Gesundheit

Krankenhaus nutzt Räume anders

Die etwa 400 Quadratmeter, der Dialyse-Praxis will das Krankenhaus jetzt selbst nutzen.
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Die etwa 400 Quadratmeter, der Dialyse-Praxis will das Krankenhaus jetzt selbst nutzen.
  • Susanne Koch
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Diaverum gibt das Wermelskirchener Dialysezentrum auf.

Von Susanne Koch

Karl Kronner ist seit Juni diesen Jahres daran gewöhnt, immer nach Remscheid zur Dialyse zu fahren. Der 86-Jährige wohnt in Wermelskirchen im Haus Vogelsang des Diakonischen Werkes. „Wir haben im Sommer erfahren, dass die Dialysestation von Diaverum im Wermelskirchener Krankenhaus bis Oktober schließen muss. Sie wollten das Personal konzentrieren, damit alle ihre Urlaube nehmen konnten. Und jetzt schließt es ganz.“

Vergangene Woche kam die Mitteilung von Diaverum Deutschland, dass das Dialysezentrum in Wermelskirchen nach der vorübergehenden Schließung im Juni 2022 nicht wieder eröffnet wird (wir berichteten). Damals gab es Personalengpässe.

„Ich bin nur eine kurze Zeit im Diaverum in Remscheid an der Rosenhügeler Straße 4a geblieben“, sagt Karl Kronner. „Anders als in Wermelskirchen, wo ich mich mit dem Personal sehr wohl gefühlt hatte, kam ich in Remscheid gar nicht zurecht. Die ganze Mannschaft wirkte überfordert. So suchte ich mir einen neuen Standort und den habe ich Am Jägerwald in Remscheid-Lennep gefunden.“ Er sei nicht der einzige, der dahin gewechselt sei.

„Wir bedauern, das Zentrum in Wermelskirchen schließen zu müssen“, erklärt Petra Stenzel, Area Manager für die Region West von Diaverum. „Die gewohnte Versorgung unserer Dialysepatienten liegt uns am Herzen, und wir möchten zugleich unseren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz ermöglichen. Beides stellen wir sicher, indem wir unsere Kräfte in Zukunft in Remscheid bündeln.“

Für die Wermelskirchenerinnen und Wermelskirchener, die jetzt auch weiterhin immer einen weiteren Anfahrtsweg nach Remscheid hätten, bedauere er die Schließung sehr, sagt Dr. Volker Launhardt, Chefarzt der Inneren des Wermelskirchener Krankenhauses und Ärztlicher Direktor. „Die Versorgung in unserem Krankenhaus bleibt aber davon unberührt. Eine Notfall-Dialyse ist bei uns immer hausintern möglich. Und auch stationär aufgenommenen chronisch kranken Menschen können wir mit einer Dialyse helfen.“

Die Räume, die Diaverum im Wermelskirchener Krankenhaus genutzt haben, bleiben jetzt frei. „Wir sind schon dabei, die Räume in unser Zukunftskonzept für eine neue Nutzung mit einzuplanen“, sagt der Ärztliche Direktor. Was genau, damit geschehe, stehe aber noch nicht fest.

Das Zentrum in Wermelskirchen gehörte seit 2012 zu Diaverum und wurde als Nebenbetriebsstätte des Zentrums Diaverum Remscheid betrieben. Im Juni war das Zentrum aufgrund der personellen Situation vor Ort vorübergehend geschlossen worden, um die Patientinnen und Patienten sicher versorgen zu können und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihren wohlverdienten Urlaub zu ermöglichen. Zudem sollte die Wasseraufbereitungsanlage des Dialysezentrums während der Schließung ausgetauscht werden.

In der Zeit der Schließung wurde deutlich, dass es auch weiterhin Sinn macht, die Tätigkeit an einer Betriebsstätte zu konzentrieren. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei in Remscheid gesorgt, ihre Arbeitsplätze sollen in Remscheid erhalten bleiben.

„Alles in allem behalten wir immer den zukunftsgewandten Blick“, sagt Dr. Volker Launhardt, Ärztlicher Direktor des Wermelskirchener Krankenhauses. „Wir hoffen, dass jetzt alle Wermelskirchener Dialyse-Patientinnen und Patienten mit der neuen Situation zurechtkommen.“

 Der 86-jährige Karl Kronner hat mit dem Dialyse-Zentrum Haus Jägerwald in Lennep ein Dialyse-Zentrum für sich gefunden. „Hier ist es ein bisschen wie im Urlaub“, erzählt er. „Hier kümmert man sich rührend um die Patienten.“

Dialyse

Als Dialyse wird ein Blutreinigungsverfahren bezeichnet, das seit 1924 bei Nierenversagen als Ersatzverfahren bei Menschen zum Einsatz kommt. Die Dialyse ist neben der Nierentransplantation die wichtigste Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen und eine der Behandlungsmöglichkeiten.

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