Jugendherberge: Unternehmer ist sauer

Die ehemalige Jugendherberge in Solingen-Oberburg schloss im September 2018 ihre Pforten. Foto: Jürgen Moll
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Die ehemalige Jugendherberge in Solingen-Oberburg schloss im September 2018 ihre Pforten.

Die Bäume auf dem Gelände in Oberburg könnten Naturdenkmäler werden

Von Martin Oberpriller und Uwe Vetter

Der seit Monaten schwelende Streit um die Zukunft der ehemaligen Jugendherberge in Solingen-Oberburg geht in eine neue Runde. Nachdem die zuständigen Stellen bei der Stadt Solingen zuletzt empfohlen haben, mehrere auf dem Grundstück stehende Bäume zu Naturdenkmälern zu erheben und sie so vor einer Fällung zu bewahren, erhebt der Projektentwickler für das Herbergsareal, der Solinger Unternehmer Sam Jordan, nun schwere Vorwürfe gegen Stadt und Baumschützer.

„Wir sind total überrascht, wie mit uns kommuniziert wird – nämlich gar nicht“, sagt Jordan. Nach dem Erwerb des rund 11 000 Quadratmeter großen Geländes im vergangenen Jahr durch die „Solingen Invest Holding GmbH“ waren unter anderem ein Schulungszentrum, Seniorenwohnen, eine Siedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern sowie eine Kita im Gespräch gewesen.

Gerade die Lösung mit der Kindertagesstätte stieß auch bei Oberburgern auf Zustimmung“, betonte Jordan, der ferner berichtete, für das Kita-Projekt habe es bereits einen millionenschweren Investor gegeben.

Parallel waren aber schon früh unter Anwohnern sowie Politikern Sorgen laut geworden, wonach die alten Bäume hinter der im Jahr 1940 errichteten und im Herbst 2018 geschlossenen Burger Jugendherberge den Planungen zum Opfer fallen könnten. Weswegen die Solinger Stadtverwaltung schließlich im September 2020 zunächst einmal eine Notbremse zog und eine Untersuchung über die Schutzwürdigkeit der in Rede stehenden Bäume in die Wege leitete, deren Ergebnisse inzwischen vorliegen.

Demnach erscheinen einige der Bäume der Verwaltung schutzwürdig. Sie sollen auf die Liste der Solinger Naturdenkmäler. Wobei eine förmliche Unterschutzstellung laut Stadt im Augenblick nicht erforderlich ist, da der Stadtrat im Oktober des zurückliegenden Jahres die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Jugendherbergsareal beschlossen hat. Und in diesem Rahmen könnten dann wiederum alle notwendigen planerischen Vorkehrungen für einen Erhalt der Bäume getroffen werden.

„Damit ist ein wichtiger Schritt gemacht. Jetzt sind die zuständigen Ratsgremien am Zuge“, sagt Bernd Krebs von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Er hatte sich schon 2020 für die Bäume stark gemacht und begrüßte die neue Entwicklung nun.

Die Nachbarn sind ebenfalls erleichtert

Es gebe nunmehr „die Hoffnung, dass im Planverfahren der vollständige Schutz des Außenbereiches durchgesetzt“ werde, sagte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin von Burg / Höhscheid, Dorothea Gessner (Grüne), die zeitgleich von einem „großartigen Erfolg bürgerschaftlichen Engagements“ sprach.

Ebenfalls erleichtert zeigten sich die Nachbarn der Jugendherberge. Entwickler Sam Jordan ist indes sauer: „Da wurde hinter den Kulissen gegen uns agiert“.

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