In 73 Minuten bis zum Kölner Hauptbahnhof

Projekt „Interimsschnellbus“

Von Stephan Singer

Mit dem Fahrplanwechsel zur Jahreswende soll es vom Wermelskirchener Busbahnhof in 73 Minuten zum Kölner Hauptbahnhof gehen. Das verspricht der Rheinisch-Bergische Kreis mit dem Projekt „Interimsschnellbus“ oder Schnellbus (SB) 24, der zwischen Wermelskirchen über Burscheid nach Opladen und Leverkusen-Mitte pendelt, wo der Anschluss an den öffentlichen Schienenverkehr möglich ist. Dieser Fahrtzeit von 73 Minuten stehen anderthalb Stunden gegenüber, die die Buslinie 260 von Wermelskirchen nach Köln oder umgekehrt benötigt. Darüber informierten Verkehrsplaner des Rheinisch-Bergischen Kreises den Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

„Geplatzt“ ist vorerst die ursprüngliche Idee, eine Schnellbuslinie zwischen dem Oberbergischen Kreis über Wermelskirchen, Burscheid, Leichlingen bis Leverkusen einzurichten – die dafür angestrebten Fördertopf-Gelder waren überzeichnet, hieß es im Ausschuss. Kein Wort darüber, dass der Kreis es nicht geschafft hatte, zeitnah den Förderantrag zu stellen; andere Kommunen waren schneller.

Und dann ließ der Kreis, obwohl seit Juni 2020 bekannt war, dass es kein Geld mehr aus dem Topf gibt, die Politik im Glauben, dass man noch einen Antrag stellen könnte (wir berichteten). Mit dem Interimsschnellbus wollen Rhein-Berg und Leverkusen zumindest eine abgespeckte Lösung auf die Reise schicken – der Oberbergische Kreis habe seine Beteiligung daran aus finanziellen Gründen vorerst abgesagt, hieß es im Ausschuss.

Oberbergischer Kreis soll miteinbezogen werden

Für die SPD kritisierte Jochen Bilstein, dass es zwischen den geplanten Haltepunkten Raiffeisenplatz in Hilgen und Wermelskirchen-Busbahnhof keine weiteren Stopps der SB24 gäbe: „Diese Zwischenhalte sind doch wesentlich.“ Dagegen stellten die Kreis-Verkehrsplaner das Argument, dass besagte Haltestellen von der Linie 260 bedient würden und zu viele Stopps die Fahrtzeit verlängern.

Bürgermeisterin Marion Lück ergänzte: „Ein Schnellbushalt macht dort Sinn, wo viele Menschen zu- und umsteigen können. Das ist in Wermelskirchen der Busbahnhof.“

Bilstein bemängelte: „Wenn ich mir die Zeit anschaue, die für die Interimslösung gebraucht wurde, frage ich mich, wann denn die Verkehrswende eintreten soll.“

In diesem Punkt stimmte ihm Christian Klicki (CDU) zu: „Es ärgert mich, dass wir sechs, sieben Jahre gebraucht haben, bis das Ding fährt. Der Christdemokrat sagte aber auch: „Es hat nicht geklappt, wie ursprünglich gedacht, aber dafür gibt es nun eine Regionalbahn auf Rädern, die eine schnelle Anbindung an die Schiene bietet.“ Das seien die ersten Schritte, das könne sich sehen lassen.

Mit Blick in die Zukunft erinnerte Friedel Burghoff (CDU) an die ursprünglichen Pläne: „Es muss weiter daran gearbeitet werden, den Oberbergischen Kreis mit einzubeziehen.“ Das sagten die Rhein-Berg-Verantwortlichen in Wermelskirchen zu: „Natürlich bauen wir das Projekt weiter aus.“

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