Pandemie

Kinderstadt fällt auch in diesem Jahr wieder aus

Marion Lück, Katja Töbelmann, Barbara Frank und Kolja Pfeiffer (v. l.) bedauern die Absage. Foto: Anja Carolina Siebel
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Marion Lück, Katja Töbelmann, Barbara Frank und Kolja Pfeiffer (v. l.) bedauern die Absage.
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Die Initiatoren von Verwaltung und Katt wollen sich mit Freien Trägern Alternativen ausdenken.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Sie wolle den Familien „Planungssicherheit geben“, unterstrich Marion Lück gestern Mittag. Deshalb verkündete sie gemeinsam mit den Verantwortlichen des Jugendamtes dann, was wohl viele Kinder und Eltern traurig stimmen wird: Die Kinderstadt, die immer in den ersten Sommerferienwochen in und um die Kattwinkelsche Fabrik stattfindet, muss auch dieses Jahr wieder ausfallen.

„Wir wissen nicht, wie sich die Situation mit der Corona-Pandemie bis zum Sommer entwickelt haben wird, müssten aber jetzt schon mitten in der Planung sein“, erzählt Kolja Pfeiffer, der sich vonseiten der Kattwinkelschen Fabrik für die Kinderstadt verantwortlich zeichnet. „Klar, wir hätten eine etwas andere Kinderstadt anbieten können, das wird auch andernorts so gemacht“, räumt er ein. „Wir hätten die Kinder in kleine Gruppen aufteilen und es etwas ruhiger angehen lassen können, aber gerade das wollten wir nicht. Unsere Kinderstadt ist ziemlich einzigartig. Und genau so möchten wir sie. Sie lebt von Interaktion, Kommunikation und dem Gewusel auf unserem Gelände und bei den Kooperationspartnern, in Firmen, bei Sportvereinen und so weiter. Deshalb verzichten wir dieses Jahr noch mal.“

Jugendamtsleiterin Barbara Frank ergänzt: „Wir wären ja sonst jetzt im Januar auch schon mitten in der Planung gewesen. Aber Ende des Jahres zeichnete sich eben ab, dass wir das nicht sicher vorbereiten können, ohne Gefahr zu laufen, dass wir es dann kurzfristig absagen müssten.“

Stadtjugendreferentin Katja Töbelmann möchte indes betonen, dass es die Kinderstadt „auf jeden Fall auch weiterhin geben wird. Nicht, dass jemand denkt, weil sie wegen der Pandemie jetzt schon zweimal nicht stattfinden konnte, lassen wir sie jetzt auslaufen. Das werden wir sicher nicht.“

Im Gegenteil sei man stolz auf das Projekt, das vor inzwischen 15 Jahren als Mittelalter-Sommerprojekt begonnen und sich zu einem echten Selbstläufer entwickelt hat, an dem sich bereits Generationen von Kindern erfreuten. „So wie es bei uns läuft, ist es im Bergischen eigentlich einzigartig“, unterstreicht Kolja Pfeiffer.

Er verspricht zudem, dass es in der Katt ein alternatives Angebot geben wird. „Vielleicht kleine Workshops oder Ähnliches. Wir müssen mal schauen.“ Dazu würde die Katt aber rechtzeitig einladen. Auch Katja Töbelmann ist bereits eifrig damit beschäftigt, bei den Freien Trägern, Initiativen und Vereinen für alternative Angebote in den Sommerferien zu werben. „Na klar wird etwas stattfinden können“, sagt die Jugendreferentin. „Ich werbe für quartiersbezogene, kleine Projekte. Vieles kann draußen stattfinden, Sportvereine und Kirchengemeinden werden sicher auch viele Angebote für Daheimgebliebene haben.“

Für die Kinderstadt 2022 wollen die Veranstalter sich dann etwas ganz Besonderes ausdenken und vielleicht auch besonders groß feiern. „Wir hoffen ganz stark, dass wir die Kinderstadt dann wieder so stattfinden lassen können, wie wir sie alle kennen- und liebengelernt haben“, blickt Kolja Pfeiffer optimistisch nach vorn. 

Standpunkt

anja.siebel @rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Das zweite Jahr ohne Wermelskirchener Kinderstadt. Das wird viele Kinder traurig stimmen. Denn wer schon mal dabei war, bei dem großen Trubel in und um die Kattwinkelsche Fabrik, der kann das sicher nachvollziehen. Die Atmosphäre ist einfach einmalig. Aber die Entscheidung der Initiatoren der Stadtverwaltung und der Kattwinkelschen Fabrik ist absolut nachvollziehbar. Denn bei der derzeitigen Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens kann niemand voraussagen, wie die Situation im Sommer sein wird. Und die Kinderstadt dann kurzfristig absagen zu müssen, das wäre für alle Beteiligten dann wohl wesentlich bitterer. Die Absage bedeutet indes nicht, dass in Wermelskirchen während der Sommermonate nichts stattfinden kann. Deshalb ruft Stadtjugendreferentin Katja Töbelmann Initiativen und Vereine schon jetzt dazu auf, sich Gedanken über kleine Quartierssommerprogramme zu machen. Eine gute Idee, denn sicher wird im Sommer im Freien einiges möglich sein. Und möglicherweise werden auch noch nicht so viele Familien in den Urlaub fahren, die 

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