Investition

Krankenhaus erneuert Intensivstation

Freuen sich über die reibungslose Sanierung: (v.l.) : Dr. Volker Launhardt, Christian Madsen, Dr. Katrin Colinas-Winkler, Astrid Müller, Thomas Rittershaus und Manuel Noack.
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Freuen sich über die reibungslose Sanierung: (v.l.) : Dr. Volker Launhardt, Christian Madsen, Dr. Katrin Colinas-Winkler, Astrid Müller, Thomas Rittershaus und Manuel Noack.

Über 300.000 Euro hat die Geschäftsleitung investiert – das Geld stammt aus dem Corona-Fond.

Von Anja Carolina Siebel

Es ist eine logistische Herausforderung, der sich die Geschäftsleitung des Krankenhauses gestellt hat. Seit Anfang August wurde an der Königstraße die Intensivstation erneuert. „Eine solche vulnerable Station zu modernisieren, das ist eben nicht zu vergleichen mit regulären Renovierungsarbeiten“, sagt Krankenhausgeschäftsführer Christian Madsen.

Am kommenden Dienstag, 20. September, werden die Patienten, die zurzeit auf der Station 4 untergebracht sind, die zehn Betten in den sanierten Räumen im Erdgeschoss des Hauses beziehen. Ein letzter logistischer Kraftakt, mit dem die Sanierung der Intensivstation dann endgültig abgeschlossen sein wird.

Schon vier Wochen vor der Räumung der alten Station begannen der Technische Leiter des Krankenhauses, Manuel Noack, sein Team, die Ärzte und Pflegekräfte mit den aufwendigen Vorbereitungen. „Wir mussten ja schauen, dass die Monitore funktionieren, die Sauerstoffversorgung. Kurz: Alles, was auf einer Intensivstation benötigt wird, mussten wir jetzt kurzfristig auf die Normalstation verlegen.“

Die Geschäftsleitung hatte bewusst entschieden, den Umbau im Sommer vorzunehmen. „Weil wir ja auf einige Betten der ansonsten chirurgischen Station 4 verzichten mussten“, erklärt Christian Madsen. Geklappt habe das reibungslos, so dass die Arbeiten direkt Anfang August starten konnten.

Der Zeitpunkt war ideal. Denn das Krankenhaus ist zurzeit in der Planung für eine umfassende Digitalisierung. „Wir wollen und müssen hin zu papierlosem Arbeiten, rein digitalen Patientenakten und digitaler Kommunikation. Weil die Intensivstation mit ihren vielen Verkabelungen und Netzwerken einen großen und wichtigen Teil dieser Digitalisierung ausmachen würde, sei der Zeitpunkt ideal gewesen. Die Kosten für die Modernisierung der Intensivstation schätzt Krankenhausgeschäftsführer Christian Madsen auf über 300 000 Euro. Geld, das aus dem so genannten Corona-Sonderprogramm stammt, das Kliniken während der Pandemie ausgezahlt bekamen.

Zufriedene Mitarbeiter sind ein wichtiger Aspekt

Astrid Müller zeigt, wo die Fäden der Station künftig zusammenlaufen.

Damit konnte man aber auch eine ganze Menge machen. So wurde mehr Raum für Materialien geschaffen, Energie sparende, moderne LED-Lichtsysteme wurden angebracht, das Zentralmonitoring, also der große Rechner, über den die Daten aller Patienten-Monitore zusammenlaufen, wurde ausgelagert. „Damit die IT nicht bei jedem Arbeitsschritt die Intensivstation betreten muss“, erklärt Haustechniker Manuel Noack. Es wurden zudem neu gestaltete Wartebereiche für Angehörige eingerichtet. „Insgesamt ist alles bequemer und praktischer für Mitarbeiter und Angehörige“, sagt Christian Madsen. „Die Patienten genießen den gleichen medizinischen Service. Die Geräte waren auch vorher schon auf dem neuesten Stand“, unterstreicht der Geschäftsführer.

Für das Team des Krankenhauses „absolut sinnvoll investiertes Geld“, sagt auch Dr. Katrin Colinas-Winkler, Chefärztin der Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus. Und sie nennt einen weiteren Aspekt: „Zufriedene Mitarbeiter sind uns ja auch sehr wichtig. Und die arbeiten eben gern mit modernem Equipment.“

Pflegedienstleiter Thomas Rittershaus und Astrid Müller als pflegerische Teamleiterin der Intensivstation können das bestätigen: „Dass hier alles modern und nach neuesten Richtlinien gestaltet ist, erleichtert es uns ja auch, in Zukunft neue Mitarbeitende in der Pflege zu finden“, unterstreicht Astrid Müller.

Prämie

Die Landesregierung stellte vor zwei Jahren insgesamt eine Milliarde Euro für Krankenhäuser und Pflegeschulen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Davon entfielen 750 Millionen Euro auf die Krankenhäuser. Zu den förderbaren Projekten zählten vor allem „patientennahe Verbesserungen“ in den Kliniken.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Gutes Gefühl

anja.siebel@rga.de

Das Krankenhaus ist in Wermelskirchen bisher immer eine feste Größe. Während andernorts Kliniken privatisiert wurden und jetzt, nicht zuletzt durch explodierende Energiekosten, zum Teil um ihre Existenz bangen müssen, ist die Klinik an der Königstraße eine Bank. Das zeigt sich auch jetzt wieder. Mit der Sanierung der Intensivstation setzt die Geschäftsleitung ein Zeichen: für Wachstum und in Richtung Zukunft. Denn ein attraktives Erscheinungsbild und angenehme Arbeitsbedingungen sind auch für ein Unternehmen wie ein Krankenhaus nichts Oberflächliches.

Im Gegenteil sorgt es dafür, dass potenzielle neue Mitarbeiter Interesse haben, sich zu bewerben und sich schließlich an ihrem Arbeitsplatz auch wohlfühlen. Das schafft ein gutes Gefühl. Auch für Patienten und Angehörige. Die sich darauf verlassen können, dass das Krankenhaus vor Ort bleibt und somit die medizinische Versorgung in Stadt und Umgebung gesichert ist.

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