Polizei, Politik und Jugendamt

Kinderschutz: Kommunen kooperieren

Missbrauch und Gewalt an Kindern soll noch intensiver geahndet werden.
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Missbrauch und Gewalt an Kindern soll noch intensiver geahndet werden.

Interkommunale und interdisziplinäre Zusammenarbeit soll intensiviert werden.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Die Jugendämter des Kreises und der Kommunen sowie die Kreispolizeibehörde wollen künftig in Sachen Kinderschutz noch enger zusammenarbeiten. Das teilt die Kreisverwaltung in Bergisch Gladbach aktuell mit.

Zahlreiche Kooperationspartner unterzeichneten dazu eine entsprechende Vereinbarung: Landrat Stephan Santelmann für die Kreispolizeibehörde und das Jugendamt des Rheinisch-Bergischen Kreises, Frank Stein, Bürgermeister der Stadt Bergisch Gladbach, Bondina Schulze, Bürgermeisterin der Stadt Rösrath, Christoph Nicodemus, Bürgermeister der Stadt Overath, Frank Steffes, Bürgermeister der Stadt Leichlingen sowie Marion Lück, Bürgermeisterin in Wermelskirchen. Ziel sei es, die bereits bewährte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jugendämtern, den fachlichen Austausch und die Handlungssicherheit aller professionell Beteiligten zum Schutz von Kindern vor Gewalt, Vernachlässigung und sexualisierter Gewalt weiter zu verbessern.

„Die Akteure im Bereich Kinderschutz sollen sich noch stärker vernetzen, um gemeinsame Strategien im Umgang mit riskanten Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen zu entwickeln“, erklärt dazu Landrat Stephan Santelmann.

„Die Kooperation ist erfolgreich, wenn jede Seite die Arbeitsgrundlagen der anderen kennt“, sagt Frank Stein, Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz. Die Vereinbarung erkläre Zuständigkeiten und zum Beispiel, wie die jeweils andere Behörde organisiert und erreichbar sei. Außerdem würden folgende Fragen thematisiert: Welche gesetzlichen Arbeitsaufträge gibt es? Welche Arbeitsprinzipien ergeben sich daraus?

Die Polizei hat zwei wesentliche Aufgaben: Straftaten aufdecken und verfolgen sowie allgemeine oder im Einzelfall bestehende Gefahren abwehren. Soweit zum geeigneten Schutz von Kindern erforderlich, sei die Polizei vor allem verpflichtet, das Jugendamt frühzeitig einzubeziehen. Die Polizei gebe beispielsweise entsprechende Informationen an das zuständige Jugendamt weiter, wenn Kinder in ihrer Familie häuslicher Gewalt ausgesetzt seien. Auch bei Hinweisen auf Verwahrlosung der Wohnung oder Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen werde das Jugendamt hinzugezogen.

Das Jugendamt des Kreises ist für die Kommunen Kürten, Burscheid und Odenthal zuständig. Bergisch Gladbach, Rösrath, Overath, Wermelskirchen und Leichlingen haben eigene Jugendämter. Die Kooperationsvereinbarung soll gemeinsame Gesprächstermine für den Informationsaustausch regeln. So sind regelmäßige Infoveranstaltungen, gemeinsame Fortbildungen, verbindliche Verfahrensabläufe, Rückmeldungen und Austauschtreffen vorgesehen.

Zwei Arbeitskreise beschäftigen sich mit dem Thema

Zwei interkommunale Arbeitskreise zum Thema gibt es zudem. Im Arbeitskreis „Gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ arbeiten seit Jahren die Opferschutzbeauftragten der Polizei, die Jugendämter und weitere Fachstellen wie der Kinderschutzbund und die Erziehungsberatungsstellen eng zusammen. Anspruch ist es, eine fachlich fundierte und vor allem kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu fördern und den Menschen, die in der Praxis tätig sind, Ansatzmöglichkeiten für ihre tägliche Arbeit aufzuzeigen. Durch den Arbeitskreis werden die Angebote vor Ort im Hinblick auf Beratung, Prävention und Information optimiert und sämtliche Aktivitäten in diesem Bereich gebündelt. Zusätzlich bietet er die Möglichkeit der anonymisierten Fallberatung.

Der Arbeitskreis „Psychosoziale Prävention“ ist ein kreisweiter, interdisziplinärer Zusammenschluss von hauptberuflich tätigen Fachkräften, die einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt im Bereich der psychosozialen Prävention für junge Menschen haben. Akteure sind die Jugendämter im Rheinisch-Bergischen Kreis, das Kreisgesundheitsamt, die Kreispolizeibehörde, die untere Schulaufsicht für Grundschulen und die Präventionsfachdienste verschiedener freier Träger. Der Arbeitskreis versteht sich als Praxisgremium, das durch gegenseitige Information, fachlichen Austausch und Abstimmung, Vernetzung und Zusammenarbeit die psychosoziale Prävention im Rheinisch-Bergischen Kreis stärken und ausbauen will. Inhaltliche Schwerpunkte der Gruppe sind Sucht, Sexualität, Gewalt, Konsum, Medien und Gesundheit.

Der Arbeitskreis „Psychosoziale Prävention“ ist formal als ständiger Arbeitskreis an die Kommunale Gesundheitskonferenz angebunden und wird über deren Geschäftsstelle koordiniert.

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