Tag der offenen Tür

Sekundarschule: „Keine Schule zweiter Klasse“

Tarik, Linea, Thore, Max und Jegor (v. l.) luden in den Bioräumen engagiert zu Rätseln und kleinen Wettbewerben ein.
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Tarik, Linea, Thore, Max und Jegor (v. l.) luden in den Bioräumen engagiert zu Rätseln und kleinen Wettbewerben ein.

Sekundarschule hatte zum Tag der Offenen Tür eingeladen.

Von Theresa Demski

Wermelskirchen. Sedra, Layla und Anna verkaufen Lichtgläser in der Mensa. „Die politische Diskussion spielt für unseren Alltag keine Rolle“, sagen die Neuntklässlerinnen, „wir gehen hier zur Schule und wir freuen uns auf unseren Abschluss.“ Währenddessen ist die Anspannung ein Stockwerk höher deutlich spürbar. Im Forum der Sekundarschule kommen beim Tag der offenen Tür Eltern und Lehrer ins Gespräch – und es gibt Fragen. Ende Januar entscheidet sich, ob im Sommer 2023 eine Gesamtschule an den Start geht und damit das Ende der Sekundarschule besiegelt.

Schulleiter Christian Schuldt und der didaktische Leiter Moritz Lohmann legen an diesem Vormittag ein klares Bekenntnis zur Gesamtschule ab. „Aber im Moment gibt es für viele Eltern mehr Fragezeichen als Antworten“, sagt der Schulleiter, „in diesen Zeiten ist es wichtig, dass wir heute Gelegenheit haben, alle zusammen zu kommen.“

Für die Schüler herrscht an diesem Samstag Schulpflicht. Die Jüngsten haben Unterricht – mit offenen Türen, so dass ihnen Besucher über die Schultern blicken dürfen. Die Ältesten können die Angebote der Berufsorientierung wahrnehmen.  Es finden Vorführungen statt, Kooperationspartner und der offene Ganztag präsentieren sich. Die Achtklässler bieten Führungen an, in den Naturwissenschaftsräumen können Gäste experimentieren. „Heute geht es auch um Wertschätzung“, sagt Schuldt, „unseren Schülern und auch unseren Lehrern gegenüber.“ Man sei keine Schule zweiter Klasse. Die landesweit überdurchschnittlichen Lernergebnisse sprächen für sich. „Wir machen hier gute Arbeit und heute erinnern wir uns daran auch mal selbst“, sagt der Schulleiter, „es tut gut, hier zusammen zu kommen.“ Und: Natürlich werde man an der Sekundarschule weiterhin Schulentwicklung betreiben. „Wir bleiben nicht einfach stehen“, betont auch Lohmann. Die Resonanz der Eltern von Viertklässlern ist am Samstag allerdings zurückhaltend. Nur ganz vereinzelt haben sich Familien auf den Weg gemacht.

Stefan Althausen ist mit seinem Jüngsten in der Schule unterwegs: „Unser Großer geht schon in die achte Klasse“, erzählt er, „wir wollen uns heute einfach mal seine Schule ansehen.“ Ob ihn die aktuelle Situation verunsichere? „Natürlich“, sagt er, „das ist schwierig für uns, wir brauchen einen klaren Plan für die Zukunft.“ Die Schulleitung ist am Samstag sehr bemüht, den Eltern diese Ruhe und Zuversicht zu geben: Ganz egal, wie der aktuelle Prozess ausgehe, sagt Lohmann, Wermelskirchen werde ein gutes Schulangebot haben.

Allerdings irritieren die unterschiedlichen Signale, die am Samstag zwischen den Zeilen mitklingen. Die Sekundarschule verweist auf die Ähnlichkeiten der beiden Modelle: Sekundarschule und Gesamtschule würden sich hauptsächlich durch die gymnasiale Oberstufe unterscheiden. Ausbildungs- und Prüfungsordnungen seien fast identisch. Wer sich also am Tag der offenen Tür einen Eindruck vom Unterricht verschaffe, lerne damit auch den Schulalltag einer Gesamtschule kennen.

Währenddessen ist der Schulträger um eine Abgrenzung bemüht: Das Team, das beim Tag der offenen Tür die künftige Gesamtschule vorstellen wollte, hat kurzfristig abgesagt. Stattdessen findet am kommenden Wochenende ein Infotag der Gesamtschule statt – ebenfalls in der Sekundarschule. „Das ist die logische Konsequenz des Ratsbeschlusses“, sagt Dezernent Stefan Görnert, der in der Sekundarschule zu Gast ist. Er sei begeistert von dem Schulleben an der Sekundarschule. „Aber es gibt eine klare Trennung. Die Sekundarschule wird nicht in anderer Form weitergeführt. Wir fangen neu an“, ergänzt Jochen Bilstein, Vorsitzender des Schulausschusses. Deswegen sei es wichtig, die Schulformen nicht in einen Topf zu werfen.

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