In Unterburg herrscht Aufbruchstimmung

Die Besucher waren aufgefordert worden, mit der evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen Perspektiven für die Nutzung der Kirche in Unterburg – nach dem Hochwasser – auszuloten und ihre Ideen einzubringen. Begrüßt wurden sie von Pfarrerin Almuth Conrad. Foto: Christian Beier
+
Die Besucher waren aufgefordert worden, mit der evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen Perspektiven für die Nutzung der Kirche in Unterburg – nach dem Hochwasser – auszuloten und ihre Ideen einzubringen. Begrüßt wurden sie von Pfarrerin Almuth Conrad.

Bürger bringen sich mit Ideen für ihre beschädigte Kirche ein

Von Holger Hoeck

Zweimal schlug die kleine Glocke in der denkmalgeschützten evangelischen Kirche in Unterburg, dann erhob Pfarrer Manfred Jetter, Vorsitzender im Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen, seine Stimme. „Das ist das Zeichen für die nächste Runde. Bitte ziehen Sie weiter zur nächsten Themenwand“, bat er die Besucher des Perspektivgesprächs „Burger Kirche – was jetzt?“ zur erneuten Zusammenkunft vor einem weiteren Plakat.

Jetter hatte sich für die Betreuung des Themas „Geistliche Angebote“ entschieden und gab der neuen Gruppe eine kurze Anweisung. „Sie schauen gerne, was bereits an Impulsen zusammengetragen wurde, und knüpfen mit Ihren Ideen, die Sie bitte auf einen Zettel schreiben und diesen anschließend an der Wand anbringen, damit nahtlos an,“ motivierte er die Teilnehmer. Viele Fragen sind noch offen, wie es mit der Burger Kirche nach der verheerenden Hochwasser-Katastrophe von Mitte Juli weitergehen soll. Um interessierte Bürger gleich von Anfang an bei Plänen zu beteiligen und deren Vorschläge zu sammeln, hatten Gemeindemitglieder für die Auftaktveranstaltung sechs Themen vorgegeben, zu denen sich die Anwesenden in Kleingruppen äußern und ihre Gedanken jeweils niederschreiben konnten.

Beheizbarer Fußboden macht Konzerte möglich

Auch Sylvia Schlemper, Mitglied der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid, griff zum Stift und notierte „Ernsthaftigkeit und Qualität der geistlichen Angebote / der Gottesdienste“ auf eine Karte, die sich kurz darauf neben weiteren Anregungen wie „Gottesdienst im Grünen bzw. zu anderen Zeiten“, „Meditation“ oder „Andachten für Spaziergänger“ wiederfand. Auch andere Themenfelder, darunter kulturelle, musikalische sowie kinder- und jugendspezifische Veranstaltungen, erhielten vielfältigen Input.

„Wir brauchen Leute mit Ideen, aber auch Lust an deren aktiver Umsetzung. Für die Wiedernutzung der Kirche benötigen wir daher Personen, die hier wirken möchten“, betonte Almuth Conrad, Pfarrerin des Bezirks Burg-Hünger, die Notwendigkeit der Mitgestaltung durch engagierte Bürger und Gemeindemitglieder. Baukirchmeister Peter Siebel richtete kurz darauf seinen Blick zum Boden und sah hierin einen ersten Hoffnungsschimmer für das Gotteshaus. „Natürlich bereitet uns der Zustand der Kirche mit ihrem abgeschlagenen Wandputz sowie des Gemeindehauses, dem die Wassermarke deutlich anzusehen ist, große Sorgen. Doch in den Ferien hat hier ein Bautrupp aus Halle in Westfalen mit 20 Leuten gewerkelt, die uns eine provisorische Nutzung ermöglichten. Ein Resultat ist dabei der beheizbare Holzfußboden, der uns die Durchführung von Veranstaltungen, etwa Konzerte im November, gestattet.“

Siebel prognostizierte eine Trockenzeit von einem Jahr für die 1,20 Meter dicken Außenmauern. „Ferner müssen Fugen wie auch Heizkörper erneuert werden. Es wird eine neue Bestuhlung in geänderter Anordnung geben, und die Beleuchtung wie Beschallung muss überdacht werden. Unsere Orgel, zur Zeit ausgelagert, soll natürlich wieder eingebaut werden.“

Eine Aufbruchstimmung war während der Auftaktveranstaltung zu spüren. „Ich habe in dieser Kirche so viel erlebt, und natürlich muss es weitergehen“, betonte beispielhaft eine ältere Frau in ihrer Gesprächsgruppe. Zum Fortbestand des kirchlichen Gemeindelebens sind Anträge auf finanzielle Unterstützung bei verschiedenen Institutionen geplant.

Hintergrund

Historie: Die evangelische Kirche Burg wurde von 1732 bis 1735 gebaut und erhielt 1787 ihren Kirchturm. Seit 1984 wird das Bauwerk in der Solinger Denkmalliste geführt.

Flutnacht: In der Nacht vom 14. zum 15. Juli wurde die Kirche (mitsamt angrenzendem Friedhof und Gemeindehaus) überschwemmt und stand einen Meter unter Wasser. Boden und Bänke wurden durchnässt; auch die Wände sind durchfeuchtet. Das übrige Inventar wies ebenfalls erhebliche Schäden auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Wermelskirchen: Impfstraße im Rathaus ist eröffnet - das sind die Regeln
Sie will Gott und den Menschen dienen
Sie will Gott und den Menschen dienen
Sie will Gott und den Menschen dienen
Corona: Die Inzidenz liegt bei 270,4
Corona: Die Inzidenz liegt bei 270,4
Corona: Die Inzidenz liegt bei 270,4

Kommentare