Betreuung

Kita-Situation entspannt sich deutlich

Am ehemaligen Gemeindehaus an der Eichholzer Straße entsteht die neue Kita. Foto: Anja Carolina Siebel
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Am ehemaligen Gemeindehaus an der Eichholzer Straße entsteht die neue Kita.

Nach der Eröffnung an der Hilfringhauser Straße soll 2021 die Kita Eichholzer Straße folgen.

Von Anja Carolina Siebel

Jugendamtsleiter Andreas Voß ist zufrieden. „Wir sind mit der Kita-Planung in Wermelskirchen jetzt auf der Zielgeraden“, sagt er. Mit der Eröffnung der Einrichtung an der Hilfringhauser Straße hat die Stadtverwaltung in Sachen Kita-Bedarfsplanung einen weiteren Meilenstein hingelegt. Die Bauphase dauerte von Februar bis jetzt. „Das ging wirklich schnell“, findet Andreas Voß.

Schon im ersten Halbjahr habe sich die Betreuungssituation in Wermelskirchen „komplett entschärft“. So hat die evangelische Kita Tente eine weitere Gruppe hinzugewonnen sowie die Waldkita eine zweite. Fertig sind auch die zweite und dritte Gruppe der katholischen Einrichtung in Grunewald. Die Erweiterung der Kita Forstring sei auf einem guten Weg, die Hilfringhauser Straße als neue Einrichtung jetzt bis auf einige Außenarbeiten fertig. Und: Auch Am Ecker entstand eine zweite Kita-Gruppe. Die Elterninitiative „Stöppken“ eröffnete die gleichnamige Kita im August in der Telegrafenpassage. Und wird im Sommer 2021 eine zweite Gruppe beherbergen können.

„Wenn wir 2021 die Kita Eichholzer Straße bezugsfertig haben, haben wir insgesamt 331 Plätze geschaffen“, sagt Andreas Voß.

Wie berichtet, hat sich die Stadt wie auch bei der neu entstandenen Kita Hilfringhauser Straße an der Eichholzer Straße für ein sogenanntes Träger-Investoren-Modell entschieden. Das heißt, sie fungiert nicht selbst als Bauherr, sondern beauftragt dazu eine Fremdfirma.

Das ist im Fall der Eichholzer Straße die Firma Terhalle, ein aus einer Schreinerei gewachsenes Holzbauunternehmen aus Ahaus. Entsprechend werde das neue Gebäude bei Dabringhausen-Stumpf in Holzbauweise gebaut, berichtete Jorina Senger bereits voriges Jahr in einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses. 100 Kitas habe der Investor bereits bundesweit errichtet.

Neubau besteht aus zwei Kuben

Der Neubau wird aus zwei Kuben bestehen, auf die die Gruppen aufgeteilt sein werden. Sie sind durch einen langgestreckten Spielflur voneinander getrennt. Das bedeutet für das Team, eine räumliche Trennung, aber gleichzeitig auch Gemeinschaft.

Das Gebäude ist wie gewünscht eingeschossig, passt sich somit dem Umgebungs-Baustil an der Eichholzer Straße gut an. Ein Teil des Außenbereichs in Hofform wird es an der Gebäudefront geben. Die Fläche ist vorwiegend für die kleineren Kinder gedacht. An der linken Seite befindet sich der Eingang. An der Hinterfront wird es einen großen Raum geben, der als Mehrzweckraum oder Turnhalle genutzt werden kann. An die drei Gruppenräume sind jeweils Geräteräume angeschlossen.

Und es gibt einen Elternraum, in dem die Eltern in der Eingewöhnungszeit ihrer Kinder verweilen oder Gespräche mit den Erziehern führen können. Eine „Matsch-Schleuse“ zum Schuhe-Ausziehen nach dem Toben draußen wird außerdem vorhanden sein.. Der Clou ist eine von außen zugängliche Toilette. Das PME-Team wird sich für die Küche eines Cateres bedienen. „Wir brauchen aber trotzdem die ausgestattete Küche, um Dinge auch mal frisch aufbereiten zu können“, sagte Senger im Ausschuss.

Andreas Voß ist zunächst froh darüber, dass der derzeitige Bedarf an Kindergartenplätzen in Wermelskirchen erst einmal gedeckt ist. „Uns ist aber bewusst, dass sich das jederzeit wieder ändern kann.“ Für den Fall der Fälle, zum Beispiel, wenn es nach einem geburtenstarken Jahrgang wieder mehr Bedarf geben würde, hätte die Stadtverwaltung aber schon Pläne in der Hinterhand. Voß: „Darüber können wir zwar jetzt noch nicht konkret sprechen, aber wir wissen, was dann zu tun ist.“ Er gibt zu bedenken, dass sich solche akuten Bedarfsnöte „nicht von heute auf morgen“ lösen ließen. „Das hat man ja bei unserer Aufstockung jetzt gesehen, Es braucht eine Menge Vorlauf. Aber mit den Baufortschritten waren wir, sobald die Planung abgeschlossen war, sehr zufrieden.“ 

Kita-Lage

In einer Ausschusssitzung 2018 entbrannte ein Streit über den Standort Eichholz, mit dem die Grünen ein Problem hatten. Die Kita lag den Grünen zu isoliert und sei nur mit dem Auto zu erreichen. Genau diese Lage sei aber ideal, um die Kita sowohl von Dabringhausen als auch Dhünn zu erreichen, erklärte damals der Erste Beigeordnete Stefan Görnert. Das Verkehrskonzept müsse indes noch entwickelt werden.

Standpunkt: Wichtige Schritte

Von Anja Carolina Siebel

Noch vor gut einem Jahr war es praktisch unvorstellbar zu sagen, man könne in Wermelskirchen zufrieden sein mit der Betreuungssituation in den Kindertageseinrichtungen. Jetzt ist es aber so. Nachweislich hat die Stadtverwaltung ordentlich Gas gegeben bei der Errichtung neuer Gruppen.

anja.siebel@rga-online.de

Der Bau der Kita Hilfringhauser Straße erfolgte praktisch im Dauerlauf. Innerhalb von wenigen Monaten war das moderne Gebäude fertiggestellt. Jetzt geht es auf die Zielgerade. Mit der Einrichtung an der Eichholzer Straße. Und wenn das genauso fix geht, dürfte der Bedarf in Wermelskirchen – erst einmal – wirklich gedeckt sein. Starke Leistung. 

Dass die Verwaltung allerdings schon den Plan B in der Tasche hat, ist ebenso positiv. Denn in den vergangenen Jahren konnte man beobachten, wie rasch es doch gehen kann, dass das Betreuungsangebot mit einem Mal am Limit angekommen ist. So ist es umso beruhigender zu hören, dass es auch schon Pläne für den Fall gibt, dass es in nächster Zeit doch wieder eng werden könnte. Zum Beispiel, wenn sich mehr junge Familien für einen Umzug aus den Metropolen aufs Land entscheiden.

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