Jazzmusiker sorgen für Genuss bei Publikum

Mit seinem Programm „Crossover Beethoven“ trat das Marcus Schinkel Trio in der Katt auf. Foto: Doro Siewert
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Mit seinem Programm „Crossover Beethoven“ trat das Marcus Schinkel Trio in der Katt auf.

Marcus Schinkel Trio spielt erstes Livekonzert in der Katt nach acht Monaten Zwangspause

Von Peter Klohs

Jazz an einem Frühsommerabend? Vor zwei Wochen noch klang das nach Science-Fiction, unerreichbar in absehbarer Zeit. Aber tatsächlich spielte am Samstagabend das Trio des Pianisten Marcus Schinkel in der Kattwinkelschen Fabrik. Unter den Hygienebestimmungen wollten mehr als 20 Interessierte das erste Live-Konzert in der Katt seit beinahe acht Monaten genießen. Und das waren denn auch die 80 Minuten moderne Jazzmusik: ein Genuss.

Schinkel, 1968 in Essen geborener und unter anderen von Richard Beirach ausgebildeter Musiker, begann mit einem Solostück. „Planet“ des jungen aserbaidschanischen Pianisten Isfar Sarabski besticht durch einen quirligen 5/8tel Rhythmus und einen betörend lyrischen Mittelteil. Erster begeisterter Applaus.

Nach dem Hardrock-Rhythmus erklingt Samba

Das Trio komplettierten hernach Bassist Fritz Roppel sowie der niederländische Drummer Wim de Vries, der schon mehrfach als bester Schlagzeuger der Benelux-Länder ausgezeichnet wurde. Die Drei widmeten sich dem aktuellen Tourprogramm „Crossover Beethoven“. Bekannte und beliebte Kompositionen werden von Schinkel sehr geschmackvoll arrangiert. Seine Mitmusiker bekommen immer wieder die Chance, sich solistisch auszuzeichnen. Roppel glänzt mit einigen zwar kurzen, aber erzählerisch reichen Soli. Auch die Waldstein-Sonate wird gespielt. „Hören Sie mal den ersten Rhythmus“, rät Schinkel dem Publikum, „der könnte glatt von AC/DC sein.“ Aber die Palette ist reichhaltiger: Nach dem Hardrock-Rhythmus erklingt ein Samba, der unmittelbar in einen hurtigen Uptempo-Swing übergeht. Mit der Astor Piazzolla Komposition „Adios Nonino“ wird es etwas lyrischer, bevor es mit „Armando’s Rhumba“ von Chick Corea noch einmal in die Vollen geht. Schlagzeuger de Vries darf in einem fünfminütigen Solo die ganze Bandbreite seiner Kunst zeigen. Atemberaubend.

Als Zugabe gibt es eine witzige 7/8tel Version von „Für Elise“, unterlegt mit einem Soul-Groove. Schinkels Solo ist voller virtuoser Einschübe und origineller Ideen. Im Gespräch legt Schinkel Wert auf die Feststellung, dass dies für das Trio das erste Präsenzkonzert seit mehr als 18 Monaten war. „Und glaub mir“, fügt er an, „es ist völlig gleich, ob drei oder dreihundert Menschen im Publikum sitzen: Diese Schwingungen, die Interaktion, den Beifall - das kann man nicht ersetzen.“

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