Kinderschutzambulanz erweitert das Team

Sie unterstützen das Team an der Burger Straße: (v. l.) Amelie Bona hat ihre Stelle aufgestockt und bekleidet nun als Pädagogin eine Vollzeitstelle im Therapeutenteam. Jan Hausmann ist seit 1. Mai als Vollzeit-Therapeut im Dienst und Claudia Wähner verstärkt das Sekretariat. Foto: Roland Keusch
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Sie unterstützen das Team an der Burger Straße: (v. l.) Amelie Bona hat ihre Stelle aufgestockt und bekleidet nun als Pädagogin eine Vollzeitstelle im Therapeutenteam. Jan Hausmann ist seit 1. Mai als Vollzeit-Therapeut im Dienst und Claudia Wähner verstärkt das Sekretariat.

Die Therapeutenstellen wurden aufgestockt, das Sekretariat verstärkt – RGA-Leser halfen zuletzt mit 53 800 Euro

Von Melissa Wienzek

Jedes Kind, das in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz Bergisch Land behandelt wird, ist ein Notfall. Das Team hat jeden Tag aufs Neue einen vollen Terminkalender, die Anfragen der Jugendämter häufen sich. Gerade in Pandemiezeiten. Denn durch den Lockdown erwarten Birgit Köppe-Gaisendrees und ihre Kollegen eine Zunahme von Gewalttaten. Um diesen vielen Kindern weiterhin angemessen helfen zu können, dafür haben die RGA-Leser bei der RGA-Hilfsaktion „Helft uns helfen“ mit insgesamt 53 800 Euro gesorgt. Und nun ist dieses Geld konkret angelegt worden.

Denn die Einrichtung an der Burger Straße, die Fälle von misshandelten und vernachlässigten Kindern in ganz NRW betreut, hat zum 1. Mai um anderthalb Therapeutenstellen aufgestockt. Dafür mussten Räume umgebaut und entsprechend ausgestattet werden. „So können nun mehr Kinder gleichzeitig gesehen werden. Gerade auch bei Familien mit mehreren Kindern ist das ein großer Vorteil“, sagt Dorothea Schauf, Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit.

Die RGA-Leser halfen hierbei mit ihrer Spende. Das Geld kann die Einrichtung vor allem in diesem Jahr gut gebrauchen. Denn durch die erweiterte Mannschaft muss die Ärztliche Kinderschutzambulanz nun jährlich 250 000 Euro selbst aufbringen. Zur Erklärung: Jedes Jahr muss der Verein 25 Prozent des Etats selbst erwirtschaften – jedes Jahr ist es ein neuer Kraftakt. Doch es ist gut investiertes Geld, sagte der Vereinsvorsitzende Dr. Thomas Schliermann bereits bei der Spendenübergabe von „Helft uns helfen“: „Was uns ausmacht, ist das Personal mit Herzblut und Erfahrung. Und das brauchen die Kinder.“ Wir stellen das erweiterte Team vor.

Jan Hausmann: Der 30-jährige Lenneper bekleidet seit 1. Mai eine volle Therapeutenstelle. Nach dem Abi studierte er zunächst Steuerrecht. Der Beruf als Diplom-Finanzwirt habe ihn aber wenig erfüllt, gibt er zu. Also startete er 2014 noch mal durch und studierte Psychologie in Chemnitz.

„Ich habe hier das Gefühl, wirklich etwas bewegen zu können.“

Jan Hausmann, Therapeut

Über seine ehemalige Schulfreundin Amelie Bona, die ebenfalls in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz arbeitet, kam er zur Burger Straße. „Als ich mir die Einrichtung hier angeschaut habe, war ich wie schockverliebt in die Tätigkeit und das Personal“, erzählt er. Er schätze die Kollegialität und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein Terminplan als Therapeut ist bereits voll. Und auch er hat in den vergangenen fünf Wochen schon den einen oder anderen bewegenden Fall erlebt. „Man muss natürlich erst mal einen Weg finden, abzuschalten. Aber wir tauschen uns im Team oft aus“, sagt Hausmann. „Ich habe hier das Gefühl, wirklich etwas bewegen zu können.“

Amelie Bona: Eigentlich ist Amelie Bona (30) gar nicht neu in der Ärztlichen Kinderschutzambulanz. Bei einem Praktikum während ihres Lehramtsstudiums im August 2019 war der Fall für sie schon nach einer Woche klar: „Hier möchte ich gerne arbeiten.“ Also startete die Lenneperin, die auch schon in der OGS oder als Vertretungslehrerin gearbeitet hat, zunächst als 450-Euro-Kraft mit 20 Wochenstunden. Seit April hat sie nun aufgestockt und bekleidet seitdem als Pädagogin eine Vollzeitstelle im Therapeutenteam. Sie ist bei Diagnostikgesprächen dabei und kümmert sich um die Social-Media-Kanäle. „Ich weiß, den Kindern wird geholfen. Wenn ich abends hier raus gehe, weiß ich, die Kinder sind in Sicherheit“, sagt die 30-Jährige.

Claudia Wähner: Die 48-jährige Wermelskirchenerin hat 25 Jahre in der Industrie gearbeitet und wollte sich in Richtung sozialer Bereich umorientieren. „Als ich die Stellenanzeige der Kinderschutzambulanz sah, war es einfach eine Intuition“, sagt sie. Seit 1. Mai verstärkt sie nun mit einer 30-Stunden-Stelle das Sekretariat. Denn mehr Therapeuten bedeutet auch mehr Terminkoordination. Und der Kalender sei voll. „Ich unterstütze die Therapeuten gerne und fühle mich hier sehr wohl“, sagt Claudia Wähner.

Neues aus der Kinderschutzambulanz

Stellenangebot: Die Ärztliche Kinderschutzambulanz sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Psychologin oder einen Psychologen (Diplom oder Master) im Umfang von 30 bis 38,5 Wochenstunden als Erziehungszeitvertretung mit Option auf unbefristete Übernahme. Kontakt: Tel. (0 21 91) 13 59 60

kinderschutzambulanz-01. jimdofree.com/

Förderung: Das Team wartet aktuell auf einen Förderbescheid des Landes, um die technische Ausstattung überarbeiten zu können. Ein Wunsch sind Tablets für die Therapeuten.

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