Auszeichnung

Krankenhaus erhält Qualitätssiegel

Maike Honecker (l.) und Monika Hartung zeigen das Hygiene-Qualitätssiegel, das das Krankenhaus zum dritten Mal erhielt. Foto: Anja Carolina Siebel
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Maike Honecker (l.) und Monika Hartung zeigen das Hygiene-Qualitätssiegel, das das Krankenhaus zum dritten Mal erhielt.
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Der Ärztliche Direktor des Krankenhauses rät in der Pandemie zur Besonnenheit.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Eine gute Nachricht: Derzeit gibt es keine Fälle von Sars-CoV-2-Erkrankten im Wermelskirchener Krankenhaus. Der Ärztliche Direktor Dr. Volker Launhardt beobachtet die pandemische Lage genau. „Generell werden in der Region und auch bundesweit trotz steigender Fallzahlen wenig Infizierte in den Kliniken behandelt“, sagt er. Warum das so sei, wisse er genau so wenig wie führende Virologen, sagt Launhardt. „Das kann viele Ursachen haben. Zum Beispiel die derzeit hohe Anzahl von Testungen. Launhardt führt aber auch eine These des Virologen Professor Dr. Hendrik Streeck an: Aufgrund der Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise des Abstandes und der vielfach getragenen Mund-Nase-Maske könnte die Virus-Last, die Menschen in Kontakt mit Infizierten abbekommen, geringer sein.

Letztlich gehe es darum, achtsam und gleichzeitig besonnen zu sein. Grund zur Panik gebe es absolut nicht, unterstreicht der Wermelskirchener Internist. Zudem warnt er erneut davor, wichtige medizinische Behandlungen oder Untersuchungen im Krankenhaus wegen der Angst vor einer möglichen Ansteckung zu vermeiden. Launhardt: „Studien zeigen, dass das Patienten so machen, und auch unsere Belegung ist spürbar niedriger als in vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre. Das ist fatal.“

„Strikte Besuchsverbote entsprechen nicht unserer ethischen Haltung.“

Dr. Volker Launhardt, Ärztlicher Direktor

Dabei, so betont der Mediziner, seien die Hygienebedingungen im Krankenhaus besser und günstiger als anderswo. Das zeigt auch das Qualitätssiegel im Bereich Hygiene, das das Wermelskirchener Krankenhaus gerade zum dritten Mal erhalten hat. „Unsere Hygienestandards waren immer sehr hoch angesetzt, aber wir lernen auch täglich hinzu“, sagt die Pflegedienstleitung und Hygienebeauftragte des Krankenhauses, Monika Hartung. „Wir sehen zu, dass wir auf dem Laufenden sind. Und das täglich“, betont die Expertin. Das Team des Krankenhauses gehe bei der Besucherregelung einen „gesunden Mittelweg“.

Zum einen werden Besucher am Eingang streng kontrolliert. Jeder muss einen Zettel ausfüllen, auf dem er bestätigt, dass er keine grippeähnlichen Symptome hat und in den letzten Tagen nicht mit einem möglicherweise Infizierten Kontakt hatte. Die Besuche sind beschränkt; es darf in der Regel immer nur ein Besucher für eine bestimmte Zeit zu einem Patienten ins Zimmer.

Aber es gibt auch Ausnahmen. „Wenn wir beispielsweise eine betagte Patientin haben, die ihren 90. Geburtstag feiert, sie allein auf dem Zimmer liegt und vielleicht zwei Gäste sie besuchen möchten, dann geht das bei uns auch schon mal“, erklärt Monika Hartung. Dr. Volker Launhardt betont: „Wir möchten, dass unsere Besucherregelung human abläuft und wir entscheiden individuell, was für die Patienten gut und wichtig und was demgegenüber für uns auch aus Hygiene-Gründen vertretbar ist. Strikte Besuchsverbote lehnen wir ab. Sie entsprechen nicht unserer ethischen Haltung.“ Vielmehr setze das Krankenhaus auf strikte Einhaltung der Hygieneregeln. Und das mit Erfolg. Launhardt: „Alle Testungen, die bei uns bisher auch unter den Mitarbeitern stattgefunden haben, zeigten negative Ergebnisse.“ Sprich: Einen Corona-Ausbruch mit mehreren Infizierten habe es im Krankenhaus bisher nicht gegeben.

„Ich verstehe überhaupt nicht wirklich, warum die Menschen teilweise solche Angst haben, ins Krankenhaus zu gehen und sich dort anzustecken“, sagt Hygienefachkraft Maike Honecker dazu. „Ich fühle mich als Mitarbeiterin hier sicherer als wenn ich abends den Supermarkt um die Ecke besuche.“

Kampagne

Die Blaulicht-Organisationen des Kreises machen mit einer breit angelegten Kampagne eindringlich darauf aufmerksam, dass die Corona-Pandemie noch längst nicht vorbei ist. So sollen die Bürger für Abstandsregeln und Hygienevorschriften sensibilisiert werden. In Kooperation mit dem Krisenstab und dem Gesundheitsamt engagieren sich Mitglieder unterschiedlicher Institutionen aus der Region dafür, dass es im Herbst nicht zu einer zweiten Welle an Infektionen in der Region kommt. Darunter auch das Krankenhaus.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Achtsamkeit und Besonnenheit, das sind zwei wichtige Attribute, zu denen die Mediziner des Krankenhauses in der Corona-Pandemie raten. Achtsamkeit, weil die Pandemie, man bemerkt das vor allem an den wieder steigenden Infektionszahlen, noch nicht vorbei ist. Besonnenheit, weil es keinen Grund zur Panik gebe. Und wer sollte das besser wissen als jene, die quasi an der Quelle sitzen. Die die pandemische Lage täglich verfolgen, selbst schon mit Infizierten und Erkrankten zu tun hatten. Es scheint, das beobachtet auch Dr. Volker Launhardt, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, zwei extreme Sichtweisen in der Pandemie zu geben: Zum einen sind da jene, die sich vor lauter Vorsicht und Sorge kaum noch aus dem Hause trauen und zum Teil sogar wichtige medizinische Eingriffe oder Untersuchungen aus Angst vor einer Ansteckung ablehnen. 

Und dann gibt es die, die gar nichts mehr wissen wollen von einer Pandemie und sich am liebsten eher heute als morgen die Mund-Nase-Maske aus dem Gesicht reißen würden. Beides ist nicht ratsam. Wie immer hilft wohl das gesunde Mittelmaß. Und das Vertrauen in die, die es wissen müssen.

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