Kitas sind im Ausnahmezustand, Eltern am Limit

Anne Biermann betont, dass sich ihre vehemente Kritik und mahnenden Appelle nicht gegen die Schulen und ihre ebenfalls betroffenen Lehrkräfte richtet. Foto: Stephan Singer
+
Anne Biermann betont, dass sich ihre vehemente Kritik und mahnenden Appelle nicht gegen die Schulen und ihre ebenfalls betroffenen Lehrkräfte richtet.

Geändertes Corona-Testverfahren: Vierfache Mutter schreibt Brandbrief an NRW-Minister

Von Anja Carolina Siebel und Leon Hohmann

Derzeit macht der Brandbrief einer Vierfachmuter aus Wermelskirchen die Runde. Anne Biermann machte ihrem Ärger über das „Hü und Hott“ in der Corona-Pandemie in einem offenen Brief an NRW-Ministerin Yvonne Gebauer (Schule und Bildung) sowie Minister Dr. Joachim Stamp (Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration) Luft. Ausschlag gab der jüngste Beschluss des Ministeriums, dass sich im Falle eines positiven Pool-Tests (also Gruppen-Tests in einer Klasse oder Kita-Gruppe) die Eltern selbst um einen Bürgertest kümmern sollen, um festzustellen, ob das eigene Kind positiv ist. Das sei für die Eltern nicht zu stemmen.

„Wir sind frustriert, müde, kaputt, mit den Nerven am Ende und wütend. Nichts ist mehr planbar, wir sind in einem Dauerstressmodus gefangen und werden immer wieder vertröstet“, schreibt Biermann. Und auch bei den Kindern nähmen Anspannung und negative Gefühlslagen zu.

Die Stadtverwaltung, der nach eigener Aussage der Brief nicht vorlag, äußert sich dazu auf Nachfrage wie folgt: Dass es durch die Pooltestungen und den daraus resultierenden Schließungen einzelner Gruppen in den Kitas zu einer Mehrbelastung bei den Eltern führe, sei Jugendamtsleiterin Barbara Frank natürlich bewusst. „Wir können aber aktuell nicht mehr tun, als immer wieder um Verständnis für die aktuelle Situation zu bitten und alles zu unternehmen, um die Kitas zumindest mit einer Notbetreuung am Laufen zu halten“, sagt sie. Die Stadt könne aber akut nichts ändern, weil sie keinen eigenen Gestaltungsspielraum habe. „Wir müssen uns - wie alle anderen Kommunen im Kreis auch - an die landeseinheitliche Coronaschutzverordnung und die Corona-Betreuungsverordnung halten.“

Von vielen Eltern würden die Pooltestungen übrigens positiv angenommen. Sinn der Pooltestungen sei es, gerade symptomfreie Kinder und Mitarbeitende zu finden, um nach Möglichkeit eine weitere Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante zu vermeiden. Nur so könne die Betreuung in den Einrichtungen insgesamt sicherer gestaltet werden.

Weil wegen hoher und weiter steigender Infektionszahlen häufig Kita-Gruppen geschlossen werden müssten, biete die Stadt in einigen Einrichtungen derzeit Notbetreuungen an:

Kita Bussardweg: Bis Freitag, 4. Februar, werden nur zwei Notgruppen für Kinder ab drei Jahren im Haupthaus sowie das Nest öffnen. „Wir bitten aber darum, dass nur Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen, die beruflich zwingend darauf angewiesen sind“, so Jugendamtsleiterin Barbara Frank. Wann der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht abzusehen.

Kita Jahnstraße: Die Notbetreuung der Katzen- und Kükengruppe muss bis einschließlich Freitag, 4. Februar, aufrechterhalten werden.

Kita Ecker: Ein Regelbetrieb ist diese Woche nicht möglich. Es wird eine Notbetreuung angeboten.

Kita Grunewald: Auch hier gibt es nur eine Notbetreuung, vorerst bis Ende der Woche.

Kita Forstring: Laut Stadt sei die personelle Mindestbesetzung für den Regelbetrieb bis einschließlich Freitag nicht gewährleistet. Allerdings kann eine Notbetreuung in drei Gruppen während der regulären Öffnungszeiten angeboten werden. Ob alle Gruppen ab Montag wieder geöffnet sind, hängt von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens ab.

Kita Wirtsmühle: Die Öffnungszeiten der Igelgruppe sind bis Freitag reduziert. Eine Betreuung wird nun in der Zeit von 8 bis 14 Uhr angeboten.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Musikschulleiterin hat gekündigt
Die Musikschulleiterin hat gekündigt
Die Musikschulleiterin hat gekündigt
Trecker-Oldtimer und Feuerwehren
Trecker-Oldtimer und Feuerwehren
Trecker-Oldtimer und Feuerwehren
Grüne: Verkehrswende muss beginnen
Grüne: Verkehrswende muss beginnen
Grüne: Verkehrswende muss beginnen
Offene Geschäfte und buntes Treiben beleben die Stadt
Offene Geschäfte und buntes Treiben beleben die Stadt
Offene Geschäfte und buntes Treiben beleben die Stadt

Kommentare