Bühne

Irisches Lebensgefühl im Haus Eifgen

Die irische Band „Jeremiahs“ lebte das Lebensgefühl perfekt vor – dem Publikum gefiel das außerordentlich gut.
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Die irische Band „Jeremiahs“ lebte das Lebensgefühl perfekt vor – dem Publikum gefiel das außerordentlich gut.

Folk im Doppelpack versetzt die Besucher gedanklich auf die Grüne Insel.

Von Wolfgang Weitzdörfer

Es ist immer wieder schön, wenn die Musik auf der Bühne zur Jahreszeit passt. So wie das nun im sehr gut besuchten Haus Eifgen der Fall war, als die beiden Irish-Folk-Bands „Palm Bay Frost“ und „The Jeremiahs“ zum Konzert baten. Das herbstliche Wetter passte perfekt zur heimeligen Musik der beiden Gruppen, von denen die eine – „Palm Bay Frost“, bestehend aus der Geigerin Sabrina Palm, dem Akkordeonspieler Simon Bay und dem Gitarristen Hartmut Frost – aus der Domstadt Köln angereist war, die andere von der Grünen Insel selbst ins Bergische gekommen war.

Beim Kölner Trio wurde, manchmal instrumental, manchmal mit Gesang, immer aber mit jeder Menge Lebens- und Spielfreude, gefiedelt, geklatscht und zwischen typischer leiser Melancholie und heiterer Beschwingtheit ganz selbstverständlich hin- und hergewechselt, so dass man sich einfach in den Klangteppich fallenlassen konnte. Aufgefangen wurde man von Eigenkompositionen wie dem wunderbar balladesken „Three Olives“ oder dem schmissigen „Heads Up Lights Down“. Die Musik des Trios kam auch bei den über 70 Besuchern bestens an.

Schon etwas länger dabei als die Band aus Köln, die sich während der Pandemie gegründet hat, sind „The Jeremiahs“ – Sänger Joe Gibney, Geigerin Niamh Varian Barry und Gitarrist James Ryan sowie der Franzose Julien Bruneteau an den Flöten. Die mehrfach preisgekrönten Musiker sind ein echtes Aushängeschild ihrer irischen Heimat. In Wermelskirchen hatten sie spürbar Spaß: Was sicherlich auch an der großen Wertschätzung des Publikums lag, das auf die Frage Joe Gibneys, ob man beim Song „Passage West“ den Refrain mitsingen wolle laut und begeistert „Yes!“ rief. Was den sympathischen Sänger doch ein wenig überraschte: „Ihr seid ja sehr enthusiastisch hier!“, sagte er anerkennend. Und betonte anschließend, dass der siebte Auftritt der aktuellen Tour im Haus Eifgen wohl eine „Lucky Seven“ sei.

Das war fraglos richtig, denn auch wenn die Iren echte Profis sind, gibt es doch solche und solche Auftritte. Und der von „The Jeremiahs“ war auf jeden Fall ein solcher, der in Wermelskirchen noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte. Denn es stimmte einfach alles. Die Band war perfekt aufeinander eingespielt, harmonierte musikalisch unfassbar gut, auch der mehrstimmige Gesang klang glockenklar. Die einmal mehr eindrucksvolle Akustik im Haus Eifgen tat das ihrige, so dass man wirklich jede Feinheit hören und genießen konnte.

Etwa die wundervolle Ballade „Dusty Little Wings“, die von Geigerin Niamh Varian Barry leidenschaftlich gesungen wurde. Oder das wilde, von einer gemeinsam von Gitarre und Geige gespielten Melodie lebende Instrumental „25 O‘Clock“, bei dem sich Flötist Julien Bruneteau wie der junge Ian Anderson von Jethro Tull solistisch austoben konnte. Aber auch die ganz leisen, umso intensiveren Momente – etwa in „Misery Hill“ – sorgten für eine Gänsehaut im Publikum, die eine besondere Stimmung aufbaute, die sich dann in begeistertem Applaus förmlich entlud.

Dieses Irish-Folk-Doppelpack war definitiv eine sehr gute Idee des Haus-Eifgen-Teams – eine, die auf jeden Fall nach einer baldigen Wiederholung schreit.

„Es war ein sehr schöner Abend mit vielen neuen Eifgen-Erstbesuchern von der Eifel bis ins Ruhrgebiet“, teilte Michael Dierks, Vorsitzender der Kulturinitiative, im Nachgang mit. Weniger als 50 Prozent der Zuhörer kamen aus Wermelskirchen. Insgesamt waren es 70 zahlende Gäste – „das ist in dieser Zeit sehr ermutigend“, freute sich Michael Dierks.

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