen Euro erhöht haben. Das ist auch mit der immer noch sechsstelligen Summe, die Edeka jetzt für die Ertüchtigung eines Knotenpunktarmes sowie Querungshilfen zahlt, nicht zu finanzieren.

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