Online-Fragestunde

Kinder löchern die Bürgermeisterin mit vielen Fragen

Fragestunde à la Corona: Die Schüler waren digital zu Marion Lück geschaltet. Foto: Tina Fels
+
Fragestunde à la Corona: Die Schüler waren digital zu Marion Lück geschaltet.

Die Pandemie bereitet auch der Klasse 5d des Gymnasiums Sorgen.

Von Jennifer Preuß

Wermelskirchen. Zu erklären, wie Kommunalpolitik funktioniert, ist nicht immer einfach. Da kommt schon mancher Erwachsener durcheinander, was die Zuständigkeiten der Kommune, des Kreises und des Landes angeht.

26 Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d des Städtischen Gymnasiums wollten es daher ganz genau wissen. Sie löcherten Bürgermeisterin Marion Lück am vergangenen Freitag mit ihren Fragen. Diese besondere Fragestunde fand natürlich corona-konform statt. Die Kinder waren per Video ins Büro der Verwaltungschefin zugeschaltet.

Den Kindern war es wichtig, auch mal gehört zu werden.

Tina Fels, Politik-Lehrerin

Für Marion Lück war das eine besondere Erfahrung. „Es war total spannend für mich, Digitalunterricht mal mitzuerleben“, sagte Marion Lück. Sie habe in der Unterrichtsstunde erfahren, was die Kinder aktuell bewegt. Ein großes Thema ist natürlich die Corona-Krise.

„Die Kinder stellten Fragen in allen Facetten, zum Beispiel, ob die Kirmes denn dieses Jahr stattfinden wird. Viele machen sich Sorgen, wie es mit der Wirtschaft in Wermelskirchen weitergeht.“ Ob die gewohnten Geschäfte wohl bleiben werden, das bewegte die Mädchen und Jungen. „Da kann sich aber auch jeder an seine eigene Nase packen und eben nicht bei Amazon einkaufen, sondern vor Ort“, gab sie den Fünftklässlern mit auf den Weg.

Tina Fels war von der Unterrichtsstunde hellauf begeistert. Die Politiklehrerin behandelt das Thema Demokratie gerade im Unterricht und sprach die Bürgermeisterin einfach mal darauf an, ob es möglich wäre, dass sie den Schülern einen Einblick in ihre Arbeit gibt. „Mir war es wichtig, dass die Kinder auch im Rahmen des digitalen Unterrichts mal ein kleines Bonbon kriegen“, erzählte Tina Fels.

„Den Kindern war es sehr wichtig, auch mal gehört zu werden. Auch sie haben eine Stimme. Kinder kriegen eine Menge mit. Das darf man nicht vergessen.“

Welch vielfältigen Sorgen die Pandemie aufkommen lässt, bleibe den Mädchen und Jungen nicht verborgen. Die Einschränkungen treffen sie selbst auch hart. „Die Schüler scharren mit den Hufen, wieder in die Schule zu dürfen“, betonte Tina Fels. „Das Gemeinschaftliche fehlt.“ Gerade für die Fünftklässler ist das Miteinander und das Lernen auf Distanz ein schwieriges Unterfangen, weil sie noch mitten in der Phase stecken, sich an ihrer neuen Schule erst mal zu orientieren.

Nichtsdestotrotz ist Tina Fels hochzufrieden, wie der Digitalunterricht derzeit läuft. Anfangs war die Politiklehrerin wie viele ihrer Kollegen skeptisch, wie gut sich Unterricht auf Distanz technisch und pädagogisch sinnvoll umsetzen lässt. Dass es am Städtischen Gymnasium so gut laufe, hat sie angenehm überrascht.

„Die Schüler haben von 7.45 bis nach 13 Uhr Unterricht. Das hilft einerseits den Eltern, andererseits haben die Kinder einen strukturierten Alltag. Das ist sehr wichtig“, betonte Lehrerin Tina Fels. „So kommen wir im Moment gut durch die Zeit.“

Standpunkt

Von Nadja Lehmann

nadja.lehmann @rga-online.de

Es war und ist etwas für uns noch nie Dagewesenes: die Corona-Pandemie. Wir lernten Begriffe wie Lockdown, Sars-CoV-2 und Covid-19. Alles ziemlich furchteinflößend. Für Groß und Klein gleichermaßen. Als Erwachsener hat man aber einen Vorteil: Man kann sich informieren. Kann Experten im Fernsehen zuhören, kann die Zeitung aufschlagen. Kinder hingegen sind auf die Erklärungen der Großen angewiesen. Sind darauf angewiesen, dass sie einbezogen, ihre Ängste ernst genommen, ihre Fragen beantwortet werden. Denn nichts ist so furchteinflößend wie das, was man sich in der Fantasie ausmalt.

Erinnern wir uns nicht alle an das riesige Monster unter dem Bett, das nur Mama und Papa verjagen konnten? Deshalb ist es gut, dass sich Bürgermeisterin Marion Lück Zeit für die Fünftklässler genommen und viele Fragen beantwortet hat. Gut keineswegs nur für die Kinder. Auch Marion Lück hat, davon darf man ausgehen, etwas mitgenommen: Was beschäftigt die Kinder? Wie sehen sie die Welt? Eine Win-win-Situation also für beide Seiten, die mehr voneinander erfahren und Klarheit gewonnen haben. Nicht nur über Corona.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Inzidenz: Gastronomen fürchten Lockdown
Geschichtsverein trotzt der Pandemie
Geschichtsverein trotzt der Pandemie
Geschichtsverein trotzt der Pandemie
Diese Ferien sind zum Lernen da
Diese Ferien sind zum Lernen da
Diese Ferien sind zum Lernen da
Bach fließt direkt unter dem Haus
Bach fließt direkt unter dem Haus
Bach fließt direkt unter dem Haus

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare