Projekt

Jugendfreizeitpark: Die Bagger sind da

Bürgermeister Rainer Bleek (l.), Holger Kotthaus (r.), Daniela Stelluto (2. v. r.) und Katja Töbelmann packten für die Stadt mit an.
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Bürgermeister Rainer Bleek (l.), Holger Kotthaus (r.), Daniela Stelluto (2. v. r.) und Katja Töbelmann packten für die Stadt mit an.

Es geht los mit den Arbeiten in Zenshäuschen – ein Abschnitt der Balkantrasse soll parallel entstehen.

Von Anja Carolina Siebel

Da war von dicken Brettern die Rede, gestern Mittag in Zenshäuschen. Dicke Bretter, die Bürgermeister, Stadtverwaltung und Politik gebohrt hätten, um das zu erreichen, was nun vor der Vollendung steht: den Bau des Jugendfreizeitparks, und mit ihm die Erweiterung der Balkantrasse.

Die Bagger sind bereits angerollt, das Gelände soll laut Verwaltung jetzt erst einmal geebnet werden. Und die Erweiterung der Fahrradtrasse erfolgt parallel.

Sabine Krämer-Kox und Frank Schopphoff (r.) vom ADFC überreichten Rainer Bleek und Tiefbauamtsleiter Harald Drescher Geschenke.

Vor dem symbolischen Spatenstich berichtete Bürgermeister Rainer Bleek vor einigen Gästen aus Politik, Verwaltung und den beteiligten Vereinen von den Anfängen. Es war 2012, als die Wermelskirchener Skater mit dem Bau des neuen Aldi-Marktes an der Thomas-Mann-Straße ihr altes Domizil verloren, die Halle des Vereins Rollrausch. Seitdem waren sie wegen eines neuen Ortes zum Skaten von der alten Stadtspitze immer wieder vertröstet worden, passiert war aber nichts.

Aktiv war dann Rainer Bleek geworden. Er berichtete auf der Baustelle von insgesamt 13 Standorten, die er sich mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern angesehen hätte. 2016, nach Erstellung eines Schallschutzgutachtens, war Zenshäuschen als einer von zwei übrig gebliebenen ausgewählt worden.

Zunächst sollten die Kosten überschaubar sein: eine ausgebaute Fläche mit Rampe für rund 200 000 Euro. Das große Projekt, das jetzt daraus wird, entsteht dank Fördermitteln aus dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept. So werden insgesamt 750 000 Euro zu 70 Prozent aus Landesmitteln gestemmt, 30 Prozent muss die Stadt selbst zusteuern, wobei Bürgermeister Rainer Bleek selbst Spenden sammelte und um Sponsoring warb. Mit Erfolg. Rund 225 000 Euro kamen so zusammen.

Einen Großteil beigetragen hat dazu die Firma Obi. Daran erinnerte Frank Schopphoff, ehemaliger Ortsvorsitzender des Fahrradclubs ADFC. Er und die neue Vorsitzende Sabine Krämer-Kox freuen sich vor allem über die Erweiterung der Balkantrasse, die jetzt im Zuge des Umbaus in Zenshäuschen parallel entsteht. Der Effekt: Die Radfahrer können nicht erst an der Berliner Straße wieder auf die Trasse auffahren, sondern schon etwas früher. Langfristig soll es am Jugendfreizeitpark auch einige Extras für Radfahrer geben. Zum Beispiel einige überdachte Aufenthaltspunkte oder E-Bike-Ladestationen.

Vereinsmitglieder freuen sich über Fortschritt

Frank Schopphoff lobte das Engagement des Bürgermeisters in Sachen Jugendfreizeitpark. Bleek und die Verwaltungsmitarbeiter hätten großes Verhandlungsgeschick und viel Engagement bewiesen. Schopphoff überreichte Bleek und Harald Drescher vom Tiefbauamt einen Handbohrer („Von der Firma Obi, dem Hauptsponsor“) und einen historischen Kalender des Bergischen Geschichtsvereins. „Einige Bilder zeigen Motive, die mit der Balkantrasse und dem Radfahren zu tun haben“, erklärte Frank Schopphoff. So sei auf dem März-Foto der Bahnhof im Jahr 1950 zu sehen, im Oktober die Thomas-Mann-Straße im Jahr 1929 und im Juni die Telegrafenstraße mit einigen Radfahrern.

Wermelskirchens Stadtjugendreferentin Katja Töbelmann berichtete, dass sie die Jugendlichen aus den Vereinen Rollrausch und Flip off sowie dem CVJM immer wieder hätte daran erinnern müssen, dass es tatsächlich weitergehe mit dem Bau des Jugendfreizeitparks. „Ich konnte ja immer nur von Planung sprechen, weil erst geplant und die Arbeiten ausgeschrieben werden mussten. Leider ist da ja noch nichts für andere sichtbar.“

Die Nachricht vom ersten Spatenstich hätten alle aber mit großer Freude aufgenommen. „Wir hoffen jetzt alle auf einen milden Winter und darauf, dass wir im Frühjahr 2021 dann endlich Eröffnung des neuen Areals feiern können“, sagte Katja Töbelmann. | Standpunkt

Hintergrund

Bis Anfang 2021 soll der Jugendfreizeitpark zwischen Lidl und Autohaus an der Dellmannstraße gebaut werden. Der Jugendfreizeitpark kostet 750 000 Euro. Weil das Projekt Teil des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts ist, übernimmt das Land 70 Prozent der Kosten.

Standpunkt: Hat doch gut geklappt

Von Anja Carolina Siebel

anja.siebel @rga-online.de

Klar. Ursprünglich hieß es mal, dass die Bagger in Zenshäuschen schon im Frühjahr anrollen sollten. Das hat sich ein wenig verzögert. Aber so ist das nun mal, wenn es um Bauplanung und Ausschreibungsverfahren geht. Da ist manches nicht sichtbar, was sich hinter Aktenschränken und verschlossenen Türen verbirgt. Und so manch einer denkt: Da passiert ja gar nichts. Es ist aber einiges passiert. Und so kann es jetzt richtig losgehen. Wer künftig die Dellmannstraße passiert, wird sehen können, wie es vorangeht. 

Alle Beteiligten hoffen nun auf einen milden Winter, so dass im Frühjahr der Freizeitpark endlich eröffnet werden kann. Ein Meilenstein, der jetzt kurz vor der Fertigstellung steht. Für Wermelskirchen ist die Entwicklung des Parks und des neuen Trassenabschnitts eine Riesenchance. Denn nicht nur Jugendliche werden sicher Interesse haben, dort Halt zu machen und vielleicht auch zu verweilen. Gerade für die junge Generation, die nun so lange gewartet hat, ist der erste Spatenstich ein symbolischer Vertrauensbeweis. Denn das Vertrauen in Stadt und Politik hatten sie zeitweise schon verloren.

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