Jubiläum-Ehrenamtskarte des Landes NRW

Ingo Mueller hat die Gemeinschaft im Blick

Bürgermeisterin Marion Lück hatte Ingo Mueller für die Auszeichnung vorgeschlagen. Foto: Doro Siewert
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Bürgermeisterin Marion Lück hatte Ingo Mueller für die Auszeichnung vorgeschlagen.

Bürgermeisterin Marion Lück organisierte eine Feierstunde für den stellvertretenden Feuerwehrchef.

Von Anja Carolina Siebel

Wermelskirchen. Ingo Mueller ist einer, der in der Regel nicht viel Aufhebens um sich macht. Dem stellvertretenden Feuerwehrchef geht es immer mehr um die Gemeinschaft um ihn herum. „Und es ist wieder typisch für Sie, dass Sie sich nicht selbst für diese wichtige Auszeichnung feiern, sondern darauf bestehen, dass Sie diese Wertschätzung Ihrer Arbeit stellvertretend für die gesamte Freiwillige Feuerwehr entgegennehmen“, sagte Bürgermeisterin Marion Lück bei einer kleinen Festveranstaltung für Ingo Mueller. Wie berichtet, hatte der Wermelskirchener am Mittwochabend eine der ersten Jubiläum-Ehrenamtskarten des Landes NRW von Ministerpräsident Hendrik Wüst entgegengenommen.

„Es gibt sicher viele, die bei einer solchen Auszeichnung vor Stolz geplatzt wären“, sagte Lück. Mueller hätte auf die Frage, ob er aufgeregt sei, aber wie immer gelassen reagiert und gesagt: „Nö – ich muss ja nicht viel tun.“

Nicht viel tun, das ist ansonsten nicht Ingo Muellers Ding. Seit 39 Jahren arbeitet er neben seinem Hauptjob bei der Firma Ortlinghaus mit Leidenschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr. Erst in der Löschgruppe in Dhünn, später in Wermelskirchen. Seit 2003 ist Müller stellvertretender Feuerwehrchef, arbeitet eng mit dem hauptamtlichen Leiter der Feuerwehr, Holger Stubenrauch, zusammen. Der sagt über Mueller: „Ingo ist ein absoluter Verlassmensch, ein kühler Kopf, der immer 200 Prozent gibt.“ Und: „Er hat bei jedem Einsatz auch immer die Sicherheit der Kameraden im Blick.“

Dass Ingo Mueller praktisch „ein Leben auf Abruf“ führe, betonen sowohl Marion Lück als auch Jörg Muhtz, der für die Firma Ortlinghaus zur Feierstunde gekommen war. „Wir können nur bestätigen, dass er 200 Prozent gibt. Das macht er auch im Job. Für seine ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr hat er meinen und unseren höchsten Respekt.“

Ingo Mueller unterstrich, dass er auch seiner Familie danke, die seit Jahren viel Verständnis für die oft zeitraubende Tätigkeit für die Feuerwehr aufbringen müsse: „Wenn der Piepser geht, bin ich unterwegs.“ Ehefrau Kerstin und Tochter Carolin haben sich bereits daran gewöhnt. Mueller: „Aber es bleibt auch noch Zeit für Freizeit. Meine Frau betreibt einen kleinen Pony- und Pferdehof, veranstaltet dort Kindergeburtstage und andere kleine Feste. Da kann ich immer ein bisschen abschalten.“

Mit der Ehrenamtskarte kann er künftig noch viele andere Unternehmungen mit Frau und Tochter planen. Denn sie bietet Vergünstigungen, beispielsweise für Kultur- und Freizeitangebote, in ganz Nordrhein-Westfalen. Anders als bei der klassischen Ehrenamtskarte NRW, die 2008 vom Land eingeführt wurde, gelten die Vorzüge der Jubiläums-Ehrenamtskarte lebenslang.

Ingo Muellers Wünsche gelten der Jugend

„Die klassische Ehrenamtskarte gibt es seit 2008, in Wermelskirchen haben wir sie 2012 eingeführt“, berichtete die städtische Ehrenamtskoordinatorin Christiane Beyer. Fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr müssen Anwärterinnen und Anwärter ehrenamtlich tätig sein, um sie zu erhalten. Zudem muss sie immer wieder neu beantragt werden. Bei der Jubiläumsausgabe, die die Kommunen jetzt nach 25 Jahren verleihen können, entfallen diese Anforderungen.

Bürgermeisterin Marion Lück berichtete, dass sie nicht lange hätte überlegen müssen, als das Land angefragt hätte, wen sie sich für diese besondere erstmals verliehene Auszeichnung vorstellen könnte. „Das Team Stubenrauch und Mueller steht bei uns in Wermelskirchen einfach für die Feuerwehr und wir können uns immer darauf verlassen, dass die Sicherheit aller gewährleistet ist. Dafür sind wir besonders dankbar.“

Für die Zukunft des Ehrenamts, speziell bei der Feuerwehr, hat Ingo Mueller in seiner Art, immer das Große, Ganze zu betrachten, einige Wünsche. Einer davon: „Ich wünsche mir, dass das Ehrenamt wieder an Ansehen gewinnt; einfach, damit sich wieder mehr junge Menschen dafür entscheiden. Denn die brauchen wir.“

Hintergrund

Seit 2012 werden in Wermelskirchen besonders engagierte Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler mit der Ehrenamtskarte NRW ausgezeichnet.

Aus allen eingereichten Vorschlägen hat das Ministerium jeweils nur zwei Personen aus jedem der fünf Regierungsbezirke eingeladen. Einer von ihnen war Ingo Mueller, der am Mittwoch im Haus der Geschichte in Düsseldorf die Jubiläums-Ehrenamtskarte von Ministerpräsident Hendrik Wüst und Staatssekretärin Andrea Milz erhalten hat.

Standpunkt: Verdiente Auszeichnung

Ein Kommentar von Anja Carolina Siebel

anja.siebel@rga.de

Wer Ingo Mueller schon mal während eines Feuerwehreinsatzes erlebt hat, der weiß: Auf diesen Mann kann man sich verlassen. „200-prozentig“, wie Feuerwehrchef Holger Stubenrauch treffend sagt. Er behält die Ruhe, bleibt als Einsatzleiter vor Ort besonnen und hat dabei auch immer die Sicherheit seiner Kameraden im Blick. Ingo Mueller ist aber auch als Mensch und Gesprächspartner angenehm, bescheiden und stellt sich selbst nicht in den Vordergrund. Er denkt dabei immer auch an andere. Die Auszeichnung ist deshalb mehr als verdient. Und mehr noch: Kann sie doch auch ein Anreiz für andere Initiativen sein, ehrenamtliche Helfer für die Ehrenamtskarte vorzuschlagen. Und: möglicherweise auch eine Motivation für jene, die sich bisher noch nicht entschließen konnten, ein Ehrenamt auszuüben, sich künftig freiwillig zu engagieren – wo auch immer. Denn es muss nicht immer viel Zeit in Anspruch nehmen; das schreckt viele ab. Welche Angebote es vor Ort gibt, darüber informieren regelmäßig die Freiwilligenbörse oder die Ehrenamtskoordinatorin der Stadtverwaltung.

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