Kontaktnachverfolgung

Kreis setzt künftig die Luca-App ein

Der Rheinisch-Bergische Kreis will künftig mit der Luca-App arbeiten. Foto: Christian Beier
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Der Rheinisch-Bergische Kreis will künftig mit der Luca-App arbeiten.

Das Instrument soll unter anderem der Kontaktnachverfolgung sowie der Terminvergabe dienen.

Von Anja Carolina Siebel

Der Kreis will künftig mit der Luca-App arbeiten. Das teilte die Verwaltung am Mittwoch mit. Demnach soll zukünftig die digitale Kontaktnachverfolgungsarbeit im Lagezentrum des Gesundheitsamtes durch den Einsatz der Luca-App verstärkt werden. Dazu seien auf Entscheidung von Landrat Stephan Santelmann bereits Vertragsverhandlungen mit der Betreiber-Firma der App aufgenommen worden. Nach Angaben des Vorstands der Firma Nexenio sei eine Zusammenarbeit binnen weniger Tage möglich.

Die Bürgermeister im Kreis unterstützen diese Entscheidung und würden „in den publikumswirksamen Bereichen ihrer Rathäuser die Nutzung der App vorbereiten“, heißt es. Wermelskirchens Bürgermeisterin Marion Lück sagt dazu: „Wir können uns den Einsatz der App beispielsweise bei der Terminvergabe im Rathaus vorstellen.“ Sprich: Wer die App hat, kann digital einen Termin vereinbaren und somit gleich seine Kontaktdaten dort hinterlegen. Lück betont aber, dass der klassische Weg, mit Zettel und Stift, selbstverständlich nach wie vor möglich sei.

Kreisweit würden bereits erste Anwendungsmöglichkeiten ermittelt, sagt Landrat Stephan Santelmann. Weil der Kreis die App zeitnah einsetzen möchte, arbeite ein Team gerade daran, die Schnittstellen zum Gesundheitsamt sicherzustellen.

Auch der Landkreistag Nordrhein-Westfalen sei an das zuständige Digitalisierungsministerium herangetreten, um eine digitale Kontaktnachverfolgung mit standardisierten Schnittstellen zu den Fachverfahren der Gesundheitsämter zu unterstützen, wodurch der Rheinisch-Bergische Kreis zukünftig auch weitere Systeme anbinden könne.

„Die Luca-App ist natürlich das einzige am Markt angebotene Produkt für eine Kontaktnachverfolgung“, unterstreicht Santelmann. „Wichtig ist es aber, jetzt schnell zu handeln und eine erste kreisweite Lösung für Kultur, Sport, Gastronomie, Freizeit und Handel zu eröffnen.“

Seit vergangener Woche zeichne sich über das „IRIS Gateway“ auch eine weitere, bundesweite Lösung ab, über die die Gesundheitsämter nahezu alle digitalen Kontaktverfolgungslösungen auswerten könnten. Sobald diese verfügbar sei und die notwendigen Rahmenverträge auf der Bundes- und Landesebene geschlossen seien, würde der Rheinisch-Bergische Kreis diese Lösung ebenfalls einsetzen.

Derweil gibt es im Kreishaus Bergisch Gladbach Turbulenzen in den Reihen des Corona-Krisenstabes. Krisenstabsleiter und Kreisdirektor Dr. Erik Werdel hatte laut Mitteilung am Montag die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen darüber informiert, dass er den Landrat gebeten habe, „ihn von der Funktion des Leiters Krisenstab zu entbinden“. Die Aufgaben des Leiters Krisenstabes würden deshalb „bis auf weiteres ruhend gestellt“.

In der letzten Zeit habe sich „zunehmend herausgestellt, dass die Corona-Krisenbewältigung eine noch längerfristige, wenn nicht sogar Daueraufgabe darstellt. Hierzu bedarf es veränderter Krisenmanagementstrukturen, denn die Aufgabe ist von der gesamten Verwaltung zu schultern, und zwar in der gut organisierten Struktur der Kreisverwaltung“, heißt es in dem öffentlichen Schreiben. In dieser gemeinsamen Verantwortung nehmen Dr. Erik Werdel als Kreisdirektor und Landrat Stephan Santelmann diese Aufgabe zusammen wahr.

Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen

Dies nimmt Landrat Stephan Santelmann jetzt zum Anlass, die Organisationsstruktur des Krisenstabsmanagements im Rheinisch-Bergischen Kreis in Bezug auf die Corona-Pandemie, auch vor dem Hintergrund der seit über einem Jahr dauernden Situation, neu zu organisieren und das Krisenstabsmanagement stärker in die Verwaltungsstrukturen zu integrieren. Darüber soll in den nächsten Tagen eine Entscheidung getroffen werden. Auch in Betracht der derzeitigen Situation nehme der Krisenstab seine Aufgabe aber weiter verantwortungsvoll wahr. | Standpunkt

Notbremse

Das Ordnungsamt war gestern verstärkt in der Innenstadt unterwegs – vor allem aber, um die zahlreichen Fragen der Händler zu beantworten. Die waren verunsichert, weil der Kreis wie berichtet am Dienstag eine Allgemeinverfügung verabschiedet hatte, laut der das Einkaufen weiter möglich ist, allerdings mit Termin und Vorlage eines tagesaktuellen negativen Schnelltests.

Standpunkt: Kapitän verlässt das Schiff

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Die Nachrichten aus Bergisch Gladbach sind vor dem Hintergrund der gerade tobenden Corona-Krise nicht gerade beruhigend. Der bisherige Leiter des Krisenstabes, von dem aus letztlich auch die Corona betreffenden Belange der kreisangehörigen Städte und Gemeinden zumindest federführend gesteuert werden, verlässt den Krisenstab. Nachfolge unbekannt. Gerade jetzt, wo es auch für die Bürgermeister der Kommunen viele ungeklärte Fragen und Abstimmungsbedarf gibt. Das ist kein Signal, was optimistisch stimmt.

Denn wenn dort, wo alle Entscheidungen eigentlich zusammenlaufen sollten, Unsicherheit und offensichtliche Unstimmigkeit herrschen, muss man sich nicht wundern, wenn sich diese Verunsicherung auch nach außen verbreitet. Und wenn Informationspolitik nur noch mangelhaft funktioniert, erst recht nicht. Es pressiert jetzt, den Krisenstab des Kreishauses wieder kompetent zu besetzen. Denn es müssen gerade zurzeit wichtige und wegweisende Entscheidungen getroffen werden. Es wäre auch für die Bürgerinnen und Bürger in den Kommunen bitter, wenn das nicht zeitnah funktionieren sollte.

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