Corona-Krise

Karnevalisten hoffen auf Session 2021/22

Den Einzug des Dreigestirns bei der Prinzenproklamation, hier im Jahr 2019, wird es dieses Jahr nicht geben. Archivfoto: Doro Siewert
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Den Einzug des Dreigestirns bei der Prinzenproklamation, hier im Jahr 2019, wird es dieses Jahr nicht geben.
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Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle und an Rosenmontag wird es nicht wie gewohnt geben.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. In einem „normalen“ Jahr würde der Dabringhauser Festausschuss jetzt schon in den Startlöchern stehen. Das neue Dreigestirn hätte sich längst bereitgemacht und wäre Anfang Oktober an die Öffentlichkeit gegangen. In der Mehrzweckhalle hätte es dazu ein Bierchen gegeben – und im November dann die große Prinzenproklamation. All das ist dieses Jahr in Dabringhausen gestrichen. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, den Karneval dieses Jahr wegen der Pandemie ausfallen zu lassen“, sagt Peter Eickhoff, Vorsitzender des Festausschusses.

Lange hätten die Dabringhauser Karnevalisten überlegt, abgewägt und sich Zeit gelassen für die Entscheidung. „Schließlich sind unsere Veranstaltungen inzwischen Kult und aus dem jährlichen Zyklus in Wermelskirchen kaum wegzudenken“, sagt Eickhoff. Vor allem von der Landespolitik seien sie enttäuscht. „Würde es da eine eindeutige Absage aller Veranstaltungen geben, würden die Vereine, vor allem die kleinen, auch nicht auf den Kosten sitzenbleiben“, sagt der Vorsitzende. Aber diese eindeutige Absage aus Düsseldorf gibt es bisher nicht.

„Ein Dreigestirn mit Mund-Nasen-Schutz? Das macht keinen Spaß.“

Peter (Zausel) Eickhoff, Dabringhauser Festausschuss

Nun trifft das die Dabringhauser finanziell nicht allzu hart, weil sie ohnehin das meiste aus eigener Kraft stemmen. Eickhoff: „Aber wir haben dann irgendwann entschieden, das Ganze dieses Jahr abzublasen.“ Die Mitglieder des Festausschusses seien sich einig gewesen. Gegenstimmen hätte es praktisch nicht gegeben.

Die Absage betrifft die Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle, Prinzenproklamation, Kinderkarneval, Altweiber-Ball die Großveranstaltung „Wir unter uns“ sowie den Rosenmontagszug durchs Dorf.

Feiern mit Abstand, auf festen Plätzen, ohne Stehtische, keine Getränke-Pavillons in der Mehrzweckhalle und Rosenmontag feiern in abgeteilten Parzellen. All das hätten sich die Dawerkuser Karnevalisten nicht wirklich vorstellen können. „Klar hätten wir mit 400 Mann eine Veranstaltung in der Mehrzweckhalle stemmen können, aber zu welchen Bedingungen? Und dann mischen sich die Leute irgendwann zu vorgerückter Stunde doch.“ Offen ist bisher noch, ob es eventuell eine Alternativ-Veranstaltung geben wird. Die die Karnevalsfans dann online verfolgen können. „Aber das steht noch nicht fest“, sagt Peter Eickhoff.

Die Dabringhauser Bürger hätten unterschiedlich auf die endgültige Absage reagiert, die der Festausschuss am vorigen Wochenende öffentlich gemacht hätte. Eickhoff: „Manche hatten vollstes Verständnis, andere waren sehr betrübt und haben schon angekündigt, selbst etwas auf die Beine stellen zu wollen. Das können sie ja auch machen, solange es kleine private Feiern sind.“

Den Karneval so richtig feiern unter Corona-Bedingungen, das hätte man sich beim Dabringhauser Festausschuss jedenfalls schwer vorstellen können. „Da hätten dann Listen ausliegen müssen und wir hätten wahrscheinlich am Nachmittag schon anfangen müssen, alles zu organisieren.“

Völlig undenkbar sei für ihn ein Rosenmontagszug in der augenblicklichen Situation, unterstreicht Peter (Zausel) Eickhoff. „Wie hätten wir das lösen sollen?“, fragt er sich. „Die ganzen Fußgruppen zwei Wochen vorher in Quarantäne? Und dann mischt sich das doch mit dem Publikum am Straßenrand? Nein, das wäre uns zu riskant gewesen und hätte auch keinen Spaß gemacht. Allein auf dem Prinzenwagen wäre die Stimmung ja gedrückt gewesen.“ Und ein Dreigestirn mit Mund-Nasen-Schutz? „Das macht doch keinen Spaß“, sagt Eickhoff.

Also hoffen die Mitglieder des Festausschusses und die Dabringhauser Karnevalsjecken gespannt auf die Session 2021/22. Eickhoff: „Wir wissen ja nicht, wie dann die Situation ist, aber wir hoffen ganz stark, dass wir dann wieder ganz unbeschwert und wie gewohnt feiern können.

Veranstaltungen

Im Oktober wäre eigentlich das neue Dreigestirn an die Öffentlichkeit gegangen. Für den 14. November hatte der Festausschuss die Prinzenproklamation geplant, am 7. Februar den Kinderkarneval, am 11. Februar die Altweiber-Party, am 13. Februar „Wir unter uns“ in der Mehrzweckhalle und am 15. Februar wäre der Rosenmontagszug durchs Dorf gezogen. All das ist gestrichen.

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Wer ein echter Karnevalsfan ist, dessen Urlaubstage im Februar oder März stehen bereits Monate vorher im Kalender. Und wenn er dann noch aus Dabringhausen kommt, hat er sich ganz sicher frühzeitig Karten für die großen Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle reserviert. Das ist dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie alles anders. Der Festausschuss zumindest hat die bekannten Großveranstaltungen für die Session 2020/21 abgesagt. Und das ist nachvollziehbar und richtig. Wer schon mal mitgefeiert hat, in Dabringhausen oder anderswo, der weiß, dass Karneval viel mit Nähe zu tun hat, mit Schunkeln, sich in den Armen liegen, verschwitzt mit einem Bier in der Hand und mit verschmierter Karnevalsschminke irgendwo den letzten Tanz tanzen. 

Was wäre da Karneval auf Abstand? Mit Mund-Nasen-Schutz, sofern man nicht am Platz sitzt, ohne Körperkontakt, mit viel weniger Menschen? Nichts. Zumindest nicht annähernd so spaßig, wie es sich eigentlich für echte Rheinländer gehört. Also eben gar nicht. Das ist in Ordnung. Und lässt sich besser ertragen als ein fauler Kompromiss. 

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