Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land

Jugendliche machen Wohnungsführerschein

Martin Lambotte und Larissa Geismann überreichen einer Teilnehmerin den Wohnungsführerschein.
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Martin Lambotte und Larissa Geismann überreichen einer Teilnehmerin den Wohnungsführerschein.
  • Anja Carolina Siebel
    VonAnja Carolina Siebel
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Lerninhalte waren beispielsweise Mietverträge, Kaution, Wohnungsberechtigungsschein, Bürgschaft, Mietzahlung, Kalt- und Warmmiete, Betriebskostenabrechnung und Abmahnung.

Wermelskirchen. Wie finde ich eine für mich passende und auch bezahlbare Wohnung auf dem Wohnungsmarkt? Wie fülle ich einen Mietvertrag aus? Und wie verhalte ich mich richtig in der ersten eigenen Wohnung? Diese und andere Fragen brachten die 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land jetzt mit, als es darum ging, den Wohnungsführerschein zu absolvieren.

„Viele unserer jungen Bewohner streben danach, möglichst bald in den eigenen vier Wänden zu leben“, sagt Jörg Loose von der Evangelischen Jugendhilfe. „Um sie dafür fit zu machen, haben wir den Wohnungsführerschein eingerichtet, ein Trainingsprogramm, das sie fit machen soll für das eigenständige Leben. Und nach der Teilnahme erhalten sie den sogenannten Wohnungsführerschein.“

Wunsch und Wirklichkeit prallen bei jungen Wohnungsanwärtern oft aufeinander, insbesondere dann, wenn die Finanzen knapp und die Ansprüche hoch sind. Das wissen Jörg Loose, Martin Lambotte (Wermelskirchener Bauverein) und Larissa Geismann (Gewag). Alle drei vermittelten den Jugendlichen und jungen Erwachsenen an zwei Samstagen die wichtigsten Kenntnisse vor dem Einzug in die neue Wohnung.

Vermieter äußern ihre Erwartungen und Wünsche

Am Schluss des Kurses absolvierten die Teilnehmer eine Prüfung und erhielten ein Zertifikat der Wohnungsbaugesellschaft.

Lerninhalte waren beispielsweise Mietverträge, Kaution, Wohnungsberechtigungsschein, Bürgschaft, Mietzahlung, Kalt- und Warmmiete, Betriebskostenabrechnung, Abmahnung, Kündigung, Rechte und Pflichten des Zusammenlebens, Verhalten des Zusammenlebens, aber auch der Stellenwert der Hausordnung. Besuche in der Wohnung, Partys, Winterdienst, übernommene Möbel und Kaution, Sauberkeit, Versicherungen, Handwerker und Reparaturkosten. „Wir als Vermieter haben meist gute Erfahrungen mit den Teilnehmern gemacht“, sagt Larissa Geismann. Und Martin Lambotte ergänzt: „Es ist auch gut, dass die Jugendlichen uns als Vermieter und unsere Erwartungen und Wünsche schon einmal kennenlernen. So kommt man dann unkompliziert ins Gespräch.“

Zwei Teilnehmer, die namentlich nicht genannt werden wollen, sind sich einig: „Nach der Ausbildung geht es für uns in die neue Wohnung. Und wir möchten uns so zeitig und so gut wie möglich vorbereiten.“

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Nützliche Aktion

anja.siebel@rga.de

Wer erinnert sich daran nicht: Die erste eigene Wohnung – und eigentlich sind doch so viele Fragen offen. Häufig besprechen das junge Erwachsene dann mit den Eltern. Bei den Jugendlichen, die in den Wohngruppen der Evangelischen Jugendhilfe (EJBL) wohnen, ist das oft nicht so einfach. Sie haben zwar immer die Möglichkeit, sich an die ehemaligen Erzieher zu wenden; viele haben aber doch den Anspruch, dann auf eigenen Beinen zu stehen.

Die nützliche Anleitung dafür liefert der Wohnungsführerschein, den die EJBL zusammen mit Bauverein und Wohnungsbaugesellschaft Gewag anbietet. Wenn auch vielleicht nicht alle Fragen auf Anhieb beantwortet werden können, so werden in dem Kurs doch die wichtigsten Aspekte deutlich, die man wissen muss, wenn man ins Alleinleben startet.

Sicher wäre der Wohnungsführerschein auch geeignet für andere junge Erwachsene. Vielleicht wird das Angebot ja beizeiten erweitert.

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