Pandemie

Kirchen bieten Alternative an Heiligabend

In der Stadtkirche Wermelskirchen finden an Heiligabend Gottesdienste statt, die online verfolgt werden können. Foto: Anja Carolina Siebel
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In der Stadtkirche Wermelskirchen finden an Heiligabend Gottesdienste statt, die online verfolgt werden können.
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Christen sollen Gottesdienste per Live-Stream verfolgen.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es soll ein Angebot für alle sein. „Und deshalb wünschen wir uns Rücksichtnahme“, sagt Pfarrer Dr. Volker Lubinetzki von der Evangelischen Stadtkirchengemeinde. Das heißt im Klartext: Jene, die die Möglichkeit haben, sollen die evangelischen Heiligabendgottesdienste von zuhause via Live-Stream im Internet verfolgen. Und die, die diese Möglichkeit nicht haben, können zu Weihnachten – mit Voranmeldung und unter strengen Hygienerichtlinien – in die Kirchen kommen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen bietet in diesem Jahr an Heiligabend drei Gottesdienste an, die auf die besonderen Umstände während der Corona-Pandemie Rücksicht nehmen und möglichst vielen Menschen das Mitfeiern ermöglichen sollen: Ein Stationengottesdienst – vor allem für Familien und jüngere Leute – findet von 13.30 bis 15.30 Uhr in und um die Stadtkirche statt.

In Kleingruppen bis zu zehn Personen soll Weihnachten so „auf dem Weg‘ erlebbar“ gestaltet werden, beschreibt es Lubinetzki.

Für den Stationengottesdienst ist ausschließlich eine Onlineanmeldung über das Terminportal Evangelische Stadtkirchengemeinde (EKir) vorgesehen; auf diesem Weg können sich kleine Gruppen oder Familien in kurzen zeitlichen Abständen für einen Rundgang anmelden.

Zwei weitere Gottesdienste – um 16.30 Uhr und 18.30 Uhr – werden zusätzlich live auf dem YouTube-Kanal „Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen“ gestreamt und können zuhause mitgefeiert werden.

Bei diesen beiden Gottesdiensten gibt es das beschriebene sehr begrenzte Platzangebot in der Kirche, das vor allem für diejenigen gedacht ist, die keinen Internetzugang haben und mit den modernen Medien nicht so vertraut sind.

Für die beiden Videogottesdienste stehen jeweils 60 Plätze in der Stadtkirche zur Verfügung. Von diesen je 60 Plätzen werden online – ebenfalls auf dem Terminportal der EKiR – pro Gottesdienst 20 Plätze vergeben; eine telefonische Anmeldung für die jeweils weiteren 40 Personen ist über das Gemeindebüro (Tel. 0 21 96 7 29 00 60) möglich. Die Gottesdienste an den übrigen Feiertagen werden als normale Präsenzgottesdienste mit den mittlerweile üblichen Vorkehrungen und Hygienemaßnahmen gefeiert.

„Es ist eine besondere Zeit, alles ein wenig anders als sonst“, räumt Dr. Volker Luninetzki ein. „Aber ich freue mich darüber, wie kreativ die Gemeindeglieder sind. Sie lassen sich viele Dinge einfallen, die auch jetzt möglich sind.“ Er meint damit zum Beispiel den „Weihnachtsweg“ der Kirchen, bei dem die Wermelskirchener Krippe und kirchliche Symbole in Schaufenstern von Geschäften bestaunen können. Oder aber den Adventsflashmob, bei dem, immer an anderen Orten der Stadt, im Freien Advents- und Weihnachtsmusik zu hören ist. „Beeindruckend fand ich auch den Gottesdienst im Freien, den die Gemeinde Tente am ersten Adventssonntag organisiert hat“, sagt der Pfarrer.

Heizung läuft während des Gottesdienstes nicht

Die Sonntagsgottesdienste in den Kirchen finden derzeit noch regulär als Präsenzgottesdienste statt. Allerdings unter etwas erschwerten Bedingungen. „Sie müssen kürzer sein als üblich“, berichtet Lubinetzki. „Denn wir dürfen wegen der höheren Infektionsgefahr in der Stadtkirche unsere Umluftheizung nicht betätigen.“ So wird zu Beginn des Gottesdienstes einmal durchgeheizt und die Heizanlage dann ausgeschaltet. Die Gottesdienste werden auf eine Dreiviertelstunde begrenzt.

Gleichwohl er es ein wenig schade finde, dass vor allem die Heiligabendgottesdienste nicht wie üblich in der Kirche gefeiert werden können, erwähnt er das mögliche Positive: „Vielleicht behalten wir diese Zeit ja als eine ganz Besondere in Erinnerung. | Standpunkt

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Es ist eine besondere Zeit, in der wir gerade leben. Für viele anstrengend und langwierig, für manche sogar extrem belastend, ja existenzgefährdend oder beängstigend. Aber es gibt durchaus auch positive Aspekte. Zum Beispiel den, dass die Kreativität der Menschen an vielen Stellen noch einmal besonders hervortritt. Das ist auch in den Kirchengemeinden so. Sie tun derzeit alles, um die frohe Adventsbotschaft trotz Corona-Krise in die Herzen zu bringen. Mit Freiluft-Gottesdiensten, kleinen Open-Air-Konzerten oder dem „Weihnachtsweg“ in den Wermelskirchener Schaufenstern. Gesten, die zeigen, dass Zusammenhalt gerade in Zeiten wie diesen ganz besonders wichtig ist. Dazu gehört natürlich auch Rücksichtnahme. 

Pfarrer Volker Lubinetzki wünscht sich, dass jene, die zu Hause die Möglichkeit haben, die Heiligabendgottesdienste zu verfolgen, anderen den Vortritt lassen, in die Kirche zu gehen und die Zeremonie live zu verfolgen. Das sollte drin sein. Und auch sonst lohnt es sich, gerade in dieser Zeit, aber auch in allen anderen, ein Auge auf den Nachbarn zu haben. Gemeinsam lässt es sich leichter durch diese besondere Zeit schaffen. 

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