Klinik-Patient mit Coronavirus infiziert

Gerade in Kliniken und Pflegeeinrichtungen testet das Gesundheitsamt jetzt häufiger. Symbolfoto: Christian Beier

Gesundheitsamt testet ab sofort routinemäßig Neuaufnahmen

Von Anja Carolina Siebel

Es war ein Zufallsbefund am späten Mittwochnachmittag. Wie das Kreisgesundheitsamt am Donnerstag mitteilte, wurde ein im Wermelskirchener Krankenhaus neu aufgenommener Patient positiv auf das Coronavirus getestet. „Er zeigt keinerlei Symptome, ist wegen einer völlig anderen Erkrankung bei uns stationär aufgenommen worden“, heißt es aus dem Krankenhaus auf Nachfrage.

„Wir sind einer der Kreise mit den wenigsten Infektionen.“

Birgit Bär, Krisenstab

Alle 32 Kontaktpersonen des Mannes bekamen noch am selben Tag einen Abstrich. Inzwischen hat die Kreisverwaltung mitgeteilt, dass nur einige wenige der Ergebnisse noch ausstünden, der Großteil der Beteiligten aber negativ getestet wurde.

„Routine-Testungen sind jetzt Standard in Kliniken und Pflegeeinrichtungen“, erklärt Birgit Bär vom Corona-Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises. Das heißt: Alle Personen, die bei dem Mann im Zimmer waren, seien es andere Patienten, Mediziner, Pflegekräfte oder das Reinigungspersonal, müssten getestet werden. Bär: „Das läuft in Kliniken und Pflegeeinrichtungen inzwischen noch strenger ab.“ Und zwar, um zu verhindern, dass es gerade dort Ausbrüche der Erkrankung gibt.

Vier Kliniken im Rheinisch-Bergischen Kreis haben es bereits erlebt, dass es positive Tests im Patienten- oder Personalbereich gab. „Das“, sagt Birgit Bär, „werden wir sicher auch noch öfter mitbekommen, weil wir eben umfangreicher testen.“

Sollten Mitarbeiter des Krankenhauses jetzt mit dem Coronavirus infiziert sein, müssen sie nicht weiterarbeiten, unterstreicht Birgit Bär. Flächendeckende Tests unter Klinikpersonal gebe es ansonsten nicht regelmäßig. „Dafür fehlen uns die Kapazitäten.“ Wenn allerdings jemand Symptome zeige, würde er selbstverständlich getestet und müsse auch zu Hause bleiben.

In einigen Fällen sei es indes auch so, dass die Infektionen symptomlos verlaufen, so wie bei dem Patienten im Wermelskirchener Krankenhaus. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der so genannten „Heinsberg-Studie“ die der Virologe Hendrik Streeck und sein Team Anfang der Woche veröffentlichten. Die Dunkelziffer der Infizierten, heißt es darin, sei höher als zunächst erwartet. Eben weil es auch viele symptomlos verlaufende Fälle gebe.

„Das beobachten wir auch in der Praxis“, sagt Birgit Bär. Und sie hat noch eine erfreuliche Nachricht: „Der Rheinisch-Bergische Kreis ist zurzeit einer der Landkreise mit den wenigsten Infektionen. Und wir arbeiten daran, dass das so bleibt.“

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