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Kinderschutzbund trotzte der Krise

Melanie Eilers, Sabine Möllers und Ludwig Fein (stehend) freuen sich genauso wie Yannis, Anni und Janina Cyrus mit Henri, dass der Spielkreis des Kinderschutzbundes wiederbelebt wurde.
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Melanie Eilers, Sabine Möllers und Ludwig Fein (stehend) freuen sich genauso wie Yannis, Anni und Janina Cyrus mit Henri, dass der Spielkreis des Kinderschutzbundes wiederbelebt wurde.

Der Verein setzte sich für Flutopfer und die Ukraine ein und baute einen Spielkreis auf – mit Erfolg.

Von Theresa Demski

Auf dem Spielplatz in Tente toben Yannis, Anni und Henri um die Wette. Ihre Mütter sind ins Gespräch gekommen. Sabine Möllers blickt sich zufrieden um. „Wir wollten Müttern und Kindern in kontaktarmen Zeiten die Möglichkeit zur Begegnung geben“, sagt sie dann. Und deswegen hat der Kinderschutzbund im vergangenen Oktober seinen Spielkreis wiederbelebt. Seitdem treffen sich jeden Donnerstagmorgen bis zu zwölf Eltern oder Großeltern mit den Unter-Dreijährigen im Pfarrzentrum Sankt Michael oder auf dem Spielplatz in Tente. „Die Nachfrage war so groß, dass es schnell eine Warteliste gab“, sagt Ludwig Fein, Vorsitzender des Kinderschutzbunds in Wermelskirchen. Viele Vereinsangebote, Pekip-Kurse und Gruppen hatten während der Pandemie ruhen müssen.

Weil die Nachfrage so groß war, hat der Kinderschutzbund sich um einen zweiten Termin in der Woche bemüht. Der Vorstand fand mit Adriana Schwarz eine Erzieherin, die die Leitung übernahm und bat die Stadt um Unterstützung: Bei den „Frühen Hilfen“ wollte der Kinderschutzbund für den neuen Termin werben. „Das hat dann lange nicht geklappt“, sagt Fein heute.

Die nächste Nachricht las der Vorsitzende des Kinderschutzbundes in der Zeitung: Die Stadt hatte selbst ein Angebot ins Leben gerufen. „Selber Tag, selbe Uhrzeit, selbe Zielgruppe“, sagt Fein, „das haben wir als sehr unglücklich empfunden.“ Dementsprechend sei die Nachfrage für den zweiten Termin des Kinderschutzbundes noch nicht so hoch – auch wenn die Stadt den Termin inzwischen auch bewirbt. Anmeldungen für den Dienstagtermin, 9.30 Uhr bis 11 Uhr, sind unter Telefon 02196 5219 möglich.

Es sind viele Hürden, die der Kinderschutzbund in den vergangenen Monaten überspringen musste – die Terminabstimmung für die zweite Spielgruppe ist nur eine davon. „Wenn wir nicht ein kleines Polster gehabt hätten und schließlich auch von der staatlichen Corona-Hilfe hätten profitieren können, hätte die Pandemie den Kleiderladen in die Insolvenz getrieben“, sagt Fein. Nur weil ihnen der Vermieter entgegenkam und unerwartet die Corona-Hilfe ausgezahlt wurde, überlebte der Laden. „Und natürlich dank der Ehrenamtlichen“, sagt der Vorsitzende.

Fünf Monate musste der Kleiderladen im vergangenen Jahr geschlossen bleiben, bevor er unter Schutzbedingungen wieder öffnen konnte. „Da haben sich dann manchmal lange Schlangen vor der Tür gebildet, weil immer nur eine bestimmte Anzahl von Kunden in den Laden durfte“, erzählt Fein. „Aber die Kunden spielten mit, auch die Ehrenamtlichen waren eine große Hilfe.“

Mitten in der Pandemie wählte der Kinderschutzbund dann Ludwig Fein auch offiziell zum Nachfolger von Hartmut Engelbrecht. Und direkt war voller Einsatz gefragt: Als das Hochwasser die Menschen in Unterburg überraschte, packten die Ehrenamtlichen im Kleiderladen von einem auf den anderen Tag Kleidung für die Senioren zusammen, die in der Nacht ihre Wohngemeinschaft in Unterburg hatten verlassen müssen. Und als der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine begann, entschied der Kinderschutzbund, eine Kleiderlieferung in die Ukraine auf den Weg zu bringen. 100 Kleidersäcke wurden gepackt. Viele Spender hätten ihre Corona-Schätze während der Pandemie zum Kleiderladen gebracht. Die Spendenbereitschaft sei nach wie vor hoch.

„Und wir versprechen: Kein Stück geht verloren“, sagt Fein. Die besonders gut erhaltene Kleidung wandert in den Laden, andere Kleidungsstücke werden für Rumänien oder wie in diesem Jahr für die Ukraine gespendet. Und Kleidungsstücke, die nicht mehr tragbar sind, werden in die Weiterverwertung gegeben.

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