Den Wermelskirchnern ist er bereits bekannt

Jens Mayland ist neuer Musikschul-Chef

Schlaginstrumente sind sein Ding: Jens Mayland unterrichtet seit 30 Jahren an der Musikschule.
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Schlaginstrumente sind sein Ding: Jens Mayland unterrichtet seit 30 Jahren an der Musikschule.

Der 52-Jährige unterrichtet schon seit 30 Jahren Schlagzeug - und jetzt hat er einiges vor.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Jens Mayland heißt der neue Musikschulleiter. Am Freitag stellte Anke Schopphoff vom Förderverein den 52-jährigen gebürtigen Wermelskirchener der Öffentlichkeit vor. Bekannt dürfte der Musiker in Wermelskirchen allerdings auch schon sein. Denn er wuchs nicht nur in der Stadt auf, sondern arbeitet auch bereits seit 30 Jahren als Lehrer für Schlagzeug an der Musikschule. Seit zwei Jahren war er dort Fachbereichsleiter für Popularmusik.

„Für uns ist das ein echter Glücksfall“, sagt Anke Schopp-hoff. Denn die Einarbeitungszeit fällt ja praktisch weg, Jens Mayland ist mit unseren Strukturen ja bestens vertraut.“ Man habe ihn ein wenig überreden müssen, berichtet der neue Chef der Musikschule, der seit der Pubertät in Wermelskirchen aus für ihn nicht mehr nachvollziehbaren Gründen immer „Paul“ genannt wird, lachend.

„Zwei Mal habe ich abgelehnt, als ich gefragt wurde. Aber jetzt habe ich richtig Bock, mit der Musikschule neue Wege zu gehen.“ Welche das sein werden, dazu will er sich noch nicht äußern. Und auch Anke Schopphoff bleibt zurückhaltend: „Wir haben einige kleine Baustellen zu bearbeiten, aber auch tolle neue Projekte vor, die jetzt aber noch nicht spruchreif sind. Sie müssen sich erst entwickeln.“

Finanzielle und private Gründe: Ehemalige Musikschulleiterin kündigte im Mai

Wie berichtet, hatte die ehemalige Musikschulleiterin Celia Spielmann im Mai ihren Job in Wermelskirchen gekündigt. Wie sie damals sagte, aus persönlichen Gründen, aber auch aufgrund der vorausgegangenen Diskussionen um die prekäre finanzielle Situation der Wermelskirchener Musikschule.

Zuvor war in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Entscheidung gefallen, die Musikschule von städtischer Seite mit 30 000 Euro zu unterstützen. Die sollen indes dafür aufgewendet werden, die finanzielle Situation der Schule extern prüfen zu lassen. Dem Beschluss, den die Ortspolitiker fraktionsübergreifend getroffen hatten, waren hitzige Diskussionen vorausgegangen.

„Diese Prüfung müssen wir jetzt auch angehen“, kündigt Fördervereins-Vorsitzende Anke Schopphoff an. „Wir haben uns damit extra Zeit gelassen, bis wir eine neue Leitung gefunden haben.“ Und die zu finden, gestaltete sich schwer. „Natürlich haben die potenziellen Kandidaten von der Situation hier in Wermelskirchen gelesen oder gehört“, sagt Anke Schopphoff. Externe Bewerbungen auf die Stellenausschreibung hatte es deshalb kaum gegeben. „Nachvollziehbar“, finden das sowohl Anke Schopphoff als auch Jens Mayland.

Gespräche führen wolle er jetzt intensiv, kündigt der „Neue“ an. „Wir müssen versuchen, das Beste für uns rauszuholen. Und vor allem, die Existenz der Musikschule retten. Denn sie muss weiter existieren.“

Celia Spielmann habe, das betont Jens Mayland, in Wermelskirchen „hervorragende Arbeit geleistet. Und diese Arbeit möchte ich erstmal so weiterführen.“ Aber er wird auch weiter Musik machen und unterrichten. Der studierte Musiker spielt selbst zum Beispiel in der Johnny-Cash-Tribute-Formation „Just Cash“, aber auch als Gast-Drummer bei bekannten Bands, wie etwa zuletzt bei den Bläck Fööss. Spaß macht dem 52-Jährigen, der mit seiner Partnerin inzwischen in Leichlingen lebt, auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. „An zwei Nachmittagen gebe ich weiter ganz normal Unterricht. Das muss einfach sein.“ Der Schlagzeug-Unterricht findet derzeit im Eifgen statt – in Räumen des ehemaligen Freibades. „Keine ideale Situation“, räumt der Musiker ein. „Da müssen wir auch schauen, ob wir was verändern können, vor allem, weil die Heizung nicht mehr optimal funktioniert.“

Meckern will er aber eigentlich gar nicht, sondern mit Spaß und Freude an seine neue Aufgabe gehen. „Es gibt so viele junge musikalische Talente hier in Wermelskirchen“, schwärmt er. „Einige davon sehe ich sogar in einigen Jahren auf großen Bühnen. Für mich ein Privileg, mit ihnen arbeiten zu dürfen.“

Prüfung

Derzeit wird die Musikschule mit insgesamt rund 211 000 Euro von der Stadtverwaltung unterstützt. Eine so genannte „Organisationsprüfung“ in der Musikschule soll nun die genaue Kostensituation ermitteln und offenlegen, wo eventuell noch Einsparungen erzielt werden können.

Standpunkt von Anja Carolina Siebel: Ein Glücksfall

anja.siebel@rga.de

Dass Jens Mayland sich nun bereit erklärt hat, sich als neuer Leiter für die Musikschule zu engagieren, ist sicher für alle Beteiligten ein großer Glücksfall. Denn der 52-Jährige ist mit Wermelskirchen im Allgemeinen und mit der Musikschule im Speziellen vertraut. Ist er doch seit 30 Jahren dort bereits tätig.

Es wird allerdings auch viel auf ihn zukommen, dessen ist er sich bewusst. Denn die Musikschule kämpft mit finanziellen Problemen, die zuletzt auch auf politischer Ebene heiß diskutiert wurden. Diese Wogen zu glätten und es zu schaffen, die Existenz der Schule nicht nur zu retten, sondern das tolle Angebot in Wermelskirchen auch beizubehalten, das wird unter anderem jetzt auch Jens Maylands Aufgabe sein.

Als offener, sympathischer und kommunikativer Mensch wird es ihm aber sicher nicht schwerfallen, mit Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen und alles Erdenkliche für die wichtige Institution herauszuholen.

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