Viele Besucher

Jugendszene feiert wieder ihr Festival

Viel Musik gab es natürlich beim Youthnited Festival. Über zwei Wochen lang gab es vorab schon die Schultour, organisiert vom Evangelisch freikirchlichen Sozialwerk Wermelskirchen. Die Tour fürs nächste Jahr ist bereits ausgebucht.
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Viel Musik gab es natürlich beim Youthnited Festival. Über zwei Wochen lang gab es vorab schon die Schultour, organisiert vom Evangelisch freikirchlichen Sozialwerk Wermelskirchen. Die Tour fürs nächste Jahr ist bereits ausgebucht.

„Youthnited“ lockte viele in die Kuhler Heide. Die Schultour fürs nächste Jahr ist schon ausgebucht.

Von Dela Kirchner

Wermelskrichen. Endlich wieder Festivalstimmung – am Fronleichnams-Wochenende liegt ganz viel Liebe in der Luft. Und dies nicht nur im romantischen Sinne, sondern viel mehr im Bezug auf viele junge Menschen, die gemeinsam lachen und Spaß haben. Und quasi nebenbei ein nahezu perfekt organisiertes Festival auf die Beine gestellt haben.

Viel Musik gab es natürlich beim Youthnited Festival.

Genau dies ist nämlich das Besondere am „Youthnited Festival“ – organisiert von Jugendlichen für Jugendliche. Und das Ergebnis auf der Kuhler Heide kann sich sehen lassen: Das Festivalgelände kann mit den größeren Vorbildern problemlos mithalten. Die Scheune ist, ausgestattet mit Licht- und Tontechnik und der Bühne, kaum noch als solche zu erkennen. Der hoch aufragende Kletterturm begrüßt die Besucher schon von Weitem. Für die Verpflegung ist bestens gesorgt - und Alkohol vermisst hier niemand. Gute Laune und Spaß gehen nämlich auch ohne.

„Gute Laune? Da geht's lang!“

Vier Künstler pro Abend sorgten dafür, dass es von Donnerstag bis Samstag nie langweilig wurde. Ein Familientag am Sonntag sorgte für den passenden Ausklang des Festivalwochenendes. Wobei dem Festival bereits zwei Wochen „Schultour“ mit verschiede-nen Bands vorausgegangen waren.

„Wir haben zehn völlig unterschiedliche Schulen besucht, um den Jugendlichen Bands zum Anfassen zu präsentieren“, erzählt Initiator Andre Frowein. „Wir waren in 8. Klassen genauso wie in Abschlussklassen unterwegs, wobei die Hälfte der Schulen Förderschulen waren. Dementsprechend unterschiedlich waren die Aktionen vor Ort – von der Fragestunde auf Augenhöhe bis zum Spaßhaben an Musik.“ Verantwortlich für Tour und Festival ist das Evangelisch-Freikirchliche Sozialwerk Wermelskirchen, das auch als Träger des Jugendcafés Juca ein Begriff ist. „Der Gedanke hinter dem Projekt ist, den Jugendlichen durch diese etwas anderen Schultage positive Erlebnisse zu vermitteln und sie zu ermutigen, sich selbst auszuprobieren.“ Dies gilt in besonderem Maße auch für das Festival: Vom Merchandise-Stand über den Backstage-Bereich und die Getränkestände bis hin zur Tontechnik machten die Jugendlichen hier alles selbst; unterstützt von ein paar „alten Hasen“ wie Andre Frowein.

Eine Kletterwand lud die Jugendlichen ein.

„Um eine Veranstaltung in dieser Größenordnung stemmen zu können, besteht unser Team hier vor Ort aus rund 80 Personen“, berichtet André Frowein. „Schultour und Festival finden in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt – mit zwei Jahren Corona-Pause. Die Schultour ist immer schon über ein Jahr im Voraus ausgebucht; die Schulen bewerben sich frühzeitig bei uns.“ Im Übrigen ist auch dieses Projekt eines von jenen, die über „Helft uns helfen“ gefördert wurden. Am Freitagabend haben sich gut 200 junge Besucher vor der Bühne versammelt, um „Kontrollverlust“, der letzten Band des Abends, zuzujubeln.

Geschätzte 500 Besucher hatten das Festival im Laufe des Tages bereits besucht. Musikalisch war die Bandbreite der Künstler so groß, dass garantiert für jeden etwas dabei war. Kontrollverlust, die nicht nur covern, sondern ihnen eine ganz eigene Note verleihen, haben ihr Publikum schon nach den ersten Tönen fest im Griff. Beim Betrachten der singenden und tanzenden Menge vor der Bühne konnte man fast vergessen, wie jung die Besucher überwiegend tatsächlich waren: Da wurde gesprungen und gejubelt wie bei den Großen. Noch erstaunlicher: Songs, die schon in unserer Jugend oder sogar in der unserer Eltern funktioniert haben, reißen heute noch genauso mit – so gab es auf der Kuhler Heide unter anderem auch ein Wiedersehen mit Major Tom.

Auch für Essen und Trinken ist gesorgt.

Hintergrund

Die Schultour für das kommende Jahr ist bereits ausgebucht; es geht dann zum Beispiel auch nach Remscheid. Der Termin ist leicht zu merken – zwischen Himmelfahrt und Fronleichnam. Und somit ist auch das Festivalwochenende 2023 klar – ab Fronleichnam übernehmen die Jugendlichen das Ruder auf der Kuhler Heide.

Standpunkt von Susanne Koch: Die Jugend ist engagiert

susanne.koch@rga.de

Das Youthnited-Festival in Wermelskirchen ist mal wieder ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sich die Jugend einsetzt und ehrenamtlich engagiert. Und sie machen es richtig: Sie engagieren sich für Jugendliche. Zehn völlig unterschiedliche Schulen wurden in den letzten zwei Wochen besucht, Bands haben sich dort vorgestellt. Die Schülerinnen und Schüler konnten Fragen stellen und haben Antworten bekommen. Und dann von Fronleichnam bis gestern das Festival. Immer wieder höre ich, dass sich Jugendliche nicht mehr ehrenamtlich engagieren. Dabei machen sie das in kirchlichen Gruppen, bei den Pfadfindern, in der Musik und im Sport. Das Youthnited-Festival würde ohne den jugendlichen Einsatz überhaupt nicht funktionieren. Und erst durch den Einsatz der jungen Menschen kommen das Festival und die Schultour auch bei den jungen Menschen so gut an. Und sie werden wiederum motiviert.

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