Gedenkfeier am 25. Oktober

Karl Noske bekommt einen Stolperstein

karl Noske bekommt einen Stolperstein.
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karl Noske bekommt einen Stolperstein.

NS-Widerständler und KZ-Überlebender lebte lange in Wermelskirchen.

Von Jakub Drogowski

Bei einer Gedenkfeier am kommenden Dienstag, 25. Oktober, wird Karl Noske, einem Überlebenden des Konzentrationslagers Buchenwald, ein Stolperstein gewidmet. Mit Noske wird bereits das zwölfte NS-Opfer in Wermelskirchen auf diese Weise geehrt. Mehrere waren wie Noske Zeugen Jehovas.

Er verweigerte vehement den „Hitler-Gruß“

Der Stein mit der charakteristischen Messingplatte soll vor dessen letzter Wohnadresse Im Wolfhagen 24 um 14 Uhr verlegt werden. Außer Bürgermeisterin Marion Lück werden Iris Kausemann, die Vorsitzende des Vereins Bergische Zeitgeschichte und Autor Thomas Martin Krüger  erwartet. Krüger ist Verfasser des vor Kurzem erschienenen Buches „Die Verfolgung der Zeugen Jehovas 1933 bis 1945 in Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen“.

Unter jener Verfolgung hatte auch Krügers Großvater, der Wermelskirchener Ludwig Bischoff, zu leiden, der wegen seiner Religionszugehörigkeit in das KZ Sachsenhausen gebracht wurde. Wie Karl Noske überlebte Bischoff die unmenschliche Behandlung im Lager und ließ sich später in Wermelskirchen nieder, wo er 1987 starb. Vor der Berliner Straße 112 wurde ihm der elfte Stolperstein in der Stadt gewidmet. Wie viele andere Zeugen Jehovas entzogen sich Noske und Bischoff   der Propaganda des Dritten Reiches.

Nachdem Noske 1935 den „Hitler-Gruß“ verweigerte, verlor der Tapezierer und Polsterer seine Anstellung. Karl Noske, der seine Frau Anna 1922 heiratete und mit ihr zwei Söhne hatte, wurde im Mai 1937 verhaftet und später zu 27 Monaten Haft verurteilt. Diese verbrachte er zunächst in Breslau und anschließend im Straflager Neusustrum im Emsland. Unter primitivsten Verhältnissen hatten die Häftlinge dort die Aufgabe, Torf zu stechen und das Moor zu entwässern.

Nach einiger Zeit erreichte Noske die Nachricht von einer Petition, die frühere Nachbarn für seine Freilassung eingereicht hatten. Die Bedingung: Noske hatte sich schriftlich von seinem Glauben loszusagen. Dann wäre der gebürtige Schlesier frei gekommen. Doch er lehnte dies ab und entschied sich wie viele seiner Glaubensbrüder und - schwestern für das Martyrium in den NS-Lagern. 1939 wurde er nach Buchenwald überführt, wo er zusätzlich zur geleisteten Schwerstarbeit  im Steinbruch mit Essensentzug belegt wurde.

Ein Jahr nach der Befreiung des Lagers durch US-Truppen, wurde Noske zu einem reisenden Beauftragten, der Jehova-Gemeinden an verschiedenen Orten besuchte.

Karl und Anna Noske  zogen 1951 auf Einladung ihres Freundes Friedrich Brosius nach Wermelskirchen.

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