Corona

Juca entwickelt eigene App für die Besucherregistrierung

Andre Frowein - ist Leiter des Jugendcafés des Evangelisch-freikirchlichens Sozialwerkes.Archivfoto: DS
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Andre Frowein - ist Leiter des Jugendcafés des Evangelisch-freikirchlichens Sozialwerkes.

Nach 80 Tagen Pause ist das Jugendcafé wieder offen – Ehrenamtler verschieben ihre Urlaube.

Von Joachim Dangelmeyer

Wermelskirchen. 80 Tage lang war das „Juca“ am Markt wegen der Corona-Pandemie geschlossen, seit Anfang Juni ist der Betrieb des Jugendcafés des Evangelisch-freikirchlichen Sozialwerkes wieder angelaufen – selbstverständlich unter Beachtung aller geltenden Schutz- und Hygienevorschriften. „Wir haben für das Juca ein eigenes Hygienekonzept“, sagt Juca-Leiter André Frowein. Es wurde in enger Absprache mit den Mitarbeitern von Ordnungs- und Gesundheitsamt entwickelt und abgesegnet.

So wurden mehrere Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt, eine Arcylglasscheibe als Spuckschutz im Thekenbereich installiert und ein eigenes System zur Registrierung der Besucher entwickelt, um im Fall der Fälle mögliche Infektionsketten zurückverfolgen zu können: der Besucherpass. Beim Besuch im Juca wird der QR-Code, gespeichert auf dem Smartphone oder ausgedruckt, gescannt und in einer speziellen App gespeichert. „Die hat unser Kollege Matthias Rösler entwickelt und programmiert“, sagt Frowein. Inzwischen gebe es mehrere Nachfragen von Gastro-Kollegen nach dieser so einfach zu handhabenden App. Nicht zuletzt auch aus Datenschutzgründen. Denn immer wieder kommt es vor, dass in den in Gaststätten ausliegenden Listen falsche Namen eingetragen werden und die Listen auch für Jedermann einsehbar sind. Die persönlichen Daten in der Juca-App werden in Verbindung mit der Besuchszeit für vier Wochen gespeichert und dann gelöscht.

Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebes standen die Sommerferien an, in denen normalerweise nur ein sehr reduziertes Angebot vorgehalten wird und auch die Ehrenamtler Urlaub machen. Frowein: „In diesem Jahr haben die sich selbst allerdings dagegen ausgesprochen, so dass wir das Angebot fast normal aufrechterhalten können.“ Sieben von neun Schichten konnten besetzt und angeboten werden. „Das ist wirklich ein großartiges Team. Ich bin ihm so dankbar für seinen hohen Einsatz“, lobt Frowein die ehrenamtlichen Mitarbeiter.

Jugendliche sind dankbar über das Juca-Angebot

Der Einsatz kommt bei den Jugendlichen ebenfalls gut an und wird hoch geschätzt. „Es war eine unglaubliche Dankbarkeit zu spüren“, sagt Frowein. Seit der Öffnung seien jeden Tag Jugendliche gekommen, die auch explizit ausgedrückt haben, dass sie froh seien, sich wieder mit anderen treffen und mit anderen reden zu können als mit der Familie. Viele hätten in den ersten Wochen des Lockdown gar keinen Kontakt oder jemanden für ein offenes Ohr gehabt.

Das Juca hatte auch zum Beginn der Corona-Krise und dem Lockdown im Frühjahr den Jugendlichen immer Möglichkeiten für persönliche Gespräche geboten. In Zweiertreffen habe es Gelegenheit zum Austausch über persönliche Sorgen und Nöte gegeben. Aktuell wird auch bei Bedarf wieder die Bewerbungshilfe angeboten. Dafür gebe es keine festen Termine, „die finden über persönliche Beziehungen nach Absprache statt.“

Mit „Juca Beach“ wurde vor wenigen Tagen auch der erfolgreiche Startschuss für größere Veranstaltungen gegeben. Handgemachte Musik, herzhafte Snacks, ein kleiner Strand mit angekarrtem Sand, Liegestühle und ein kleiner Pool verwandelten den Markt in ein kleines Idyll.

Juca-Leiter André Frowein kündigt an: „Jeweils am letzten Freitag im August und September soll es weitere Veranstaltungen dieser Art geben. Wir haben diese Reihe schon geplant, als das Jugendcafé noch gar nicht wieder geöffnet hatte.“ Alle anderen Großprojekte und Events wurden ins kommende Jahr verschoben, die entsprechenden Organisationsteams haben sich aber bereits getroffen und planen schon die Veranstaltungen, berichtet Frowein. 

Standpunkt

anja.siebel@rga-online.de

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

Am Anfang stand die Vision: einen Ort der Begegnung zu schaffen, an dem sich jeder jugendliche Besucher, egal wie er ist und wo er gerade in seinem Leben steht, wertgeschätzt und angenommen fühlt. Längst ist aus dieser Vision ein echter Treffpunkt geworden: das Jugendafé Juca, das viele Jugendliche nutzen und als einen gewissen Mittelpunkt ansehen. Solche offene Treffs für Jugendliche, sind wir mal ehrlich, gibt es in Wermelskirchen ansonsten nicht so häufig. Viele Jugendliche treffen sich stattdessen zum Chillen im Park oder auf Schulhöfen. Aus dringendem Bedarf entstanden ja auch die Treffpunkte in Dabringhausen und Dhünn. 

Das Juca ist ein geschützter Raum. Ein Raum, in dem es auch immer einen erwachsenen Ansprechpartner für die Jugendlichen gibt, der zur Not ein offenes Ohr hat und mit Rat zur Seite steht. Vielleicht hat die Zeit des Lockdowns während der Corona-Pandemie noch einmal gezeigt, wie wichtig ein solcher Treffpunkt in Wermelskirchen ist. Ein einzigartiges Angebot, das es in dieser Form in der näheren Umgebung nicht gibt. Hut ab für die Initiatoren.

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