Bewegungsfest

Kinder vergessen beim Spielen alle Sprachbarrieren

Bewegungsfest im Eifgen-Stadion

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Muhammad (5) und Joan (11) sehen als Erstes die Hüpfburg. Auf ihre Gesichter schleicht sich ein breites Grinsen. Sie blicken kurz ihre Mutter an, die nickt, und schon stürmen die beiden los, um die große Tobelandschaft zu entdecken. „Wir freuen uns sehr über diesen Tag“, erzählt unterdessen ihre Mutter Hab Mohamad, die vor vier Jahren mit ihrer Familie aus dem Irak nach Wermelskirchen gekommen ist. In den Ferien würden sich die Kinder immer mal wieder fragen, wie sie ihre freie Zeit verbringen sollen. Am Samstag hat die Familie eine Antwort gefunden.

So geht es vielen Familien, die am Samstag im Eifgen-Stadion vorbeischauen. Die Sportjugend Rhein-Berg hat nicht nur eine große Hüpfburg mitgebracht, auf der die Kinder über rund 20 Meter laufen, springen und toben können. Mit dabei hat das Team um Sonja Robbe und Verena Braumann auch viele Bewegungsspiele, die sich meistens ohne große Anleitungen erklären. Zielwurfscheiben und Balancierwürfel, eine Torwand und ein großes „Vier gewinnt“, ein Schwungtuch und eine Spieletonne mit Bällen und Schlagspielen stehen auf dem Feld bereit. Häufig sind die Eltern engagiert mit im Einsatz.

So wie Sevheniia Bilonohova aus der Ukraine: „Das ist ein schöner Tag“, sagt sie, „vor allem, weil wir gemeinsam mit unseren Kindern etwas Schönes erleben können.“ Sie hat sich mit einigen anderen Müttern aus der Ukraine ein schattiges Plätzchen am Rande des Rasens gesucht. Sie seien sehr dankbar, dass die Sportjugend diesen Tag ausrichte und dazu alle Kinder und Eltern eingeladen habe, sagt Olena Kabo. Die Sprache sei heute gar nicht so wichtig, stellen die Mütter fest. „Die Kinder spielen einfach“, sagt Svitlana Soloviova.

Bereits im Frühling hatte der Kreissportbund eine Turnbeutelaktion ins Leben gerufen – und kleine Geschenke und Aufmerksamkeiten für geflüchtete Kinder aus der Ukraine zusammengestellt. „In diesem Zug haben uns viele Spendengelder erreicht“, erzählt Verena Braumann. Die Sportjugend habe dann entschieden, nicht nur die Beutel zu verteilen, sondern die Aktion mit einem bunten Fest zu verbinden. Die Rechnung geht auf: Es kommen genauso viele Familien mit Fluchtgeschichte wie einheimische Kinder. „Und es macht beim Spielen wirklich keinen Unterschied“, sagt Sonja Robbe.

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