Verkehr

Kreis liefert Vorschläge für Radverbindung aus dem Dorf

Die K 18 wird in die Planung mit eingebunden. Foto: Anja Carolina Siebel
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Die K 18 wird in die Planung mit eingebunden.
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Zwischen Dabringhausen und Hilgen soll ein Weg entstehen, der eine Anbindung an die Trasse schafft

Wermelskirchen. Daniel Ebbers vom Ingenieurbüro Künne und Partner ist im Auftrag des Rheinisch-Bergischen Kreises in die Pedalen getreten. Vier mögliche Radverbindungen zwischen Dabringhausen und Hilgen hat Ebbers im vergangenen Winter mit seinem E-Mountainbike getestet. Mit überraschenden Ergebnissen, die er jetzt dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr vorstellte.

Wie berichtet, hatte es bereits vor zwei Jahren einen Antrag der Wermelskirchener Grünen und der CDU-Fraktion gegeben, in dem die Ortspolitiker forderten, die Möglichkeiten einer Anbindung von Dabringhausen und auch Dhünn an die Balkantrasse sowie die angrenzenden Panorama-Radwege zu schaffen. Konkret hatte die K 18 als mögliche Radstraße zur Debatte gestanden. Weil es sich um eine Kreisstraße handelt und weil das Radwegenetz den gesamten Kreis betrifft, hatte sich die Stadtverwaltung mit dem Kreis zusammengeschlossen, um verschiedene Möglichkeiten einer Anbindung zu überprüfen. Vier Alternativen hatte Daniel Ebbers unter eigenem Körpereinsatz herausgearbeitet.

Die erste Variante führt vom Asterweg in Dabringhausen aus über die K 18 nach Hilgen. „Mit vielen Nachteilen, unter anderem dem Tempo 100 für Autofahrer, was für Radfahrer natürlich wenig komfortabel, beziehungsweise sogar gefährlich ist“, resümierte Ebbers. Ähnlich sieht es bei der Streckenführung über die L 294 (Mebusmühle). Nur, dass es sich dabei nicht um eine Kreis-, sondern um eine Landesstraße handelt.

Die dritte Variante führt die Radler über den Friedhofweg in Dabringhausen in den Wald, wo sich Waldwege bis zur Rausmühle bahnen. Weiter geht es dann durch besiedeltes Gebiet über Löh und Tente oder Hilgen Richtung Trasse. Variante 4 würde wie Variante 1 am Asterweg beginnen, dann aber am Ende des Asterweges ebenfalls durch den Wald bis Bechhausen führen.

Nachteile der Waldstrecken, das unterstrich der Ingenieur, sei immer die Topographie. „Man müsste die Wege auf jeden Fall ausbauen.“ Vorteil sei, dass ein solcher Streckenausbau bei den genannten Waldwegen günstiger wäre (etwa 600 000 Euro), während der Ausbau der Straße mit rund 2,4 Millionen Euro zu Buche schlagen würde.

Hybridlösung ist derzeit der Favorit

Ebbers: „Nach Abwägung der Vor- und Nachteile käme aus unserer Sicht am ehesten eine Hybridlösung in Frage.“ Diese sogenannte Trassenlösung 5 sähe dann so aus, dass der Weg zwischen Friedhofweg und Rausmühle entsprechend ausgebaut und dann an der K 18 links über Bechhausen führen würde. Kosten: 2,05 Millionen Euro. Der Vorteil: Stadt und Kreis könnten auf Fördermittel von bis zu 90 Prozent zurückgreifen. Der Technische Beigeordnete Thomas Marner betonte im Ausschuss, dass das erste Vorschläge seien. „Wir wollen auf jeden Fall alle Fördermöglichkeiten prüfen und uns das Ganze noch einmal genau anschauen und abwägen“, sagte er vor den Ausschussmitgliedern. Stephan Theil (FDP) schlug vor, einmal mit allen Fraktionsvorsitzenden die Radrouten auszuprobieren.

Standpunkt

anja.siebel@rga.de

Kommentar von Anja Carolina Siebel

Der Vorschlag von CDU und Grünen vor einigen Jahren hatte den Anstoß gegeben. Für eine Debatte, die in Zukunft vielleicht Früchte tragen wird. Und zwar sowohl für Freizeitradler als auch für jene, die im beruflichen Alltag lieber mit dem Rad als mit dem Pkw zur Arbeit fahren. Denn eine Verbindung zwischen Dabringhausen und möglicherweise auch Dhünn an die Trasse und die Panoramaradwege hat im Grunde nur Vorteile. Die Dörfer waren bisher vom Radverkehr eher abgeschnitten. „Dabringhausen? Da kommt man mit dem Rad eher schlecht hin“, hörte man so manchen Radler öfter frustriert sagen. Vor allem dann, wenn er noch ohne Elektroantrieb unterwegs ist. Das könnte nun bald zumindest besser werden. Denn zwar ist die Topographie auch in den Waldstrecken zwischen Dabringhausen und Hilgen eher bergig, aber durch geschickten Ausbau der Strecken würden es die Zweiradfahrer dann zumindest etwas leichter und bequemer haben. Mit der Rausmühle läge auch gleich ein netter Ort zum Einkehren auf der Strecke. Und die Alltagsradler würden von der Nähe zur Balkantrasse profitieren.

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