Pandemie

Kreis will dezentrale Impfstelle eröffnen

Zurzeit gibt es in Wermelskirchen die Impfstraße im Bürgerzentrum und das Impfmobil. Foto: Anja Carolina Siebel
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Zurzeit gibt es in Wermelskirchen die Impfstraße im Bürgerzentrum und das Impfmobil.

Auch für Burscheid und Wermelskirchen soll es in Kürze die Möglichkeit geben.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Im südlichen Kreisgebiet sind schon einige dezentrale Impfstellen vom Kreis eingerichtet. In Kürze soll es die auch in Wermelskirchen geben, bestätigt Birgit Bär, Sprecherin des Corona-Krisenstabes in Bergisch Gladbach. Wir können derzeit nur noch keinen genauen Termin nennen“, sagt Bär. Zuletzt hatte es Nachfragen und sogar Beschwerden von Bürgern gegeben, weil die Kreisverwaltung in vielen anderen Städten bereits die angekündigten Impfstellen eingerichtet hatte, aber im Nordkreis bisher noch nicht.

„Zunächst muss man dazu sagen, dass für das Impfangebot in erster Linie die Kassenärztliche Vereinigung zuständig ist – und nicht der Kreis“, unterstreicht Bär. „Natürlich sind wir daran interessiert, dass das Angebot möglichst flächendeckend für die Bürger besteht. Aber dafür brauchen wir eben auch das nötige Personal. Die erforderlichen Impfärzte der dezentralen Stellen rekrutiert der Rheinisch-Bergische Kreis aus dem Pool der Kassenärztlichen Vereinigung mit Sitz in Düsseldorf.

In Burscheid können sich Bürgerinnen und Bürger ab heute Erst- und Zweitimpfungen sowie Auffrischungsimpfungen abholen. Wie auch in den bereits eingerichteten Impfstellen in Overath (Start 3. Dezember) und Rösrath (Start Freitag) erfolge der Betrieb zunächst ohne Terminvergabe, heißt es vom Kreis. Ein Online-Buchungsprogramm werde derzeit eingerichtet.

Impfwillige können ab heute in die Montanusstraße 15 (Megafon) zum Impfen kommen, jeweils montags bis samstags von 8 bis 15 Uhr. Damit entfalle in Burscheid das mobile Impfen, teilt der Kreis mit.

Mitzubringen seien der Personalausweis sowie der Anamnesebogen und das Aufklärungsmerkblatt, beides ausgedruckt und ausgefüllt. Die Unterlagen stehen auf der Website des Rheinisch-Bergischen Kreises zur Verfügung: www.rbk-direkt.de/impfung-covid-19.aspx

„Die zügige Einrichtung der Impfstellen des Rheinisch-Bergischen Kreises werden durch die enge Zusammenarbeit durch die Kommunen und Hilfsorganisationen ermöglicht. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Landrat Stephan Santelmann. „Ich hoffe, dass wir rasch noch mehr Bürgerinnen und Bürger im Kreis für die Immunisierung gewinnen können.“

Kreis liegt mit der Impfquote weit vorn

Eingesetzt hatte sich fürs Impfen in Burscheid insbesondere Dirk Runge, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Unterstützung bekommen Kreis und Kommunen von den Johannitern, Regionalverband Rhein.-/Oberberg und dem Hauptamtlichen Regionalvorstand Steffen Lengsfeld, dem Fachbereichsleiter Einsatzdienste René Simon sowie der Jugendkoordinatorin Nadine Spiegel. Die Johanniter stellen im Impfstandort Burscheid den reibungslosen Impfablauf sicher.

„Wir arbeiten intensiv daran, zeitnah in allen Kommunen Impfstellen als wichtiges zusätzliches Impfangebot einzurichten. Mit vereinten Kräften sind wir diesem Ziel mit einem weiteren Standort wieder einen großen Schritt näher gekommen“, erklärt Klaus Eckl, der das Thema Impfen beim Kreis verantwortet.

Er weist zudem darauf hin, dass der Rheinisch-Bergische Kreis eine hohe Impfbereitschaft vorweisen könne. „Mit den nach und nach kreisweit eingerichteten Impfstellen können wir den Vorsprung weiter ausbauen“, sagt Eckl. In Wermelskirchen habe man „das große Glück“, dass heimische Ärzte sich zusammengefunden hätten und an der Impfstraße im Bürgerzentrum mitarbeiten, die immer freitags (14 bis 18 Uhr) und samstags (10 bis 18 Uhr) geöffnet ist. „Das ist für die Wermelskirchener erst einmal Gewinn bringend in Sachen Impfungen“, sagt Birgit Bär. Aber auch in Wermelskirchen solle es zudem eine dezentrale Impfstelle geben; dafür setze sich unter anderem Bürgermeisterin Marion Lück ein.

Birgit Bär weist darauf hin, dass es zudem ja auch noch das mobile Impfangebot des Kreises gebe. Das Impfmobil steht immer mittwochs zwischen 12 und 18 Uhr im Innenhof des Wermelskirchener Rathauses.

Corona-Fälle

Im Kreis sind 228 weitere bestätigte Corona-Fälle bekannt geworden: 83 in Bergisch Gladbach, 13 in Burscheid, 22 in Kürten, 25 in Leichlingen, elf in Odenthal, 22 in Overath, 20 in Rösrath und 32 in Wermelskirchen. 39 Menschen, die an Covid-19 erkrankt ist, sind aktuell in einem Krankenhaus in stationärer Behandlung, davon neun in intensivmedizinischer Betreuung und acht an einem Beatmungsplatz. Die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert Koch-Institut nun bei 332,9.

Standpunkt: Je mehr, desto besser

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Impfen, was das Zeug hält – so oder so ähnlich könnte dieser Tage die Devise allerorten lauten. Denn es ist wichtig, dass jetzt möglichst viele Menschen ihre Erst- oder Auffrischungsimpfungen erhalten, um das hochdynamische Corona-Infektionsgeschehen wieder zu verlangsamen und am günstigsten zu stoppen. Der Kreis ist zwar weit vorn in Sachen Impfquote, aber das reicht noch nicht aus. Deshalb ist es umso besser, dass jetzt zu den schon bestehenden Angeboten die dezentralen Impfstellen kommen. Im Südkreis sind sie schon vielfach vorhanden, jetzt zieht Burscheid nach. Und bald soll es auch in Wermelskirchen eine solche Stelle geben. Bedarf besteht, das wird vor allem an den langen Menschenschlangen deutlich, die sich immer dann bilden, wenn es irgendwo ein niederschwelliges Impfangebot gibt. Auch die Fragen danach in den sozialen Netzwerken häufen sich. Die Nachfrage dürfte noch größer werden, wenn sich, wie angekündigt, die Corona-Schutzmaßnahmen von Bund und Ländern verschärfen. Denn der Druck lastet vor allem auf jenen, die sich bisher aus welchen Gründen auch immer noch nicht zur Impfung entschließen konnten.

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