In den Sommerferien

Kinderstadt öffnet wieder die Pforten

So sah es 2018 beim großen Abschlussfest der Kinderstadt auf dem Katt-Gelände aus. Und ähnlicher Trubel wird dort sicher auch dieses Jahr wieder herrschen.
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So sah es 2018 beim großen Abschlussfest der Kinderstadt auf dem Katt-Gelände aus. Und ähnlicher Trubel wird dort sicher auch dieses Jahr wieder herrschen.

Ab dem 27. Juni herrscht auf dem Gelände der Kattwinkelschen Fabrik buntes Treiben.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Es werden ein paar weniger Kinder sein, die sich dieses Jahr in den ersten beiden Sommerferien-Wochen auf dem Gelände der Kattwinkelschen Fabrik tummeln. Waren es in den Jahren vor der Corona-Pandemie noch weit über 200, hatten Kolja Pfeiffer und sein Team von der Katt diesmal nur 150 Anmeldungen auf dem Tisch. „Woran das liegt, darüber können wir nur spekulieren“, sagt Kolja Pfeiffer. „Vielleicht müssen sich die Familien nach der Corona-Pandemie erst wieder daran gewöhnen, dass Veranstaltungen stattfinden.“

Auch die Wermelskirchener Kinderstadt hatte jetzt zwei Jahre pausiert. Umso mehr freuen sich die rund 40 Mitarbeitenden, wieder mit den Kindern auf Erlebnisreise zu gehen. Mit Kreativ-Workshops, Ausflügen und „echter Arbeit“, für die es auch wieder wie gewohnt Kinderstadt-Taler gibt, werden sich die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren in den ersten beiden Ferienwochen die Zeit vertreiben.

Es ist inzwischen schon die 14. Kinderstadt, die in Wermelskirchen stattfindet. Die Firma Ortlinghaus ist seit zehn Jahren dabei. Und hat in ihren eigenen Reihen inzwischen einige junge Mitarbeitende, die selbst vor einiger Zeit in der Kinderstadt dabei waren. „Das glaubt man vielleicht nicht, aber die Kinder erinnern sich an uns, wenn sie mal im Praktikums- oder Ausbildungsalter sind“, erzählt Achim Wetzel. „Die sagen dann: Das war doch cool bei Ortlinghaus am Stand. Da schauen wir uns im Praktikum mal um. Da hatten wir tatsächlich schon einige – und das kommt uns natürlich entgegen.“

Kinder können ihre Kreativität ausleben

Der Ausbildungsleiter von Ortlinghaus ist am liebsten selbst am Stand in der Kinderstadt dabei und fertigt mit den Kindern erste Werkzeuge. „Die dürfen sie für ihr während der Kinderstadt-Zeit erworbenes Geld dann am Ende kaufen und mit nach Hause nehmen“, sagt Wetzel. Natürlich werde das alles nicht so streng genommen. „Wer nicht genug Taler hat, der darf sein Werkstück trotzdem mitnehmen.“

Aber: In der Kinderstadt soll es ähnlich ablaufen wie in einer richtigen Stadt. Die Kinder arbeiten im Reisebüro oder der Schreinerei, bringen ihr Geld zur Sparkasse und wählen einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. „Wir als Geldinstitut versuchen durch die Teilnahme auch, in den Köpfen des Nachwuchses zu bleiben“, sagt Annika Gross von der Marketingabteilung der Sparkasse. „Aber natürlich möchten wir den Kindern auch erste Schritte im Umgang mit Geld vermitteln.“ Für den musikalischen Part in der Kinderstadt sorgt Jens Mayland von der Musikschule, der seit Jahren von allen dort immer nur „Paul“ genannt wird. „Ob wir hinterher ein Konzert spielen oder einzelne Stücke, das sehen wir dann. Es liegt allein an der Motivation der Kinder.“

Die Musikgruppe trommelt aber auch die Teilnehmer zum Essen zusammen oder nimmt einzelne kleine Jingles auf. Der Verein Rockid One ist während der zwei Wochen vor Ort und fertigt mit den Kindern ein ferngesteuertes Auto, das durch Smartphone oder Tablet in Bewegung gerät. Auch die DLRG mischt mit. Einige Mitglieder werden mit Kindern an die Bever fahren.

„Es ist immer wieder erstaunlich, wie kreativ und selbstbestimmt die Kinder hier agieren“, sagt Kolja Pfeiffer. „Wir hatten zum Beispiel hier schon mal einen Vater, der seinen Sohn unbedingt in der Schreinerei unterbringen wollte. Der Sohn wollte aber lieber tanzen. Und das ist auch völlig okay; diese Freiheit haben die Kinder bei uns. Das zu tun, was ihnen liegt und worauf sie Lust haben.“

Programm

Zeitraum: Die Kinderstadt auf dem Gelände der Kattwinkelschen Fabrik findet dieses Jahr vom 27. Juni bis 8. Juli statt. Am 9. Juli steigt dann die große Party für alle Kinder und Eltern. An diesem Tag präsentieren sich die Werkstätten, stellen ihre Ergebnisse vor uns präsentieren Kreatives.

Highlights: Höhepunkte der diesjährigen Kinderstadt sind sicher die Bürgermeisterwahl am 28. Juni, das Fußballspiel „Kinder gegen Mitarbeitende“ am 30. Juni, das Pizzaessen des Kinderstadtrates mit Bürgermeisterin Marion Lück im Rathaus am 1. Juli, das Stand-up-Paddling an der Bever am 4. Juli, der Besuch der Kluterthöhle am 6. Juli oder der Ausflug zum Klettergarten Odenthal am 8. Juli.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Es geht langsam los

anja.siebel@rga.de

Da sollte man eigentlich meinen, dass die Familien der Kattwinkelschen Fabrik die Türen einrennen würden, wenn es endlich wieder eine Kinderstadt gibt. Schließlich waren in den Jahren vor der Pandemie die Wartelisten für die Teilnahme an der beliebten Veranstaltung immer lang. Aber der Anmeldeschwung hielt sich diesmal in Grenzen.

Vielleicht hat Kolja Pfeiffer von der Katt recht, wenn er vermutet, dass die Menschen sich erst wieder daran gewöhnen müssen, dass es langsam wieder losgeht, dass Veranstaltungen stattfinden, man unter Leute geht. Die Zeit der Isolation hat Spuren hinterlassen und führte dazu, dass Familie sich vielleicht auch ein wenig zurückgezogen haben und eher unter sich waren. Also rollt die ganze Sache langsam wieder an. Wichtig ist, dass es wieder anrollt. Denn gerade so tolle Veranstaltungen wie die Kinderstadt haben absolut gefehlt. Vor allem die Kinder werden sich freuen, endlich wieder im Austausch zu sein.

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