Pandemie

Impfzentrum: In den Ferien herrscht ein bisschen Flaute

Ayhan Tokla und seine Frau Pervin haben zuerst mit anderen vor einer falschen Tür aufs Impfen gewartet. Foto: Susanne Koch
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Ayhan Tokla und seine Frau Pervin haben zuerst mit anderen vor einer falschen Tür aufs Impfen gewartet.

Am Samstag werden Kinder von fünf bis elf Jahren im Rathaus geimpft

Von Susanne Koch

Wermelskirchen. Ihre ersten beiden Impfungen hat das Ehepaar bereits. „Wir wollen uns boostern lassen“, sagt Ayhan Tokla, der mit seiner Frau vor dem Rathaus von Wermelskirchen steht. Noch ist die Tür verschlossen. „Wir haben Geduld“, sagt Pervin Tokla. „Meine ersten beiden Impfungen habe ich organisiert durch meinen Arbeitgeber erhalten“, sagt Ayhan Tokla. Das Unternehmen Tente würde sehr viel Wert auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter legen. „Die tun etwas dafür“, sagt Ayhan Tokla. Inzwischen warten vier Menschen darauf, dass sich die Türen öffnen.

Das Impfzentrum betritt man vom Platz aus eine Tür vor der offiziellen Rathaus-Tür. „Wir haben uns zuerst hier falsch hingestellt“, sagt Ayhan Tokla. Ein Sicherheitsdienst steht vor Ort und zwei Mitarbeiter der Johanniter Unfallhilfe sitzen am Empfang. Mitbringen müssen die Impfwilligen Personalausweis, Impfausweis, den fertig ausgefüllten Anamnesebogen, das fertig ausgefüllte Aufklärungsblatt und die Einwilligungserklärung der Eltern für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren.

Von unseren Leuten sind in jeder Schicht vier Mitarbeiter anwesend.

Nadine Spiegel, Leiterin des Impfzentrums

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat der Johanniter Unfallhilfe die Organisation des Impfzentrums übertragen. „Die Ärzte werden von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gestellt“, sagt die Leiterin des Impfzentrums Nadine Spiegel, die auch für Burscheid zuständig ist. „Von unseren Leuten sind in jeder Schicht vier Mitarbeiter anwesend, Ärzte sind jeden Tag zwei bis drei eingeteilt. Das Gesamt-Team für Wermelskirchen und Burscheid hat 30 Mitarbeiter.“

Das Impfzentrum hat normalerweise montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. „Den kommenden Samstag, 8. Januar, haben wir fürs Kinderimpfen freigehalten“, sagt Nadine Spiegel. „Da werden wir zusätzlich zum Schutz der Kinder noch einen besetzten RTW stehen haben.“ In den Ferien herrsche beim Impfen etwas Flaute. „Ich denke, dass es in der kommenden Woche wieder anzieht und wir wieder mit steigenden Zahlen rechnen können“, sagt Nadine Spiegel. „Vor Weihnachten waren es sogar fünf bis 20 Erstimpfungen pro Tag, so sollte es weitergehen.“

Das Land Nordrhein-Westfalen ermöglicht nun auch eine Auffrischungsimpfung von 12- bis 17-Jährigen in den Impfstellen der Kreise und kreisfreien Städte. „Nach ärztlicher Aufklärung werden sie nun auch bei uns geboostert“, sagt Nadine Spiegel. Bisher erhielt diese Gruppe nur von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten eine Auffrischungsimpfung. Klaus Eckl, der das Thema Impfen beim Kreis verantwortet, weist zudem noch einmal darauf hin, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Impfempfehlung für Erwachsene im Dezember aktualisiert hat. Sie empfiehlt eine Boosterimpfung bereits ab drei Monaten nach der letzten Immunisierung.

„Rund 70.000 Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis haben sich nach ihrer Zweitimpfung noch nicht boostern lassen. Insbesondere durch die Omikron-Variante ist es wichtig, dass die Auffrischungsimpfung in dem empfohlenen Zeitraum erfolgt, da das Infektionsrisiko deutlich reduziert wird.“ Derzeit gebe es noch ausreichend Termine in Wermelskirchen. Klaus Eckl betont: „Auch Impfwillige ohne Termin können zum Impfen vorbeikommen.“ Hier könne es je nach Auslastung aber zu Wartezeiten kommen. Erstimpfungen gab es bereits 212 818 im Rheinisch-Bergischen Kreis, Auffrischungsimpfungen, also die dritte Impfung, bekamen 132 644. Der Rheinisch-Bergische Kreis hatte am 31. Dezember 2020 283 275 Einwohner.

„Das Impfzentrum wurde am 15. Dezember eröffnet“, sagt Nadine Spiegel von der Johanniter Unfallhilfe. „Wir finden unsere Arbeit immens wichtig“, sagt sie. „Und ich hoffe, dass sich viele Menschen impfen lassen.“

Standpunkt: Impfen, impfen, impfen

Ein Kommentar von Susanne Koch

susanne.koch@rga.de

Der Inzidenzwert steigt wieder. Und die Omikron-Variante des Coronavirus wird von Tag zu Tag größer. Die Mutation hat eine kürzere Inkubationszeit als die anderen Varianten und somit wird Delta immer mehr aus dem Rennen gedrängt. Unsere Antwort darauf kann nur heißen, dass wir uns impfen lassen. Diejenigen, die noch gar nicht geimpft wurden, sollten sich das Thema noch einmal ruhig durch den Kopf gehen lassen und sich anschließend einen Ruck geben. Durch die erneute Öffnung der Impfzentren wird es den Bürgerinnen und Bürgern wieder viel leichter gemacht, sich relativ schnell einen Termin zu organisieren. Und die Omikron-Variante ruft dazu auf, sich möglichst schnell auch boostern zu lassen. Dann ist die Gefahr, sich trotz Impfung anzustecken, am geringsten. Es heißt zwar jetzt, dass die Krankheitsverläufe durch Omikron nicht mehr so stark ausfallen, wie beispielsweise noch bei Delta. Aber niemand kennt die Langzeitfolgen. Ganz wichtig ist, dass die Krankenhäuser möglichst entlastet bleiben. Es kann nicht angehen, dass Menschen mit schweren Erkrankungen nicht behandelt werden können, weil die Ärzte mit der Corona-Pandemie zu kämpfen haben.

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